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Pfarrer Tilo Brach produziert Online-Gottesdienste

Pfarrer Tilo Brach produziert Online-Gottesdienste : Von der Idee zum Gottesdienstfilm

Für seine Online-Gottesdienste betreibt Pfarrer Tilo Brach einen enormen Aufwand. Mit einem Redaktions- und Technik-Team aus dem Gemeindevorstand werden Interviews geführt und kleine Filme gedreht. Aufgegriffen werden Themen, die gerade die Gesellschaft bewegen.

Wie viele Menschen genau seine Online-Gottesdienste einmal im Monat verfolgen, kann Tilo Brach, Pfarrer für die Gemeinden Winterbach, Oberauerbach und Battweiler, nicht genau sagen. An mehr als 200 Mailadressen versendet er die Einladung und den Link dazu. „Unser Rekord waren etwa 60 teilnehmende Geräte, doch da sitzt oft die ganze Familie davor, manchmal noch mit Freunden“, rechnet er hoch. Während die Präsenz in den Kirchen rückläufig ist und die Kirchgänger vorwiegend der reiferen Altersklasse angehören, werden über die Online-Gottesdienste zunehmend auch junge Menschen erreicht. Und zwar nicht nur passiv, sondern aktiv als Mitgestalter. Denn der Senior im Dekanat filmt nicht etwa nur die Sonntagpredigt und den klassischen Gottesdienst. Seine Online-Gottesdienste bieten ein abwechslungsreiches, kirchliches Filmprogramm entlang der Liturgie.

Früher hätten die Dorfpfarrer den Menschen „auf‘s Maul geschaut“, seien durch ihre Gemeinde gegangen, hätten mit diesem und jenem gesprochen und aufgenommen, was ihre Schäflein gerade bewegt. So richten sich auch Tilo Brach und sein kleines Redaktionsteam mit Ehefrau Elisabeth und der Presyteriumsvorsitzenden und Organisten, Heike Reitnauer inklusive Familie nach Lebensthemen von aktueller gesellschaftlicher Relevanz, angelehnt ans Kirchenjahr.

Mal wird im Kontakt mit Freunden aus aller Welt weit über den Tellerrand geschaut. Mal führt das Thema „Soziale Not“ quer durch die Region. Jeder Gottesdienst beginnt mit einer Bilder-Slide-Show durch Winterbach oder andere Plätze, die zu dem Tagesthema passen. Mit kurzen Video-Clips werden Interviews eingespielt: Es ist ein enormer Aufwand, den Tilo Brach betreibt.

Zunächst einmal die Planung: Was machen wir mit wem? Dann Termine vereinbaren, ein Vorgespräch führen, um informiert die passenden Interview-Fragen zu überlegen, und schließlich, um die Menschen oder Örtlichkeiten zu besuchen. Das Foto- und Videomaterial muss gesichtet, von Heike Reitnauer geschnitten und technisch aufbereitet werden. Meist begleitet sie gleich selbst als Fotografin und Kamerafrau, doch auf die Wildtierauffangstation Tierart in Maßweiler übernahm diese Aufgabe ihr Sohn Valentin (18).

„Es geht in unserem nächsten Zoom-Gottesdienst um Verantwortung für unsere Erde und ihre Lebewesen“, erklärt Tilo Brach. Hinschauen statt wegsehen. Bereits mit der Ferienjugend hatte er die Einrichtung besucht, so dass das Vorgespräch mit der stellvertretenden Betriebleiterin, Eva Lindenschmidt, vergleichsweise kurz ausfiel. „Kann man eine heile Welt bewahren als Mensch? Wie fortgeschritten ist die Entfremdung zwischen Mensch und Tier, etwa durch das abgepackte Steak im Supermarkt? Was heißt bewahren, pflegen, mit der Natur in Einklang leben? Was bedeuten „Respekt, Empathie, Gerechtigkeit“, wie es bei Tierart-Betreiber „Vier Pfoten“ heißt?

Neben solch ethischen Fragen behandelt das Interview Themen wie Artenschutz, Tierschutz und die Abläufe in Maßweiler: Was für Tiere? Wo kommen sie her? Wie werden sie versorgt? Wie geht es mit ihnen weiter? Neben den Tieren gehören auch Pflanzen zur Schöpfung. Besonders der Wald spielt eine wichtige Rolle für die Zukunft der Menschheit – und so wird es im Zoom-Gottesdienst am Sonntag, 10. Oktober, 10 Uhr, noch ein weiteres Interview geben: mit Theo Ringeisen, dem ehemaligen Zweibrücker Förster. Mit ihm unterhält sich Tilo Brach unter anderem über die Forstwirtschaft als Wirtschaftszweig und Einnahmequelle. Auch hier gilt die Frage: Können wir die Welt retten?

Den Link zum Zoom-Gottesdienst erhält man nach einer Mail an tilo.brach@evkirchepfalz.de.
www.tierart.de