Pachtvergabe sorgt für Wirbel

Wald- und Jagdverpachtung sorgen derzeit in Großsteinhausen dafür, dass mächtig „Feuer unterm Dach“ ist. Auf einer Infoveranstaltung versuchte Ortsbürgermeister Volker Schmitt die Wogen zu glätten.

Auf die Dauer von zehn Jahren haben die Kommunalpolitiker die Bewirtschaftung des rund 50 Hektar großen Gemeindewaldes an das Forstwirtschaftsunternehmen Schmitz, Forstservice, aus Ormont in der Eifel verpachtet. Damit nicht genug, ein Ortsfremder und kein bekannter Jäger aus der Region ersteigerte zudem die Jagdpacht im örtlichen Revier.

Pikant dabei: Uli Osterheld, passionierter Jäger und Forstingenieur, ist beim neuen Gemeindewaldpächter Schmitz Abteilungsleiter in Sache Beförsterung. Mit einer Infoveranstaltung zum Wochenbeginn versuchte Ortsbürgermeister Volker Schmitt nicht nur die Stimmung zu glätten, sondern auch die Gemeindegründe darzulegen, welche die Verantwortlichen zu solchen Aktionsschritten veranlasst hatten. Die Gemeinde selbst hat sich nämlich auf absolutes Neuland begeben. Für den Gemeindewald und dessen Bewirtschaftung nicht mehr die Landesforstverwaltung zuständig ist. Zwar bleibt beim Forstamt Westrich als unterer Forstbehörde die Kompetenz der Fachaufsicht, doch was die Waldbewirtschaftung angeht, macht das der neue Gemeindewaldpächter, das Unternehmen Schmitz aus Ormont .

Forstingenieur Uli Osterheld hatte jetzt die Aufgabe, beide bestehende Konzepte, das für die Waldbewirtschaftung und das für die Jagd auf der Gemarkungsfläche des Ortes näher zu bringen. Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung soll danach weiterhin die Leitlinie sein. Dabei will die finanzschwache Gemeinde allein weg von dem "Schwarze-Null-Konzept", wie das vielfach auf den ersten Blick in den Forstwirtschaftsplänen sich auftut, wenn die Landesforstverwaltung für die Aufstellung der Forstwirtschaftspläne verantwortlich zeichnet. Volker Schmitt: "Wir haben auf unserer Waldgemarkung auch Bereiche, wo es schwierig ist, Holz einzuschlagen. Dort soll das jetzt auch geschehen, was wir als sinnvolle Bewirtschaftung erachten."

Für Diskussionsstoff sorgt die Tatsache, dass Uli Osterheld als neuer Jagdpächter innerhalb kürzester Zeit das Soll des nach unten bestimmten Abschussplanes mehr als erfüllt hat. 22 Rehwildtiere müssen jährlich geschossen werden und die Waidstrecke sei jetzt deutlich überschritten worden. Osterheld: "Der Wildbestand im Revier ist um ein Vielfaches höher als verträglich."