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Rätselraten um Häckslertod-Geschichte

Tierart Maßweiler : „Häckslertod-Geschichte“ schon vor 30 Jahren passiert?

Fassungslosigkeit bei der Tierauffangstation in Maßweiler.

Geschichten gibt es, die gibt es gar nicht. Diese Erfahrung machte gerade die Tierauffangstation von Tierart in Maßweiler, denn die Geschichte vom Fuchs, der im letzten Moment vor dem Häckslertod gerettet wurde, soll angeblich nicht stimmen (wir berichteten). So jedenfalls steht es in einem Brief der zuständigen Staatsanwaltschaft Heilbronn, die das Verfahren auf Grund einer Anzeige von Tierart, nun eingestellt hat.

Eva Lindenschmidt von Tierart ist wie ihre Kollegen fassungslos. Mitte Mai hatte man der Tierauffangstation in Maßweiler ein Fuchswelpe überbracht, dessen Mutter versehentlich in einen Häcksler geraten war. Daraufhin sollen Waldarbeiter in Baden-Württemberg einige weitere Fuchswelpen absichtlich in den Häcksler geworfen haben. Lediglich das besagte Welpe hatte ein junger Mann gerettet. Dieser soll so geschockt gewesen sein, dass er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste. Aus diesem Grund übergab seinerzeit auch seine Mutter den jungen Fuchs den Mitarbeitern der Tierauffangstation. Nun folgte die 180 Grad Wende. Alles soll nur ein Missverständnis gewesen sein, hat die Mutter des Waldarbeiters nun vor der Staatsanwaltschaft Heilbronn ausgesagt.

Vor 30 Jahren wäre ähnliches mal passiert, soll sie den Tierpflegern gesagt haben, die das wohl falsch verstanden haben. Auch die Aussage des Sohnes widerspricht völlig der ersten Version. Er habe den Fuchs ohne Mutter auf dem Boden kriechend gefunden, als er alleine im Wald gewesen ist, gibt er zu Protokoll. Seltsam, denn auf dem Aufnahmebogen trug die Mutter als Fundumstand des Welpen nicht „allein im Wald gefunden“, sondern „Arbeitsunfall“ ein.

Bei Tierart will man die Sache nicht so hinnehmen. Schließlich gibt es mehrere Zeugen denen die Mutter teils unter Tränen diese Geschichte erzählt hatte. Verwunderlich findet Lindenschmidt, dass man niemand von der Tierauffangstation als Zeuge befragt hat. Zur Zeit prüft man, was man gegen die Einstellung des Verfahrens unternehmen kann.

Vom ganzen Trubel um seine Person bekommt der junge Fuchs wohl wenig mit. Es lebt mit anderen Artgenossen immer noch in der Tierauffangstation Maßweiler. In wenigen Wochen bekomme er aber seine zweite Chance in Freiheit zu leben. Irgendwo an einem Ort im Pfälzerwald, wo Jäger gnädig zu Füchsen seien, werde er wieder ausgewildert, informiert Lindenschmidt.