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Räte und Bürger bringen Friedhof Wiesbach in Schuss

Bürger packen an : Friedhof auf Vordermann gebracht

In Wiesbach haben Räte und Bürger mangels Masse in der Kasse die Arbeit selbst in die Hand genommen.

(cos) Wochenlang schon sind ehrenamtlichen Helfer aus der Dorfgemeinschaft dabei, dem Wiesbacher Gemeindefriedhof ein anderes Aussehen zu verpassen. Alte, überwucherte und teil einstürzte Abgrenzungs- und Stützmauern wurden neu aufgebaut, tonnenweise Wildwuchs abgeschnitten und zur Deponie gebracht. Weil es die gemeindliche Finanzkraft nicht erlaubt, mussten alle Arbeiten durch Eigenleistung verrichtet werden.

Bei der Mittelbereitstellung für die reinen Materialkosten blieb Ortsbürgermeister Klaus Buchmann nichts anderes übrig, als jeden Euro und Cent zusammenzukratzen. Er und die Ratsmitglieder gingen bei den Arbeiten vornweg und aus der Dorfgemeinschaft gesellten sich schnell freiwillige Helfer dazu. Jörg Martik ist einer von ihnen gewesen. „Coronabedingt kamen seit Frühjahr dieses Jahres ja nicht mehr so viele Besucher zu den Bestattungen. Trotzdem, das Erscheinungsbild unseres Friedhofs war nicht gerade ein Aushängeschild für unseren Ort. Hier mussten wir gewisse Dinge verändern und weil mir ja die Haushaltslage unseres Ortes bestens bekannt ist war mir klar, dass die angestrebten Veränderungen nur auf einem Wege umsetzbar sind: Wir müssen selbst Hand anlegen!“  Ortsbürgermeister Klaus Buchmann hatte schon früh bei der Amtsübernahme den Eindruck gewonnen, dass die Bürgerschaft, was den Einsatz bei Leistungen für die Dorfgemeinschaft, noch mehr als bisher zu motivieren ist.

Seit rund sechs Wochen sind montags, mittwochs und an den Samstagen zahlreiche Bauhelfer auf dem alten Teil des Wiesbacher Gemeindefriedhofs gewesen, um bauliche und gestalterische Defizite wieder in Ordnung zu bringen. Dabei musste nicht allein viel Gestrüpp, Unkraut, Wildwuchs und selbst kleine Bäume innerhalb des Terrains des alten Friedhofteils gejätet, umgehauen und eingesammelt werden. Die größte Sorgen bereiteten die breiten, massigen Stütz- und Umfriedungsmauern. Allesamt aus gehauenen Bruchsteinen vor vielen Jahren errichtet. Der Zahn der Zeit hatte in den letzten Jahren  ganz erheblich an diesen Sandsteinmauern genagt, sie teilweise zum Einsturz oder anders aus der „Form“ gebracht. 

Der Wiederaufbau habe sich als alles andere als einfach erwiesen, schildert Klaus Buchmann rückblickend die Baustellensituation aus den zurückliegenden Arbeitswochen. „Früher gab es viele gute Maurer in unserem Dorf, aber das ist Vergangenheit!“ Jörg Martik allerdings war einer von denen, die sich das Mauern selbst zum Hobby gemacht haben. Und Not macht bisweilen erfinderisch, wie Werner Wagner ergänzend zu berichten weiß: „Eins zu eins konnten wir die Einsturzstellen der Mauern nicht mehr rekonstruieren. Aber, wir haben nach dem Abtrag der schadhaften Stellen die Steine der Größe nach sortiert und beim Wiederaufbau war es eine Aufgabe der Handlanger, nach der notwendigen Steingrößenordnung die alten Bruchsteine jenen in die Hand zu geben, die mit der Maurerkelle am besten umgehen konnten.“

Gefreut hat sich Ortsbürgermeister Klaus Buchmann zudem über die Unterstützung derer, die nicht direkt mit anpacken konnten. „Bürger haben uns mal einen kleinen Imbiss spendiert, es wurden  uns von Unterstützern Getränke an die Baustelle gebracht, wir sind mit Frikadellen und anderer Stärkung zu Frühstücken überrascht worden. Schön, dass die Dorfbewohner uns damit zeigten, wie sehr sie unsere freiwillige Arbeitseinsätze honorierten.“