1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Premiere bei Festgottesdienst: Orgel sorgt für neue Hochstimmung

Premiere bei Festgottesdienst : Orgel sorgt für neue Hochstimmung

Einweihung während Festgottesdienstes am zweiten Adventssonntag im protestantischen Gotteshaus von Thaleischweiler-Fröschen.

Die Orgel als „Königin der Instrumente“ erklingt wieder im protestantischen Gotteshaus von Thaleischweiler-Fröschen. Bei einem Festgottesdienst am zweiten Adventsonntag weihte Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert die „Schiegnitz-Orgel“ ein, danach spielte der Orgelsachverständige Gero Kaleschke das erste Musikstück darauf.

Pfarrer Johannes Werle sprach in seiner Begrüßung von „einem besonderen Festtag“. Orgelbauer Andreas Schiegnitz gebe „das mit Herzblut geschaffene Werk“ heute sozusagen aus der Hand, so Werle, das nun wieder Sonntag für Sonntag zu Gottes Lob erklingen werde. Für die Dekanin ist die „Hochstimmung“ der neuen Orgel zu verdanken. Das Warten habe sich gelohnt. In ihrer Predigt unterstrich sie, dass Freude sich durch Singen und Musizieren ausdrücke. Religion und Musik seien eine Verbindung eingegangen. Kirchenmusik nannte sie bahnbrechend als Weg zu den Herzen der Menschen und als Wegbereiter zu Gott.

In der katholischen Kirche sei vor 14 Jahren eine neue Orgel eingeweiht worden, an diesem Sonntag ziehe die protestantische Kirche nach, erinnerte der Orgelsachverständige Gero Kaleschke. Nicht allein räumlich, sondern auch geistlich und menschlich seien sich die Kirchen nahe, betonte Pfarrer Manfred Leiner von der katholischen Kirche. Er erinnerte an die große Renovierung der protestantischen Kirche, während der die Gottesdienste der Protestanten in der katholischen Kirche abgehalten wurde. Die Kirche sei mit der heute eingeweihten Orgel fast wieder komplett, nur eine Beschallungsanlage fehle, merkte Leiner an, der sich bei einer künftigen Anschaffung als Berater gerne zur Verfügung stellen will.

Zum Weihnachtsfest habe die Kirchengemeinde die neue Orgel bekommen, was ein Grund zur Freude sei, äußerte sich Orts- und Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. Er verwies darauf, dass viele Bürger mit ihren Spenden zur Verwirklichung einen Beitrag leisteten. Die Orgel sei toll, meinte der ehemalige protestantische Pfarrer Andreas Brosch. Dank gebühre heute all denen, die in den 90er Jahren manche Mark für die Restaurierung der Orgel spendeten.

Für die Orgelerneuerung entstanden Kosten von 216 000 Euro. Zur Finanzierung trugen Zuwendungen der Landeskirche Pfalz, der Daniel-Theysohn-Stiftung, des ehemaligen Orgelbauvereins, des protestantischen Frauenkreises und des Fördervereins der Kirche, der Ortsgemeinde, der Kulturstiftung der Sparkasse Südwestpfalz und vieler weiterer Spender bei.

Orgelbauer Andreas Schiegnitz dankte für die große Gastfreundschaft und Hilfe in Thaleischweiler-Fröschen, was ihn motiviert habe, und schloss darin auch die wunderbare Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern in der Orgelbauwerkstatt in Albisheim mit ein.

Nach dem festlichen Gottesdienst, den Svenja Hinzmann mit Sologesang, Felix Blum an der Trompete und Bezirkskantor Maurice Croissant an der Orgel musikalisch umrahmten, konnte die Brüstungsorgel besichtigt und die von Wilfried Stein erstellte Festschrift erworben werden. Die Festschrift gibt einen detaillierten Einblick in die Geschichte der Stumm-Orgel aus dem Jahr 1787. Das mit zwei Manualen, 19 Klangregistern und 1000 Pfeifen ausgestattete Instrument ist die älteste Brüstungsorgel im Dekanat Pirmasens. Den krönende Abschluss bildete das Orgelkonzert mit Kirchenmusik-Hochschuldozent Gerhard Luchterhardt aus Heidelberg.

Gab es nach dem Festgottesdienst in Thaleischweiler-Fröschen im Gemeindesaal bereits eine reich gedeckte Kuchentafel, schenkte der Förderverein der Kirche nach dem Konzert Glühwein aus, was den Freudentag abrundete.