Rabatt gilt nicht für alle Kunden

Zweibrücken. In einer Apotheke werden Kunden unterschiedlich behandelt. Dieser Auffassung ist Jürgen Schubert. Der Zweibrücker wollte vor kurzem ein Rezept für seine Frau abgeben. Diese ist, weil sie chronisch krank ist, von der Gebühr befreit. Doch im Bezug auf das Medikament Tebonin gilt diese Befreiung nicht

Zweibrücken. In einer Apotheke werden Kunden unterschiedlich behandelt. Dieser Auffassung ist Jürgen Schubert. Der Zweibrücker wollte vor kurzem ein Rezept für seine Frau abgeben. Diese ist, weil sie chronisch krank ist, von der Gebühr befreit. Doch im Bezug auf das Medikament Tebonin gilt diese Befreiung nicht. Der entsprechende Wirkstoff steht auf einer speziellen Wirkstoffliste der Spitzenverbände der Krankenkassen. Dies konnte Schubert noch nachvollziehen, sagt er. Er wollte allerdings auf das Tebonin nicht verzichten. "Der Arzt wird sich schon etwas dabei gedacht haben, es zu verschreiben", argumentierte er in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Schließlich entdeckte er, dass die Apotheke für diese Arznei einen Rabatt in Höhe von zehn Euro gewährt. "Toll", dachte der Zweibrücker. Dann könnte ja die Zuzahlung, die 9,98 Euro betragen sollte, mit dem Preisnachlass verrechnet werden. Doch weit gefehlt: Dies wurde vom Apotheker strikt abgelehnt. Der Rabatt gelte nur für "Barzahler" und nicht für Rezepte. Schubert ärgerte sich über diese Regelung dermaßen, dass er ohne das Medikament von dannen zog. Inzwischen hat er das Tebonin in einer anderen Apotheke besorgt: "Meine Frau ist ja darauf angewiesen." Doch verstehen kann er die Gesetzeslage nicht.Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Kirsten Müller-Kuhl, Pressesprecherin des rheinland-pfälzischen Apothekerverbandes, dass strikt zwischen apothekenpflichtigen und verschreibungspflichtigen Medikamenten unterschieden werden müsse. Bei letzteren erhalten die Apotheker von der Krankenkasse pro Medikament 8,20 Euro - egal wie teuer die Arznei wirklich ist. Dies sei bei einer der letzten Gesundheitsreformen beschlossen worden. Früher sei ein Prozentsatz vom Preis gezahlt worden. Doch von den 8,20 Euro müssen die Apotheker noch einen Zwangsrabatt in Höhe von 1,75 Euro an die Kassen entrichten. Dieser soll ab Januar sogar auf zwei Euro angehoben werden. Von dem restlichen Geld müsse noch die Unterhaltung der Apotheke abgezogen werden. Rabatte dürften Apotheker nur bei anderen Medikamenten geben. Im Falle des Tebonins gebe es keine klare Definition, ob dieses apotheken- oder verschreibungspflichtig ist. Der Zweibrücker Apotheker habe allerdings keinen Rabatt gewähren können, weil ein Rezept vorgelegen hat. Auch die Forderung nach der Zuzahlung sei richtig gewesen.