1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Neujahrsempfang Landkreis Südwestpfalz

Neujahrsempfang Landkreis Südwestpfalz : Gestärkt aus der Krise heraus

Vor mehreren 100 Gästen hat Landrätin Susanne Ganster beim Neujahrsempfang den Blick nach vorne gerichtet.

Was packt der Landkreis konkret in der Südwestpfalz in diesem Jahr an? Welche positiven Entwicklungen sollen vorangebracht werden? Auf diesen beiden Fragen lag der Schwerpunkt von Landrätin Susanne Ganster am Freitagabend beim Neujahrsempfang. Zunächst ging sie hierbei auf verschiedene Projekte, wie das Kreisentwicklungskonzept, das der Kreistag im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hatte, und auf die begleitenden Projekte zur Entwicklung in der Südwestpfalz ein. So ist eine Flächenanalyse für neue Gewerbegebiete erstellt worden, die den Orts- und Verbandsgemeinden als Planungsgrundlage dient.

Beim Tourismus wird laut Ganster eine gemeinsame Strategie der Verbandsgemeinden, des Landkreises und den beiden Städten Pirmasens und Zweibrücken ausgebaut. „Wir wollen uns mit der Pfalz-Touristik besser vermarkten und dabei unsere Stärken vor Ort besser bündeln“, nannte Ganster einen weiteren Prozess im Bereich Tourismus, der bereits angelaufen sei.

Die Ortsgemeinden nahm Ganster anschließend in den Blick, da zwei weitere Schlüsselprojekte des Kreisentwicklungskonzeptes hier betroffen sind. Beim Zukunfts-Check begleitet der Landkreis die Ortsgemeinden in deren Entwicklung und vermittelt Förderprogramme für Maßnahmen. Mit dem Innenentwicklungslotsen soll der Leerstand und die Umnutzung in den Ortskernen unterstützt werden. In den Fokus rücken hier neue Wohnformen durch Tiny-Häuser.

„Breitbandausbau in der Fläche heißt für uns, bereits jetzt schon Anschluss aller weiterführenden Schulen“, betonte Ganster. Die fehlenden 19 Grundschulen werden derzeit ans Netz angeschlossen. Für Bürger würde dies bedeuten, dass ein Versorgungsgrad von 84 Prozent mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erreicht sei. „Damit sind wir nicht nur Spitzenreiter unter den Landkreisen in der Westpfalz, sondern belegen sogar in Rheinland-Pfalz einen Spitzenplatz“, freute sie sich.

Sie sprach das Radwege-Konzept an, das gerade genauer beleuchtet wird. Damit will der Landkreis das Radwegenetz verbessern. Nachdem die Online-Befragung, an der sich rund 700 Bürger beteiligt hatten, beendet ist, folgen hier nun Mitmach-Veranstaltungen in den sieben Verbandsgemeinden. „Das erarbeitete Konzept wird im Herbst vorgestellt“, sagte Ganster.

Im sozialen Bereich soll es verstärkt Unterstützungsangebote für Senioren und Kinder geben. „Mit der Gemeindeschwester plus und bis Ende des Jahres acht Kita-Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern geben wir konkrete Hilfe im Alltag“, erklärte sie. In Sachen Klimaschutz werde die Kreisenergiegesellschaft nun vorrangig alle noch bebaubaren Dächer der kreiseigenen Gebäude mit Photovoltaik nutzen, sagte die Landrätin. Die machte deutlich, dass im Landkreis bereits schon jetzt mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werde, als vor Ort verbraucht wird. „Diesen Weg will ich konsequent weitergehen“, betonte sie.

Schon jetzt gelohnt hat sich die Einführung der mobilen Kat-Retter ins System der schnellen Hilfe bei drohender Lebensgefahr. 75 angenommene Erste-Hilfe-Einsätze bei einem lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Stillstand von ehrenamtlichen Kat-Rettern habe es in den ersten knapp sieben Monaten gegeben, sagte Ganster stolz. Durch die Hilfeleistung kann die kritische Zeit bis zum regulären Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt werden. „Und damit Leben gerettet“, unterstrich sie.

An diesen Beispielen werde deutlich, dass der Landkreis in den zentralen Bereichen Infrastruktur, Bildung und Soziales gerade in den vergangenen drei, vier Jahren vieles auf den Weg gebracht habe oder mit der Umsetzung begonnen worden sei, unter strich Ganster.

Sie verhehlte aber auch nicht, dass dies alles aber nicht nur durch Willen und Mut, Dinge zu verändern, möglich ist, sondern es brauche auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung und gute Mitarbeiter, die sie zum Glück bei der Kreisverwaltung habe. Die finanzielle Ausstattung sieht sie aber durch die Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleiches durch das Land noch geringer für den Landkreis ausfallen, als in den Vorjahren. Sie prognostizierte, dass für die Zukunft noch weniger Mittel vorgesehen sind. Gleichzeitig versprach sie dafür zu kämpfen, dass der Landkreis nicht weiter benachteiligt werde. Vielmehr will sie dafür sorgen, dass die vielen guten Ideen und nachhaltigen Entwicklungen in der Südwestpfalz umgesetzt werden können.

Die Landrätin nutzte den Empfang, um schon ein Jahr im Voraus auf die Kommunalwahlen hinzuweisen. Sie forderte die Bürger auf, sich zu engagieren, auch wenn sie wissen, dass Kommunalpolitiker neben Beleidigungen und Beschimpfungen auch in Einzelfällen sogar körperlich angegriffen werden.

Am Ende ihrer Rede ermunterte die Landrätin die Anwesenden, sich durch Krisen nicht entmutigen zulassen, sondern gestärkt daraus voranzugehen. „Wir haben in den letzten Jahren schon vieles im Landkreis angepackt und sind dabei konkrete Projekte umzusetzen, die unsere Region nach vorne bringen werden.“