Nichts zu meckern für Kommission

Die Landeskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“ blickt sich in Hornbach um und findet kaum Gründe zum Meckern. Das könnte ein gutes Zeichen für die bevorstehende Medaillenvergabe im November sein.

Zwei Orte aus der Südwestpfalz schafften den Sprung ins Landesfinale 2015 "Unser Dorf hat Zukunft". Maßweiler in der Hauptklasse war letzte Woche an der Reihe, jetzt blickte sich Referatsleiter für die Dorferneuerung im Innenministerium, Franz Kattler, mit seinem fünfköpfigen Juryteam in der Klosterstadt um. Kattler stellte zum Schluss fest: "Es hat trotz Dauerregen viel Spaß gemacht und mit Eurem Stadtbürgermeister habt Ihr einen starken Motor."

Dass der so Gelobte das im Raum der Abtskapelle im Hotel Kloster Hornbach nicht stehen lassen wollte, war klar. Hohn betonte, wie bei dem 90-minütigen Rundgang ohnehin, dass in einer Stadt mit leerer Kasse ohne Bürgerengagement überhaupt nichts gehe. Selbstredendes Beispiel für dieses Engagement war Ehrentraut Netolitzky. Sie zählte, wie auch Klaus Schwarz, Manfred Hofer oder Gerd Weiske zum großen Informantenteam der Stadt, das die Jury beim Rundgang begleitete und die entsprechenden Hintergrundinformationen gab. In einer überzeugend gestalteten Power-Point-Präsentation von Heinz Walter Roth konnten die Jurymitglieder noch im Trocknen das erahnen, was sie anschließend beim Rundgang gezeigt bekamen. Klaus Schwarz informierte über die Stadtgeschichte, Axel Mönch gewährte Einblick ins Privatmuseum zu Hieronymus Bock, der als "grüner Pfarrer" einst im historischen Pfarrhaus lebte, das jetzt Mönch als Domizil sein Eigen nennt. Die Blumenwiesen des französischen Mitbewohners wurden bewundert, die von Künstler Bern Janes geschaffene Götz-Stele sorgte für Erstaunen. Kritik Fehlanzeige, Hinweise und Ratschläge ja. So lobte Thomas Weyrich gleich zum Beginn die Internetseite der Stadt (von Rolf Behnke gestaltet), das Bemühen in Sachen erneuerbare Energien bei vielen Privaten und ermunterte die Stadtverantwortlichen, den Landkreis beim Breitband regelrecht zu knebeln. "Das muss her, sonst verpassen die Orte den Anschluss. 100 MB sind schon in wenigen Jahren nichts". Sabine Günther lobte das viele Grün im Ort, allein beim oberen Stadttor und dem Rathaus fehle dies. Für Rosa Vollmuth ist die bauliche Farbgestaltung von Hornbach passend, sie lobte die hohe architektonische Qualität, was in der nahen Vergangenheit Hornbach auf den Weg brachte. Hornbach in der Landschaft - diesen Part übernahm Jürgen Köstel vom Landesamt für Umwelt. Er meinte: "Ich merke gerade, dass ich nichts zu meckern habe."

Am 13. November wird Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Kaiserslautern die Sieger und Platzierten des Dorfwettbewerbs küren.