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Pirro empört über Vorwürfe Schmidts

Pirro empört über Vorwürfe Schmidts

Zweibrücken. Der Streit in der CDU Zweibrücken-Land nimmt an Schärfe zu. Gestern meldete sich Alban Pirro zu Wort, der am Sonntag nach der Wahlniederlage von Paul Sefrin bereits die Ablösung des Vorsitzenden Herbert Schmidt gefordert hatte

Zweibrücken. Der Streit in der CDU Zweibrücken-Land nimmt an Schärfe zu. Gestern meldete sich Alban Pirro zu Wort, der am Sonntag nach der Wahlniederlage von Paul Sefrin bereits die Ablösung des Vorsitzenden Herbert Schmidt gefordert hatte. Empört weist er den gestrigen Vorwurf Schmidts im Merkur zurück, er habe in den letzten Jahren nichts Gutes für die Partei getan: "Das sind ungehörige Lügen von jemandem, der um sich schlägt, um anderen zu schaden." So sei es eine Unterstellung, er habe im Wahlkampf den Zwist zwischen den Ortsverbänden Contwig und Bechhofen weiter geschürt. Das Gegenteil sei der Fall gewesen. "Bereits am Abend der Nominierung habe ich betont, dass es keine Differenzen gibt", sagt Pirro. Insgesamt habe er sich in den vergangenen vier Monaten nur zwei Mal zu Wort gemeldet. In keinem der Fälle habe er etwas Negatives über die Contwiger geäußert. "Normalerweise lohnt es sich nicht, sich zu den Aussagen Schmidts zu äußern", so der frühere Bechhofer Beigeordnete. Für ihn habe Schmidt in eklatanter Weise als Parteivorsitzender versagt: "Die CDU ist zum Steigbügelhalter des SPD-Bürgermeisters heruntergewirtschaftet worden." Eigene Akzente, Veranstaltungen oder sonstige öffentlichkeitswirksame Arbeit fänden seit vielen Jahren nicht mehr statt. Auch die Kritik Schmidts an der Nominierung Sefrins entgegen dem Beschluss des Parteivorstands weist Pirro scharf zurück: "Ich erinnere nur an meine eigene Kandidatur für die Kreistagsliste vor knapp 20 Jahren." Damals sei er vom Vorstand mit 13 zu zwei Stimmen vorgeschlagen worden. Gewählt wurde von der Mitgliederversammlung - unter anderem auch mit den Stimmen der Contwiger - jemand anders.Der Ehrenvorsitzende der Bechhofer CDU fordert noch einmal eindringlich, sofort in der Partei einen Neuanfang mit neuen Leuten einzuläuten: "Im Grunde hätte Schmidt schon im November abgelöst werden sollen." Nur durch einen Wechsel in der Parteispitze könne ein Debakel bei der Kommunalwahl in zwei Jahren noch abgewendet werden.

Meinung

Dolchstoß vom eigenen Vorsitzenden

Von Merkur-RedakteurLutz Fröhlich

Mit über 70 Prozent hatte die CDU-Mitgliederversammlung Zweibrücken-Land im November Paul Sefrin zum Kandidaten für die Verbandsgemeindebürgermeister-Wahl gemacht. Der Kandidat des CDU-Vorstands, Klaus Freiler, hatte damit eindeutig das Nachsehen. Zwar schlugen schon damals parteiintern die Wogen hoch - doch es ist das Wesen der Demokratie, die Wahl zu haben. Weshalb nach seiner eindrucksvoll erfolgreichen Kampfkandidatur Sefrin durchaus gestärkt in den Wahlkampf hätte ziehen können. Hätte. Wenn denn der CDU-Vorstand die klare Wahl der Basis akzeptiert hätte. Dass ausgerechnet der sonst so besonnene CDU-Vorsitzende Herbert Schmidt im Wahlkampf Sefrin schärfer als jeder Sozialdemokrat attackiert hat ("Jeder Bürger der Verbandsgemeinde kann sich ausmalen, wie Herr Sefrin mit Personen, die ihm unbequem sind, umgeht, wenn er gewählt wird."), war der Todesstoß für die Wahlaussichten des CDU-Kandidaten. Verständlich, dass jetzt die Messer gewetzt werden.