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Pflanzung vierter Klimalinde in Südwestpfalz in Kleinsteinhausen

Klimawandel-resistente Silberlinde am Festplatz gepflanzt : „Klimalinde“ für Kleinsteinhausen

Die unter großer Bürger-­Resonanz südosteuro­päische Silberlinde soll dem Klimawandel trotzen, Schatten spenden – und ein Symbol sein.

Eine Silberlinde, die in einigen Jahren mit ihrem Laubgrün Schatten spendet, soll für hoffentlich 200 Jahre an den Klimawandel im 21. Jahrhundert erinnern. Die Silberlinde ist eine Geschenk des Hauses der Nachhaltigkeit (Johanniskreuz). Dessen Leiter Michael Leschnig erläuterte, warum Kleinsteinhausen Pflanzort für eine Klimalinde wurde. Gemeinsam mit Landrätin Susanne Ganster, dem neuen Leiter des Forstamtes Westrich, Florian Kemkes, Verbandsbürgermeister Björn Bernhard und Projektplaner Harald Krupp wurde am Freitag die Linde gepflanzt.

Fünf weitere Bäume sollen noch in diesem Herbst als Symbole gepflanzt werden, sagte Leschnig. Die Kleinsteinhauser Silberlinde ist nach Bäumen in Lemberg, Rumbach und Wilgartswiesen der vierte Symbolbaum im Landkreis Südwestpfalz, wie Landrätin Ganster bei ihrem Grußwort vor vielen Dorfbewohnern und Ehrengästen feststellte. Normalerweise nehme man solche Pflanzaktionen im Umkreis der Biosphärenreservates Pfälzerwald vor, zu dem Kleinsteinhausen nicht direkt zähle. Doch die Ortschaft mit ihren Bürgern und insbesondere mit ihrer Bürgermeisterin Martina Wagner habe in der Vergangenheit eindrucksvoll und mit vielen Projekten und Aktionen bewiesen, das aktiver Klimaschutz und der Klimawandel grundsätzlich im dörflichen Alltag nicht nur Schlagwort sei.

Auch Leschnig würdigte, der große Bürgerzuspruch für die Pflanzaktion, das Umrahmen der Feierstunde von den Kleinen des Kindergartens mit Tänzen wie auch der musikalischen Beitrag der Schwarzen Husaren zeigten, dass Kleinsteinhausen berechtigt mit dem Symbolbaum „Klimalinde“ bedacht worden sei. Leschnig warb auch für die Abkehr von Steingärten, das Hin zu mehr an Biodiversität, und zeigte auf, wie erfolgreich ein Frühjahrs- oder Herbstbesuch im Pfälzerwald sein kann, wenn gegen kleine Spenden Sträucher und kleine Bäume für heimische Gärten abgegeben werden.

Keine Winter- oder Sommerlinde werde aber in Kleinsteinhausen gepflanzt, wie Leschnig erläuterte. Es sei vielmehr eine (eigentlich in Südosteuropa heimische) Silberlinde, die sich auch in Deutschland inzwischen als sehr standortsicherer Baum mit hoher Trockenheitsresistenz bewiesen habe. Mit einem Baum sei das Klima zwar sicher nicht zu retten, doch Leschnig und die vielen Teilnehmer der Pflanzaktion erhoffen sich von diesem Symbolbaum weitere Aktivitäten in Sachen Klimaschutz. Das Pariser Abkommen wurde dieserhalb zitiert und auf die Überschreitungen in Rheinland-Pfalz hingewiesen. 1,5 Grad als Erwärmungsziel habe unser Land bereits verfehlt, stellt Leschnig fest. Seit der Datenerhebung aus dem Jahr 1881 habe man die zehn heißesten Sommer allesamt in den letzten 25 Jahren zu verzeichnen gehabt. Dürre und Hitzeperioden würden sicher zu den Zukunftsszenarien zählen.

Die Linde als Baum des Lebensmittelpunktes in einem Ort, als Friedensbaum, als Symbolbaum habe den Menschen schon immer viel bedeutet, sagte Leschnig weiter. Das wünschte sich der Spender auch für die Kleinsteinhauser Silberlinde.

Forstamtsleiter Kemkes ging auf die Bedeutung der Linde näher ein. Landrätin Ganster freute sich mit den vielen anwesenden Dorfbewohnern darüber, dass die Kleinsteinhauser Bemühungen in Sachen Umwelt, Klimaschutz und deren Dingen nunmehr auch mit diesem Symbolbaum der Silberlinde Anerkennung fänden.Vor wenigen Tagen habe der Landkreis 200 Obstbäume verschenkt und damit auch einen kleinen Beitrag im Umgang mit Landschaft und Natur geleistet. Björn Bernhard, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, lobte das Kleinsteinhauser Engagement in Sachen Umwelt und Klima und stellte fest: „Wenn die Kleinsteinhauser was machen, dann machen sie das immer richtig und fast schon mit Herzblut!“ Die Pflanzaktion könnte symbolisch betrachtet wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, doch sie sei allemal ein wichtigere Schritt in die richtige Richtung.

Die Kita-Kinder hatten mit einem überzeugenden Tänzchen die Pflanzaktion eröffnet, Ortsbürgermeisterin Martina Wagner freute sich über die gute Resonanz bei der Dorfbevölkerung, es gab Kaffee und Kuchen und Wärmendes in der Grillhütte, die „Schwarze Husaren“ mit Erich Gingrich an der Spitze intonierten mit ihren Blasmusikinstrumenten gekonnt „Kein schöner Land“, „Oh Täler, Wälder und Höhen“ und wussten mit „Auf auf zum Jagen“ gekonnt einen musikalischen Schlusspunkt zu setzen.