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Ohne Mobilität droht das Aus für den ländlichen Raum

Ohne Mobilität droht das Aus für den ländlichen Raum

Die Bevölkerung in Zweibrücken geht bis 2030 um sechs Prozent zurück, in der Südwestpfalz um zehn Prozent. Darauf müssen Politik und Gesellschaft reagieren. Bis zum 24. Juli beleuchtet der Merkur täglich verschiedene Aspekte.

In Hornbach konnte der Bevölkerungs-Rückggang in den vergangenen Jahren gestoppt werden. Das berichtet Stadtbürgermeister Reiner Hohn (FDP ). Lebten in der Klosterstadt Ende der sechziger Jahre noch rund 2000 Einwohner, sind es heute noch 1600. Als einen der Gründe für das Stoppen des negativen Trends sieht Hohn das Neubaugebiet Mühlacker. Vor allem aber sei es gelungen, die Infrastruktur zu erhalten und sogar auszubauen. "Die Grundversorgung ist gesichert", erklärt der Stadtbürgermeister.

Um auch künftig den ländlichen Raum für die prognostizierte demografische Entwicklung zu wappnen, müsse dringend die Mobilität verbessert werden. Sonst drohe eine Entvölkerung. Die Menschen seien bereit, weite Wege zur Arbeitsstelle in Kauf zu nehmen: "Sie wollen aber nicht eine Stunde im Stau stehen." Deshalb sei der vierspurige Ausbau der B 10 für die Region existenziell dringend notwendig.

Als eine große Chance sieht der FDP-Politiker die Integration der Flüchtlinge . Diese könnte den vorausgesagten Bevölkerungsrückgang und auch die zunehmende Überalterung umkehren. Voraussetzung hierfür sei aber, dass die Betroffenen vom ersten Tag an Sprachkurse angeboten bekommen und auch sofort in ihrer Wohngemeinde arbeiten dürfen. "Jetzt ist das leider noch von der Anerkennung abhängig", kritisiert Hohn. Wichtig sei es, die Flüchtlinge nicht allein zu lassen, sondern sofort in die Gemeinschaft zu integrieren. Hier lobt der Stadtbürgermeister das ehrenamtliche Engagement, ohne das in Hornbach kaum etwas zu stemmen sei. In der Stadt herrsche eine positive Grundstimmung. Die Menschen lebten gerne hier. Diese Stimmung, mit der die Zahl der Wegzüge minimiert werde, wirke sich auch positiv auf die demographische Entwicklung aus.

Eines der wichtigsten Projekte zur Steigerung der Attraktivität Hornbachs sei die Stadtsanierung. Im Zuge der Maßnahme sei auch ein Rückbau der Bundesstraße 423 zwischen dem heutigen Wasgau-Markt und dem Haus Grunewald vorgesehen. Dabei soll auch die Verlegung des Einmündungsbereiches Butterweg/Grabenstraße und das Umfeld der Hauptstraße 3 einbezogen werden. Seit Frühjahr wird am Kirschbacher Weg auf 10 000 Quadratmetern von MMC-Projekt Pirmasens ein neuer Wasgau-Markt gebaut. Die Verkaufsfläche von wird sich dann verdoppeln.

Ein weiterer Meilenstein zur Zukunftssicherung sei auch die geplante psychosomatische Klinik im Oberbeiwalderhof. Zudem will Hornbach gemeinsam mit seinen französischen und saarländischen Nachbarn im Rahmen von interkommunaler Zusammenarbeit den Tourismus weiter ausbauen.