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Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Kläranlage in Contwig

Photvoltaikanlage an der Kläranlage : Werke wollen eigenen Strom produzieren

Bereits in vier Wochen soll die Solaranlage auf dem Gelände der Kläranlage in Contwig in Betrieb gehen.

Der Betrieb der Kläranlagen in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land erfolgt ausschließlich über Strom. Rund um die Uhr wird der „Saft aus der Steckdose“ benötig. Für die große Kläranlage in Contwig nahe der Ortsmitte wo sich jetzt auch das große, schmucke Verwaltungsgebäude befindet, liegt der Bedarf bei rund 200 000 Kilowattstunden im Jahr. Etwa die Hälfte davon will Werkleiter Eckart Schwarz jetzt mit einer Photovoltaikanlage selbst produzieren. 100 000 Euro werden dafür investiert. Die Vorarbeiten sind angelaufen, kommende Woche sollen nach dem vorgegebenen Arbeitsplan die 360 Module auf den Dachflächen installiert werden. 

Große Überzeugungsarbeit für diese Investition sei bei den Mitgliedern des Werksausschusses nicht notwendig gewesen, versichert Werkleiter Schwarz. „Wir sind bei der Pfalzwerke AG ein Großabnehmer in Sachen Strom, der Strombezug ist keineswegs billig und um die Gebühren für unsere Bürger im Versorgungsgebiet möglichst niedrig zu halten, müssen wir ständig schauen, wo Fixkosten einzusparen sind. Der Strombezug ist einer davon.“

Die Grundvoraussetzungen für den Bau einer großen Photovoltaikanlage seien zudem quasi aus erster Hand gegeben. Mit dem neuem Verwaltungsgebäude, der Fahrzeughalle und Dachflächen des Rechengebäudes der Kläranlage stünden passende Flächen zum Modulaufbau direkt auf dem Gelände der Kläranlage zur Verfügung. „Wir haben dieserhalb natürlich viel Vorarbeit geleistet. Von der TU Kaiserslautern hat eine syrische Ingenieurstudentin bei uns in den Werken ein Betriebspraktikum absolviert. Eine der Aufgaben ist gewesen, alle Dachflächen öffentlicher Gebäude im Gebiet der Verbandsgemeinde Zweibrücken -Land zu erfassen und im Hinblick auf die Nutzung von Photovoltaik auszuwerten. Die Nutzungsidee hier auf der Kläranlage ist auch schon älter, hatte mein Amtsvorgänger schon mal in den Raum gestellt. Als Werkleiter habe ich allerdings die Sache in Absprache mit Verbandsbürgermeister Björn Bernhard selbst betrieben. Ich wollte auch nicht warten, bei die Energiegesellschaft der VG gegründet ist, in vier Wochen schon, davon gehe ich aus, produzieren wir Strom eigenständig mit unserer Photovoltaikanlage“, sagt Werkleiter Eckart Schwarz. 

Die Firma SET aus Bodenheim, ein Tochterunternehmen der Westpfälzischen Ver- und Entsorgungsbetriebe (WVE) aus Kaiserslautern, ist bei der Ausschreibung der Photovoltaikanlage billigste Bieterin gewesen. Die Arbeiten sind wie angeklungen voll im Gang, ab Montag werden die Module angeliefert von denen insgesamt 360 auf den vorgesehenen Dachflächen installiert werden.

Den Gedanken von „Stromspeicherung“ habe man bei den Vorarbeiten zum Projekt wohl durchgespielt, so etwas käme aber aus Kostengründen nicht in Frage. „Das lässt sich nur über Akkus machen und das rentiert sich hier für den Betrieb der Kläranlage nicht“, stellt Eckart Schwarz fest. Sicher aber sei jetzt schon, so Werkleiter Schwarz weiter, dass diese erste Photovoltaikanlage bei der Kläranlage Contwig im Ver- und Entsorgungsbereich der Werke nicht die letzte gewesen sei. „Wir bleiben da am Ball, wohl auch in enger Zusammenarbeit mit der künftigen Energiegesellschaft. Das hier ist erst der Anfang.“

Die Werke seien gezwungen, nach möglichen Kosteneinsparungen Ausschau zu halten. Durch viele Straßenausbauprojekte und das Ausweisen neuer Baugebiete müssten nämlich die Werke viel „in die Röhre“ investieren, wie es Eckart Schwarz formuliert. „Kostenröhren“ seien nämlich die alten Kanalleitungen, die beim Ausbau der Straßen zusammen mit den Hausanschlüssen erneuert werden müssten.