Ohne Druck läuft nichts

Großbundenbach. In der Herbstzeit räumen Birgit und Hubert Schwarz einen Teil ihres Kellergeschosses im Eigenheim frei, schaffen Arbeitsfläche und Platz für ein Tässchen Kaffee, für einen Plausch und vielleicht auch mal für ein frisch gebackenes Stück Apfelkuchen

Großbundenbach. In der Herbstzeit räumen Birgit und Hubert Schwarz einen Teil ihres Kellergeschosses im Eigenheim frei, schaffen Arbeitsfläche und Platz für ein Tässchen Kaffee, für einen Plausch und vielleicht auch mal für ein frisch gebackenes Stück Apfelkuchen. In den letzten Septemberwochen und den ganz Oktober hin sind Birgit und Hubert Schwarz nämlich Erntehelfer der ganz besonderen Art. Aus Äpfeln, hie und da auch aus Birnen, gewinnen sie nämlich frischen Saft, der durch Pasteurisierung längere Zeit haltbar wird. Geselligkeit, wie sie gerade in einem Dorf früher in den Herbsttagen üblich war, kommt dabei nicht zu kurz.Süßlicher Geruch von frisch gepresstem Apfelsaft hängt im großen Raum, der sonst wohl als Garage dient. Birgit Schwarz hat Regale und Arbeitsgeräte mit Planen zugehängt, der Betonboden ist zudem ausgelegt. "Das mach ich nicht nur wegen der Obstspritzer, es soll auch etwas Atmosphäre entstehen, schließlich kommen viele Dorfbewohner zu uns und recht viele von ihnen wollen vom Anfang bis zur letzten Minute dabei sein." Dieses Dabeisein gilt dem Auspressen frischer Äpfel und manchmal auch Birnen, das nun im dritten Jahr in Großbundenbach möglich ist und immer mehr Zuspruch in der Bevölkerung findet. "Wir haben in unserem Ort schon immer viele Obstwiesen gehabt", sagt Bürgermeister Dieter Glahn. Der Beigeordnete Wolfgang Rapp meint, dass die Dorfmoderation nicht nur aus diesem Blickwinkel eine echte Bereicherung für die Gemeinschaft wurde: "Die Bürger finden wieder in Gesprächen zueinander, der Wert solcher Streuobstwiesen in unmittelbarer Dorfnähe rückt verstärkt ins Bewusstsein aller."

Günstige Hochstämme

Dieter Glahn verweist in diesem Zusammenhang auf ein Gemeindeangebot, dass in enger Zusammenarbeit mit der Landespflegebehörde bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz noch diesen Herbst möglich ist: "Alte Obstsorten sollen wieder verstärkt gepflanzt werden. Deshalb kann die Gemeinde das Angebot an die Dorfbewohner machen, Hochstämme kostengünstig zum Pflanzen zu bekommen. Interessierte können sich sofort bei mir melden!"Birgit und Hubert Schwarz arbeiten und hantieren derweil weiter an der Apfelpresse. Vier große Eimer Äpfel werden in den Trichter gekippt, unter dem eine Walze mit scharfen Messern angeordnet ist. Sind es gute saftige Äpfel, dann fließt schon beim Befüllen dieses Behältnisses der süßliche Saft. cos