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Vereine: Orientierungsritt mit vielen Abenteuern

Vereine : Orientierungsritt mit vielen Abenteuern

Der Orientierungsritt in Reifenberg stellte die Reiter vor ungeahnte Aufgaben. Dennoch war er ein voller Erfolg mit neuem Teilnehmerrekord.

(cvw) Aufsteigende Flugzeuge an der Pottschütthöhe, Regenschauer, der die Antwortenzettel vernichtete, Irrungen und Wirrungen über die richtige Abzweigung – die 32 Teilnehmer an dem Orientierungsritt des Reitstalls Cheydahedo in Reifenberg hatten am Sonntag bei sonnigem „Aprilwetter“ einige Abenteuer zu bestehen. Glücklich wieder angelangt am Reitstall, bot der Trailparocours in der Reithalle noch einmal neue Herausforderungen. Hier galt es, eine mit wehenden Luftballons geschmückte Holzbrücke zu überqueren, sein Pferd im Stangen-L einmal rückwärts mit einem 90-Grad-Winkel einzuparken, mit einem aufgespannten Regenschirm in der Hand in einer kleinen, quadratischen Box um die eigenen Achse zu drehen, ohne die Begrenzungsstangen zu berühren und ein Tor zu öffnen, zu durchreiten und es wieder zu schließen.

Höhepunkt war Ballspielen mit dem großen Pezziball aus dem Sattel heraus. „Der kommt schon, mach dir keinen Stress, treib einfach weiter“, kommandierte Stephanie Mayer aus Knopp. Und richtig, Good Boy mit der 14-jährigen Tochter Franziska im Sattel, machte seinem Namen alle Ehre und schritt nach kurzem Zögern vertrauensvoll über die Brücke. Auch die Drehung mit dem Regenschirm bewältigte er auf Anhieb so, als habe das Paar sie 1000 mal zuvor trainiert. Teampartnerin Antonia Bley (10) aus Einöd, bewältigte ebenso souverän das Tor. Während des Ballspiels stand selbst die sonst einmal leicht exaltierte Ponystute Till‘s Taylina völlig unbeteiligt und gelassen. „Die Mädels haben das super gemacht“, lobte Katy Bley, die die Kinder im Gelände begleitet, sich jedoch aller Prüfungsaufgaben enthalten hatte.

„Wir haben uns verritten, deshalb sind wir auch galoppiert“, verriert das Trio. „Es war ganz schön anspruchsvoll“, stöhnte Martina Lauer. In einem Viererteam zu zwei Paaren hatten sie gemeinsame Kräfte aufgeboten, um die Strecke per Karte oder Luftbild zu identifizieren und den Weg zu finden. Da waren die 20 Fragen rund ums Pferd quer durch alle Disziplinen des Reitsports fast ein Kinderspiel. Auch den Lösungssatz hatte das Team aus Zweibrücken und von der RSG Berghof-Einöd gefunden: „Wer nie den Boden hat geküsst, der kein richtiger Reiter ist.“ Auch das Selfie mit Riesenteddy hoch zu Ross stellte manche Teilnehmer vor ungeahnte Herausforderungen. Den Sieg trugen in diesem Jahr die Reiter aus Thaleischweiler-Fröschen davon: Melanie Bauer siegte mit ihrer erst neunjährigen Tochter Linda als jüngster Teilnehmerin vor ihrer Schwester Nadine Würz mit Viola Auer. Dritter waren bei ihrem Paar-Debüt und erstmals mit Nachwuchspferd unterwegs, Sabine Schmitt und ihr Ehemann Christian aus Weselberg. Die beiden Islandpferde, Erna und Lilla, standen beim Ballwerfen so, als ob sie niemals etwas anderes täten. „So viele Reiter und Gruppen hatten wir noch nie“, freut sich Organisatorin Nadine Bold beim abschließenden Flammkuchenessen – Höhepunkt für viele. Für die Reiter ist nach dem Orientierungsritt zugleich vor dem Ritt. Viele treffen sich nächsten Sonntag in Kleinbundenbach und am 1. Oktober bei der Premiere des Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen wieder.