1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Rat Bechhofen für Pflegeheim und für Abriss des DGH

Bechhofer Rat entscheidet : Für Abriss und für Pflegeheim

Der Bechhofer Rat hat den Weg für eine neue Nutzung des Geländes frei gemacht, auf dem das DGH steht.

Die Abrissbirne für das Dorfgemeinschaftshaus Bechhofen mit seinen vielen baulichen  Mängeln jetzt schon zu bestellen, wäre vielleicht etwas verfrüht, doch Ortsbürgermeister Paul Sefrin ist regelrecht erleichtert darüber, dass eine einstimmige Entscheidung im Ortsgemeinderat zur weiteren Vorgehensweise und der Kernfrage des Hausabrisses erreichbar gewesen ist. Geschlossen votierte das Gremium dafür, das Dorfgemeinschaftshaus „platt zu machen“ und damit eine strukturierte Bebauung des Großgeländes zu ermöglichen.  

Wie Ortsbürgermeister Paul Sefrin jetzt in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur nochmals versicherte, kann damit auch die Priorisierung der Aufgaben beibehalten werden. Dabei steht der dringend notwendige Kindergartenbau ganz oben auf der „To-do-Liste“. Zur Erinnerung, Bewegung ins Gesamtgeschehen kam erneut, als die Bauträgergesellschaft Römerhaus aus Schifferstadt in Bechhofen anklopfte und Interesse am  Bau eines Pflegeheimes in der Ortsgemeinde durchblicken ließ.

Die gleiche Gesellschaft hatte diese Absicht bereits in Contwig geäußert, kam dort dann aber nicht zum Zuge. Römerhaus ist baulich auch in Ramstein-Miesenbach aktiv und wird eine Einrichtung weiterhin in Bechhofer Nachbarschaft, im saarländischen Neunkirchen errichten. Für den Bechhofer Ortsbürgermeister alles Überlegungen die insbesondere einen Aspekt vordergründig werden ließen: Jetzt bekommt die Gemeinde noch einmal die einmalige Chance, strukturiert den Großbereich Kindergarten, Dorfgemeinschaftshaus, Grundschule und Freizeitanlage „Alter Friedhof“ für eine bürgerfreundliche Gesamtnutzung unter einen Hut zu bringen. Ein Plan, bei dem die Bechhofer Verbandsgemeinde-Bürgermeister Björn Bernhard als Träger der Grundschule mit im Boot wissen.

Paul Sefrin jetzt im Merkur-Gespräch: „Die einstimmige Entscheidung im Rat macht doch deutlich was zu erreichen ist, wenn wir alle an einem Strang ziehen  und uns nicht verzetteln oder bekämpfen. Der Konzepterarbeitung steht jetzt jedenfalls nichts mehr im Wege.“

Ohne einem Gesamtkonzept vorgreifen zu wollen, kann sich der Ortsbürgermeister diese Synergieeffekt etwa bei der Nutzung einer Schulaula, einer Großküche, die Tagesessen für Grundschüler und Kindergartenkinder und mehr kocht, vorstellen. „Aber das wird das strukturierte Gesamtkonzept gewiss auf den Tisch bringen“, so der Bechhofer Ortsbürgermeister.

Der Rat setzte sich bei seiner Entscheidung auch mit einer Stellungnahme des Kuratoriums Deutscher Altenhilfe auseinander, das seine Vorbehalte gegen das klassische Pflegeheim in Bechhofen durchaus äußerte, ohne genauere Kenntnis über die Absichten des Investors zu haben. Klar waren sich die Ratsmitglieder allerdings auch in der Einschätzung, dass Träger für „Betreutes Wohnen“, „Ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften im Idealfall mit Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Bewohner“ nicht auf dem Präsentierteller angeboten werden und die jetzige Chance  mit dem Bauträger „Römerhaus“ konstruktiv zusammen zu arbeiten sich nicht täglich eröffnet.

Zumal sich die Bevölkerung im Ort selbst nicht gerade verjüngt, wie die Zahlen beweisen, die sich Paul Sefrin für die Diskussion an diesem Entscheidungsabend besorgt hatte. Derzeit leben in Bechhofen mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2275 Einwohner. Bei der (gerundeten) Alterspyramide nimmt die Gruppe bis 20 Jahre einen Anteil von 18 Prozent ein, 33 Prozent sind zwischen 21 und 49 Jahre alt, 15 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. 16 Prozent sind zwischen 60 und 69 Jahren, 19 Prozent 70 bis 89 Jahre.

Wie Paul Sefrin mit einem vielsagenden Lächeln im Gespräch feststellt, sei auch der Regen am Sitzungsabend nicht bestellt gewesen, doch es sei schon durchaus beeindruckend gewesen, dass auch Sitzungszuhörer miterleben konnten, wie plötzlich Wasser aus der Decke tropfte. Das undichte Dach bereitet bereits seit Jahren der Gemeinde Sorge, ihr fehlten jedoch die finanziellen Mittel, um Abhilfe schaffen zu können.

Für die CDU-Fraktion habe Matthias Roos von einer Bereicherung für die gesamte Gemeinde durch die Ansiedlung eines Pflegeheimes gesprochen, Ernst Klein (SPD) sei dafür gewesen und für die Grünen habe sich Tim Scherer schon jetzt dafür ausgesprochen, wenn der Aspekt einer ambulanten Betreuung gestärkt werden könnte. Dass ein Pflegeheim die Bechhofer Dorfstruktur jedoch insgesamt stärkt und der Wohnwert in Bechhofen damit steigen wird, darin waren sich alle einig.