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Ortsgemeinderat Krähenberg: Milchaus-Umbau und Raser-Ausbremsung

Rat spricht außerdem über Raser : Krähenberger Milchhaus wird umgestaltet

Außerdem hat der Gemeinderat diskutiert, wie im Zuge der Fahrbahnerneuerung der Ortsdurchfahrt Raser gebremst werden sollen.

Das ehemalige Milchhaus in Krähenberg soll ein zentraler Punkt für die Bürger werden und zugleich ein Lagerstätte für gemeindliche Utensilien. Bauliche Umgestaltungsarbeiten sind dafür notwendig. Insbesondere müssen die undichten Stellen im Dach beseitigt werden. Weil es aber für die Nutzungsänderung einen Zuschuss geben soll und ein entsprechender Antrag noch nicht bei der Kommunalaufsicht in Pirmasens vorliegt, türmen sich vor dem Ortsbeigeordneten Walter Arzt und den Ratsmitgliedern momentan Probleme auf, wie in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung deutlich wurde.

„Entscheiden wir uns heute Abend, das ehemaligen Milchhäuschen einer neuen Nutzung zuzuführen und dafür Fördermittel zu beantragen, dann werde ich davon morgen die Sachbearbeiterin bei der Verwaltung unterrichten. Die wird dann persönlich den vorbereiteten Zuschussantrag zur Kreisverwaltung in Pirmasens bringen und die weiteren Schritte einleiten“, erklärte Arzt die Absprachen mit der Verwaltung. „Bekommen wir vor Winter das noch alles auf die Reihe“, wollte Ratsmitglied Konstantin Saalfrank wissen, und das nicht grundlos, denn das Ziegeldach des Milchhauses ist undicht und muss dringend repariert werden.

Wie aus den Diskussionsbeiträgen herauszuhören gewesen ist, hatte der zurückgetretene Ortsbürgermeister Thomas Martin dafür eigentlich die notwendige Vorarbeit geleistet. Ratsmitglied Jürgen Triem, selbst Architekt, vertrat dazu allerdings die Meinung, diese Kostenangebote seien „für die Tonne“, ohne dabei konkret zu werden.

Verständigen konnte sich das Gremium jedoch darauf, dass die undichten Stellen im Ziegeldach unbedingt behoben werden müssen. Saalfrank: „Machen wir nichts und belassen den augenblicklichen Zustand, dann sind Schäden am Gebälk nicht auszuschließen. Reparaturarbeiten müssen wir ausführen, und die sind ja der nachfolgenden Sanierung auf keinen Fall schädlich. Das würde ja zu den notwendigen Unterhaltungsarbeiten zählen!“

Beim dorfbildprägenden Milchhaus soll es einen öffentlichen Bücherschrank geben. Der zentrale Standort eignet sich zudem als Unterstellmöglichkeit für Fahrgäste der Linienbusse. Zur Lagerung von Arbeitsgeräten ist das ehemalige Milchhaus geeignet, mit dem sich ein bedeutsames Stück Dorfgeschichte verbindet.

An Geld für kleinere Reparaturarbeiten mangelt es nicht. Walter Arzt bestätigte auf entsprechende Nachfrage, dass im laufenden Haushalt allein für Reparaturarbeiten am Dach 3000 Euro vorgesehen sind. Grundsätzlich sprachen sich die Ratsmitglieder für die Sanierung aus. Die Vorlage des Förderantrags, bis zum Monatsende muss dieser gestellt sein, erklärte der Ortsbeigeordneter auf den Weg zu bringen. 

Das Thema „Fahrbahnerneuerung Ortsdurchfahrt“ war im Krähenberger Rat schon wiederholt ein Beratungspunkt. Abstimmungsgespräche, so hat unsere Zeitung noch vom früheren Ortsbürgermeister Thomas Martin erfahren, fanden schon früher statt. Seine Intention sei gewesen, die Arbeiten verschiedener Einrichtungsträger zu koordinieren, damit kein mehrfaches Öffnen und Schließen von Fahrbahn oder Gehwegen erfolgt. Fakt sei, so Martin, dass beispielsweise die Hauptwasserleitung innerhalb der Ortsdurchfahrt erneuert werden muss. „Bei der Gelegenheit müssen auch die Hausanschlüsse allesamt erneuert werden. Folglich bekommen wir offene Stellen im Bürgersteig. Die Pfalzwerke wollen die Stromversorgung ins Erdreich verlegen, zudem hat der Energieversorger vor, die 20-kV-Leitung zu verstärken. Auch das wird im Bereich der Gehwegflächen passieren. Im Klartext, bei den Aufbrüchen bleibt vom Bestand nichts übrig. Aber, die Firmen stellen die Gehsteigflächen insgesamt wieder her und weil es beim alten Belag bleibt, müssen die Anlieger dafür auch nichts zahlen!“

In diesem Sinne äußerte sich am Sitzungsabend auch der Vorhabenplaner Dipl.-Ing. Rainer Martin aus Ramstein-Miesenbach. Er erarbeitete einen Planentwurf zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Krähenberg, in welcher zugleich der barrierefreie Bushaltestelle-Ausbau vorgesehen ist. Rund 700 Meter ist die Ortsdurchfahrt lang. Dazu kerzengerade – langsam, darin waren sich alle Ratsmitglieder einig, wird die Straße nicht durchfahren. Maßnahmen zur Geschwindigkeitsbeschränkung standen deshalb bei der Diskussion an erster Stelle. Möglichkeiten zeigte Planer Martin auf. Ob das durch zusätzliche Bushaltepunkte oder Verschwenkungen im Bürgersteigbereich geschehen kann, soll sich aus den anstehenden Abstimmungsgesprächen mit dem Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern ergeben. Ziel der Räte ist jedenfalls, den fließenden Fahrzeugverkehr durch Krähenberg nachhaltig für die Dorfbewohner einzubremsen. Vor allem aus Richtung Wiesbach werden regelrecht ins Dorf gerast, so die Erkenntnis nicht allein von Saalfrank.

Der vom Planungsbüro Artec aus Ramstein-Miesenbach vorgelegte Entwurfsplan, der in kleinen Details modifiziert wurde, soll die Grundlage für die weiteren Abstimmungsgespräche sein.