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Pestalozzi-Grundschule Contwig wird am Standort Stambach zusammengeführt

Einstimmige Entscheidung im Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land : Grundschule Contwig nur noch in Stambach

Der Rat von Zweibrücken-Land hat einstimmig beschlossen: Der Grundschul-Standort in Stambach wird erweitert. Sanieren im Ortsteil Contwig lohne nicht.

Zur Contwiger Grundschul-Standortfrage sind die Würfel gefallen. Einstimmig sprach sich der Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land dafür aus, dass unter den vier erwogenen Alternativen nur die Erweiterung und Sanierung des Schulgebäudes im Contwiger Ortsteil Stambach sinnvoll und wirtschaftlich ist. Mit dieser Entscheidung folgte das Entscheidungsgremium auch der Empfehlung des Schulträgerausschusses, der nach seiner Prüfung zur gleichen Erkenntnis gekommen war.

Welcher Mühen es bis zu dieser Entscheidung am Donnerstagabend in der Hornbacher Pirminiushalle bedurfte, skizzierte Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) im Schnelldurchlauf. Der Schimmelbefall am Standort der Pestalozzi-Grundschule an der Maßweiler Straße in Contwig war der Ausgangspunkt, die Elterndemonstrationen und eine nicht gerade glückliche Informationspolitik des Amtsvorgängers von Bernhard (Jürgen Gundacker, SPD) mündeten schließlich in eine vorläufige Aufgabe des Schulbetriebes am Standort Contwig. Nach Zwischenstationen im Rathaus und der IGS Contwig werden jetzt wieder die Kinder in Containern, die am Grundschul-Standort Stambach stehen, erstmals seit diesem Montag unterrichtet.

Das zwischenzeitliche Revidieren eines frühzeitigen Bekenntnisses zum gemeinsamen Grundschulstandort Stambach fand der Verbandsbürgermeister ebenso erwähnenswert wie den Hinweis zu den vielen Vorgesprächen, Betrachtungen und Situationseinschätzungen die auch durch Eltern- wie Bürgeräußerungen bei der Meinungsbildung einflossen. Björn Bernhard: „Dass heute die Verkehrssituation bei allen Grundschulen in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land nicht einfach ist wissen wir, unser Ordnungsamt bemüht sich die Dinge zu ordnen. Der Rat als gewähltes Gremium ist heute in der Entscheidung gefordert, was die wirtschaftliche Betrachtung angeht, wird unser Planer, Diplom-Ingenieur Martin Grub, Sie umfassend informieren.“

Noch bevor Grub detailliert auf die vier Alternativstandorte einging, gab es für das Büro und den Planer Grub Dankesworte. Denn, die ADD als Schulaufsichtsbehörde und über das Land Geldgeber für das Projekt, setzte in der wirtschaftlichen Betrachtung die Messlatte sehr hoch an. Allerdings, die gelieferten Daten des Büros Grub überzeugten.

Was es bei den vier Standortvergleichen zu beachten gab, skizzierte Martin Grub verständlich und prägnant. Bereits an dieser Stelle machte Martin Grub aufgrund der Kenntnis um die gesamtwirtschaftliche Betrachtung klar, dass das Fehlen der Schulsporthalle in Contwig ein ganz entscheidender Faktor bei der Pestalozzischule ist und sich kostenmäßig wegen notwendiger Schülertransporte ungünstig auswirkt. Der Erhalt beider Schulstandorte, das zeichnete sich schnell ab, wäre die teuerste Alternative. Nicht allein wegen der enormen Betriebskosten an beiden Standorten, sondern vor allem auch deshalb, weil es am Standort Contwig an einer notwendigen Schulsporthalle mangelt. Martin Grub dazu: „Außer in Stambach mangelt es bei den sonstigen Alternativstandorten an einer Einfeldsporthalle, wie sie nach den Schulrichtlinien gefordert wird.“

Als Varianten geprüft wurden: Contwig, sanieren und erweitern, gleiche Vorgaben für den Standort Stambach oder Neubau an anderer Stelle, wobei ein konkreter Standort noch nicht vorgegeben ist und zudem, darauf hatte die ADD besonderen Wert gelegt wie es sich mit den Kosten verhält, wenn beide Schulstandorte erhalten bleiben. Sich also an der jetzigen Situation nichts ändert und beide Gebäude komplett saniert werden. Denn das machte Grub auch klar, einen Sanierungsstau gibt es auch bei der Grundschule in Stambach.

Nach der Kostenstudie müssten für die Sanierung in Contwig rund fünf Millionen Euro aufgebracht werden. Für Stambach (ohne Erweiterung) 2,7 Millionen, das Schaffen von Barrierefreiheit eingeschlossen.

Erweiterungsmöglichkeiten gibt es am Standort Stambach. Grub skizzierte diese schlüssig. Beim unteren Bauriegel kann angebaut werden, passend zum vorhandenen Baustil. Summa summarum eine Investitionvon 4,1 Millionen, so Grubs Kosten-Ermittlung.

Baulich und pädagogisch ideal wäre zwar ein kompletter Neubau irgendwo. Allerdings, die vielen noch ungeklärten Kostenfaktoren wie Standort, Erschließung und mehr ließen auch hier schnell die Erkenntnis reifen, dass dies kein billiges Unterfangen sein würde.

Deshalb entschied sich der Rat ohne Aussprache für die wirtschaftlichste Variante: Erweiterung und Sanierung der Grundschule in Stambach. Dass favorisiere auch die ADD, berichtete Bernhard.

Fred Konrad (Grüne) wollte ergänzend wissen, wie es sich mit der energetischen Betrachtung verhalte. Dazu Martin Grub: „Gesetzliche Vorgaben erfüllt!“. Die Heizung sei ziemlich neu und erweiterbar.