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Ortsgemeinderat Bottenbach zum Grundschul-Streit mit VG Zweibrücken-Land

Grundschule Bottenbach werde gefährdet, wenn Steinhauser Kinder nach Hornbach gingen : Bottenbacher Rat beschließt Resolution für Grundschule

Protest gegen Bestrebungen der Nachbar-Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Groß- und Kleinsteinhauser Kinder künftig nach Hornbach zu schicken.

Für die Beibehaltung des Schulstandortes „Grundschule Bottenbach“ ziehen die Ortsgemeinde und die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land (als Schulträger), an allen Strängen. Der Ortsgemeinderat Bottenbach stimmte jetzt einstimmig der von Verbandsbürgermeisterin Silvia Seebach und Ortsbürgermeister Klaus Weber verfassten Resolution zu.

In Umlauf gebrachte Unwahrheiten und Unklarheiten, so meinen die Bottenbacher, sollten so klargestell werden. Weber unterstrich, dass die Verbandsbürgermeisterin sich bereits über Gebühr für die Sache stark gemacht hatte. Es gebe überhaupt keinen Grund, Schüler nach Hornbach abzuziehen, da alles für die Grundschule Bottenbach spreche, betonte Weber.

Er verwies dabei auf die Forderung des Schulträgerausschusses der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an den Verbandsbürgermeister, das Gastschulverhältnis der Kinder aus Klein- und Großsteinhausen an der Grundschule Bottenbach zu überprüfen. Die Verbandsgemeinde ist Träger der Grundschule und betrachtet mit Sorge diese Entwicklung, da sie auch Einfluss auf den Bestand der Schule und auf die Entwicklung der Ortsgemeinde hat.

Seebach sprach sich dafür aus, die Sache positiv zu beleuchten und sah keinen Grund, diese auf die Kostensituation abzuwälzen. Rückblickend verwies sie auf die Wichtigkeit, Grundschulen im ländlichen Raum entsprechend auszustatten, was in den zurückliegenden Jahren zwangsläufig einen entsprechend höheren Gastschülerbeitrag verursachte. Notwendige Maßnahmen seien heute fertig, die Kosten niedriger und deshalb sei es nicht nachvollziehbar, die Kinder aus Bottenbach abzuziehen. Für wesentlich besser hält Seebach es, sich gegenseitig zu stärken und Ziele im ländlichen Raum zu erreichen.

Anders als Bottenbach sei die Grundschule Hornbach nicht gefährdet und deshalb sah sie es als sinnvoll an, dass parallel in Bottenbach und Hornbach unterrichtet werde, so Seebach. Weber fügte hinzu, dass in den nächsten Jahren keine größeren Kosten in Bottenbach anfallen und die Hausmeisterstelle sogar von der Ortsgemeinde übernommen werde. Nach Abschluss der Sanierungen seien die Gastschülerkosten niedrig. Unberücksichtigt bleibe, dass es in der Schule Hornbach größerer Investitionen bedürfe, würden die Kinder aus Klein- und Großsteinhausen dort untergebracht.

Auf einen Hinweis aus der Ratsrunde hin bemerkte Seebach, dass nicht überempfindlich reagiert werde, da diese Sache immer wieder Thema sei. Deshalb erfordere es Transparenz, damit sich nicht alle zwei Jahre eine solche Diskussion ergebe. Seebach hält es für notwendig, bei der seit 30 Jahren existierenden Zweckvereinbarung neue Modalitäten auszuarbeiten. Auch in der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Pirmasens-Land soll sich für den Erhalt des Schulstandort Bottenbach stark gemacht werden. Da der Schulstandort Bottenbach nicht allein Eltern betreffe, sollten auch die Bürger wachgerüttelt werden – dies mit Blick auf über die Schultür hinweg gewachsene Gemeinschaften und Kulturen, damit diese nicht auseinanderfallen.

Gemeinderat und Bürger sieht Seebach gefordert, hinter den örtlichen Bestrebungen und damit hinter Weber zu stehen, da bei Beibehaltung der momentanen Situation es keine Nachteile für Bottenbach oder Hornbach gebe. Offene Briefe, Informationsschreiben, entworfen von der „Interessengemeinschaft Grundschule Bottenbach“ gehen an die Ratsmitglieder der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land und den Landkreis Südwestpfalz. In einem weiteren Schritt wird die Bevölkerung von Bottenbach, Großsteinhausen und Kleinsteinhausen objektiv informiert, um die Situation darzustellen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.