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Corona in der Südwestpfalz: „Noch keine Entwarnung“

Corona in der Südwestpfalz : „Noch keine Entwarnung“

Derzeit gibt es 125 bestätigte Corona-Infektionen in der Südwestpfalz. Ein Infizierter lebt in einem Seniorenheim.

Ein neuer Corona-Fall ist am Montag im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Südwestpfalz, dem die Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie der Landkreis angehören, gemeldet worden. Obwohl die Fallzahl mit 125 Personen nicht arg hoch ist, will Landrätin Susanne Ganster noch nicht davon sprechen, dass die Ausbreitung sich verlangsamt.

„Wir können noch keine Entwarnung geben“, sagte Ganster mit Blick auf die bisher gemeldeten  Infizierten in der Region, die am Montag durch einen neuen Fall in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben auf 125 Personen stieg. Dies liege insbesondere daran, dass die Kapazitäten der Labore ausgelastet seien und die Testergebnisse längere Zeit auf sich warten ließen. Ziel sei es aber nach wie vor, den Anstieg auf möglichst geringen Niveau zu halten, so die Landrätin.

Ein Problem gab es am Sonntag mit der Erreichbarkeit der Hotline des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung, nachdem am Samstagabend ein Stromausfall das komplettes Kreishaus lahmgelegt hatte. So dauerte es am Samstag bis 10.50 Uhr, ehe die Mitarbeiter Anrufe von Personen, die Symptome entwickelten,  telefonisch  annehmen konnten.

Von den bisher positiv getesteten Fällen im Bereich des Gesundheitsamtes Südwestpfalz sind mittlerweile 24 Personen genesen. 205 Kontaktpersonen, die vorsorglich in häuslicher Quarantäne waren, haben diese wieder verlassen dürfen.

Neuigkeiten brachte Ganster aus der täglichen Sitzung des internen Krisenstabes mit. Dort wird derzeit über die Beschaffung und Verteilung von Schutzmaterial beraten. „Über 70 Arztpraxen haben sich schon bei uns gemeldet und gefragt, ob der Landkreis sie mit Material versorgen kann, weil sie über die Kassenärztliche Vereinigung oder den Bund nichts bekommen“, berichtete sie und unterstrich, dass der Landkreis gerne bereit ist zu helfen. Das Material bekommen die Praxen dann zum Selbstkostenpreis. Aber nicht nur Praxen stünde das Angebot zu, sondern auch den mobilen Pflegediensten, damit diese zur Überbrückung ihre Mitarbeiter schützen können. „Ein ganz wichtiges Ziel ist, ältere Menschen, die pflegebedürftig sind, zu schützen“, machte die Landrätin deutlich.

Auf Nachfrage informierte Ganster, dass es derzeit einen positiv getesteten Fall in einem Pflegeheim im Landkreis gebe und die Person noch nicht genesen sei. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Heinz-Ulrich Koch, habe sich umgehend mit dem Pflegeheim in Verbindung gesetzt und entsprechende Maßnahmen mit dem Heim und dem Personal besprochen. „Wichtig ist uns, in so einem sensiblen Bereich sofort aufzuklären“, meinte Ganster. Zudem sei in einer anderen Pflegeeinrichtung im Landkreis Personal am Coronavirus erkrankt.

Rückläufig sind die Zahlen von Kindern und Schülern im Landkreis Südwestpfalz, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Waren es zu Beginn der Maßnahmen, Mitte März,  noch 84 Kinder in 27 Einrichtungen besuchten in vergangenen Woche nur noch 76 Kinder 36 Einrichtungen.

Bei den Schülern wurden in der vergangenen Woche in zwölf Schulen insgesamt 18 Schüler betreut. In der vorangegangenen Woche waren es noch 20 Schüler in neun betreuenden Schulen.