Bechhofen : Bechhofer Rat plant 26 neue Eigenheime

Der Ortsgemeinderat hat das Bebauungsplan-Verfahren „Am Neupeter Hof“ einen wichtigen Schritt voran gebracht.

Ein langes Abstimmungsprozedere gab es am Montagabend im Ortsgemeinderat Bechhofen vor großer Zuhörerkulisse zu den Anregungen und Bedenken für den neuen Bebauungsplan „Am Neupeter Hof“. Bei einer Gegenstimme wurde der Planentwurf zum Schaffen von 26 neuen Eigenheimen gebilligt. Einige Anregungen und Bedenken wurden bei der korrigierten Planfassung eingearbeitet. Ein notwendiges Regenrückhaltebecken kann außerhalb des Baugebietes angelegt werden. Damit wird die reine Baulandfläche größer.

Ortsbürgermeister Paul Sefrin umriss zunächst die notwendigen Verfahrensschritte, gab einen Überblick zum bisherigen Verfahrensstand und machte deutlich, wie dringend notwendig neues Bauland für das als Wohnort äußerst gefragte Bechhofen sei.

Mit dem im Baugesetzbuch ermöglichten Beschleunigungsverfahren unternehme die Ortsgemeinde den Versuch, schnellstmöglich zum Ziel zu kommen – einem rechtskräftigen Bebauungsplan. Auf 51 Seiten hatte das mit der Schaffung des Bebauungsplanes beauftragte Planungsbüro BBP (Bachtler, Böhme und Partner) aus Kaiserslautern alle Anregungen und Bedenken, die während der Offenlage eingegangen sind, aufgelistet abgewogen. Eine nützliche Hilfe für die Ratsmitglieder, welche die Abwägung Schritt für Schritt und in jedem Einzelfall vorzunehmen hatten. Raumplanerin Mara Noll vom Planungsbüro ist bei der zeitraubenden Abwägung federführend gewesen und für Ortsbürgermeister Sefrin war es ein gutes Zeichen, dass bei keiner Abwägung Gegenstimmen zu verzeichnen waren. „Jedes Ratsmitglied weiß, dass es mit dem Bebauungsplan um eine richtungsweisende Zukunftsentscheidung für den Ort geht“, so Sefrin im Anschluss an den Sitzungsverlauf zum Pfälzischen Merkur

26 Eigenheime sollen im Neubaugebiet „Am Neupeter Hof“ entstehen. Einen Erschließungspartner hat die Ortsgemeinde gleichfalls zur Seite: die Pfalzwerke. „Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Bürgermeister Sefrin.

Der Aufstellungsbeschluss hatte modifiziert werden, der Rat der neuen, räumlichen Gebietsabgrenzung ein weiteres Mal zustimmen müssen. Drei Grundstückseigentümer haben sich für eine Flächenabgabe entschlossen. Dies sei das erfreuliche Ergebnis aus einer Bürgeranhörung gewesen, welche die Ortsgemeinde extra wegen der Bedeutung der Sache und zur Transparenz der Ratsentscheidungen einberufen hatte, so Sefrin. Er sagte dem Merkur: „Das Wachsen ist für eine Ortschaft wie Bechhofen lebensnotwendig. Der demografische Wandel macht keineswegs vor unseren Ortstoren Halt. Deshalb sind wir als gewählte Bürgervertreter aufgerufen, alles zu tun, damit junge Familien aus dem Ort eine Möglichkeit haben, in der Heimatgemeinde zu blieben und hier zu bauen. Zugleich wollen wir auf keinen Fall gegen Bauwillige von außerhalb verschließen. Diesbezüglich gibt es ja in Bechhofen reichlich Erfahrung. Als Ortschaft mit bester Infrastruktur, einem Kindergarten und einem sehr aktiven Vereinsleben sind wir für Bürger aus der Region und dem saarländischen Nachbarland eine begehrte Ortschaft. Das haben wir bereits bei vorausgegangenen Baulanderschließungen festgestellt.“ Etwa beim zuletzt erschlossenen Gebiet Daumenbösch.

Bedenken von Anliegern aus dem vorletzten Baugebiet „Holzkopf Teil III“ gingen für das neue Plangeebiet „Am Neupeter Hof“ mehrfach ein. Das Oberflächenwasser aus dem Baugebiet und den angrenzenden Außengebieten sollte zunächst innerhalb des neuen Baugebietes gesammelt und dann gedrosselt abgeleitet werden. Sefrin: „Anlieger sahen darin eine Gefahr für Schnaken und andere Insektenbildung.“ Erfolgreich wurden deshalb Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern geführt. Dieser hat bereits Retentionsraum angelegt, für die am künftigen Baugebiet vorbeiführende Kreisstraße 65 in Richtung Lambsborn. Ortsbürgermeister Paul Sefrin: „Jetzt wird uns gestattet, das Oberflächenwasser aus dem Baugebiet und auch die Oberflächenwässer aus den angrenzenden Gebieten, die noch landwirtschaftlich genutzt werden, über die Anlage des Landkreises in den Lambsbach als Vorflut abzuschlagen. Damit haben wir die Bedenken der Anlieger vom Tisch und bekommen sogar noch einen weiteren Bauplatz.“

Rund 18 000 Quadratmeter groß wird die Fläche im neuen Baugebiet sein. Die reine Baufläche jedoch darf die im Gesetz vorgegebene Fläche von einem Hektar nicht übersteigen. Das Hoffen darauf, dass alle Grundstückseigentümer mit der Planung zufriedengestellt werden, ging leider nicht in Erfüllung. Es wird zu einem förmlichen Umlegungsverfahren kommen, wenn der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt. Als nächster Schritt folgen nun die erneute Auslegung und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange.