Polizeihauptkommissarin Alexandra Grub zu Gast beim Hornbacher Frauenfrühstück Wie man auch im Alter sicher fahren kann

Zweibrücken · Polizeihauptkommissarin Alexandra Grub gab den Teilnehmerinnen des Hornbacher Frauenfrühstücks einen Einblick, mit welchen Problemen sich Senioren im Straßenverkehr konfrontiert sehen. Am Ende gab es noch einen überraschenden Tipp.

 Polizeihauptkommissarin Alexandra Grub (links) sprach beim Frauenfrühstück der protestantischen Kirchengemeinde Hornbach über das Thema Sicherheit im Straßenverkehr.

Polizeihauptkommissarin Alexandra Grub (links) sprach beim Frauenfrühstück der protestantischen Kirchengemeinde Hornbach über das Thema Sicherheit im Straßenverkehr.

Foto: Susanne Lilischkis

Gerdi Dahlhauser und ihre Mitstreiterinnen hatten sich am vergangenen Mittwoch wieder ordentlich ins Zeug gelegt, um das Frauenfrühstück der protestantischen Kirchengemeinde Hornbach auszurichten. „Für uns gibt es jede Menge zu tun“, berichtete die Mauschbacherin, „die Platten müssen dekoriert werden, das Geschirr muss auf den Tisch und später abgewaschen werden. Die Männer vom TV Hornbach helfen uns, die Tische aufzubauen.“

In der gut gefüllten Pirminiushalle kamen die Frauen zum Austausch zusammen und natürlich wurde wieder ein Vortrag angeboten. Dieses Mal klärte Polizeihauptkommissarin Alexandra Grub die Teilnehmerinnen über die Sicherheit von Senioren im Straßenverkehr auf. „Ich komme vom Polizeipräsidium Westpfalz und bin dort unter anderem für die Präventionsarbeit zuständig“, erklärte die 47-Jährige, „unser Ziel ist es, die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren.“ Sie machte den Anwesenden klar, dass es um die Verantwortung jeder Einzelnen geht, die am Straßenverkehr teilnimmt.

Natürlich sollen auch Senioren so lange wie möglich mobil sein, doch die Sicherheit muss allerhöchste Priorität genießen, so Grub. Die Anzahl der Unfälle, an denen Senioren beteiligt sind, wächst. Das liegt zum einen an der demografischen Entwicklung. Zum anderen sind Ältere heute mobiler als früher. Sie fahren mit dem Rad und dem Auto oder bewegen sich als Fußgänger zu ihrem Ziel.

Alexandra Grub richtete sich in ihrem Vortrag hauptsächlich an die Autofahrerinnen. Die Senioren hätten zwar viel Erfahrung, aber wenig Fahrpraxis. Zudem würde der Straßenverkehr immer komplexer und hektischer. Schließlich spielten auch altersbedingte Einschränkungen eine Rolle: „Das ist ein völlig normaler biologischer Prozess, man muss sich dafür nicht schämen.“

Die Polizeihauptkommissarin führte die verschiedenen körperlichen Malaisen auf, mit denen ältere Menschen zurechtkommen müssen. Da ist das Problemfeld „Sehen“. Sehkraft und Sehschärfe schwinden im Alter, es wird zunehmend schwierig, in der Dämmerung oder bei Dunkelheit etwas schnell genug zu erkennen, zum Beispiel dunkel gekleidete Radfahrer oder Fußgänger. Das Auge benötigt längere Zeit, um sich veränderten Lichtverhältnissen anzupassen, und es wird empfindlich für Lichtreflexe. So können Lichtspiegelungen auf dunklen Straßen den Fahrer irritieren. Die Referentin riet zu einer regelmäßigen augenärztlichen Kontrolle, am besten ein Mal im Jahr. Fahrten in der Dunkelheit sollten, so gut es geht, vermieden werden.

Auch mit dem Hören haben zahlreiche ältere Verkehrsteilnehmer ihre Probleme. „Wer gut hört, der schaut auch hin“, erklärte Grub, „das Gehör lenkt den Blick in gefährlichen Situationen.“ Wer alle zwei Jahre bei seinem Ohrenarzt vorbeischaue und sich nicht scheue, ein Hörgerät zu tragen, könne seine Verkehrstüchtigkeit verbessern. Senioren nehmen oft eine Vielzahl von Medikamenten ein, die eine Fahrtüchtigkeit herabsetzen können. Hier riet Grub, immer den Beipackzettel zu lesen, insbesondere bei Schlaf- und Schmerzmitteln, Beruhigungstabletten sowie Antidepressiva. Um Nebenwirkungen wie Müdigkeit, verschwommenes Sehen, Konzentrationsschwäche oder Schwindel auszuschließen, sei auch ein Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll.

Schließlich sprach die Referentin auch die körperlichen Einschränkungen an. „Wenn man ein steifes Knie hat, kann das Bremsen schwierig werden“, bemerkte sie. Der Verkehr sei mit den Jahren herausfordernder geworden, so Grub. „Auf unseren Straßen kommt es zu Stress und Zeitdruck, viele Verkehrsteilnehmer fahren rücksichtslos. Zudem muss man auf viele Dinge gleichzeitig achten, wie Ampeln oder Schilder“, sagte sie.

Am Schluss ihres Vortrages gab die Polizeihauptkommissarin Tipps zum entspannten Fahren. „Meiden Sie Stoßzeiten, fahren Sie nicht um halb acht Uhr morgens zum Einkaufen, wenn alle unterwegs sind. Und trainieren Sie ihre körperliche und geistige Fitness, denn wer sich viel bewegt, auch mental, der altert gesünder.“

Wer sich jetzt unsicher ist, ob die eigene Fahrtüchtigkeit noch ausreichend ist, kann sich bei einer Fahrschule eine Rückmeldefahrt buchen. Bei einer solchen Fahrt ist man, zusammen mit einem Fahrlehrer, im eigenen Auto unterwegs. Nach Abschluss der Probefahrt bekommt man eine Rückmeldung vom Fahrlehrer. Das Ganze sei streng vertraulich, sagte Alexandra Grub: „Egal wie das Ergebnis ausfällt – Sie müssen keine Angst haben, dass der Führerschein in Gefahr ist.“

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