Neujahrsempfang Großsteinhausen : Bernhard erneuert Kritik an Spitzer

Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt ärgert sich indes über das Finanzgebaren des Landes.

Das Bürgerengagenemt für den Ort, die Bevölkerung, das Gemeinwesen schlechthin  ist weiterhin ungebrochen groß im weiterhin aufstrebenden Dorf auf der Hackmesserseite. Beim Neujahrsempfang am Freitagabend im rustikalen Saal des Evangelischen Jugendheimes in Großsteinhausen stellte dies vor zahlreichen Gästen, darunter die Landtagsabgeordneten Christoph Gensch (CDU) und Steven Wink (FDP), der Kreisbeigeordnete Peter Spitzer und Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, Ortsbürgermeister Volker Schmitt fest, als dieser die Arbeit des verflossenen Jahres im Zeitraffer noch einmal Revue passieren ließ und auf die Herausforderungen des neuen Jahres näher einging. 

Den Empfang und die Anwesenheit der Landesparlamentarier nutzt der Ortsbürgermeister um sich Luft zu verschaffen, denn so wie die übergeordneten Behörden verfahren, wenn eine Ortschaft wie Großsteinhausen beispielsweise die Bürger nicht durch noch höher Steuerabgaben gerade bei der Grundsteuer mehr belasten würde, brachte Volker Schmitt fast in Rage. „Für die Bürger tut uns das leid, aber uns sind die Hände gebunden. Die Bescheide der Verwaltung kamen gerade zum rechten Zeitpunkt, nämlich heute am Tag des Neujahrsempfangs“, verkündete der Ortsbürgermeister zudem mit leichtem Sarkasmus.

Das Schaffen einer neuen Stelle für einen Gemeindearbeiter, die Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet, in welchem es fast keine frei verfügbare Bauplätze mehr gibt, und das Fortsetzen des Straßenausbauprogramms sind die Schwerpunkte zum Jahresrückblick gewesen. Themenschwerpunkt im Ort derzeit: Schnelles Internet per Glasfaser. Die Vorteile zeigte Volker Schmitt auf. Unverständnis zollte er dafür aber einmal mehr der Telekom. „Die hat bis zu den Verteilerkästen Glasfaser liegen, ist aber nicht bereit, den Ort zu erschließen. Lediglich ein Unternehmen, die UGG, ist bereit das zu ihren Bedingungen zu tun!“

Der Ortsbürgermeister zeichnete ein umfassendes Bild über die weitere Vorgehensweise und stellte fest, dass niemand gezwungen werden kann, sich Glasfaser ins Haus zu holen. „Die alten und schon vorhandenen Internetanschlüsse bleiben bestehen!“. Ortsbürgermeister Schmitt signalisierte die Bestrebungen, auch auf Großsteinhauser Gemarkung die Möglichkeit zum Bau einer Freiflächen-Solaranlage größeren Ausmaßes zu schaffen. Details würden derzeit zusammengetragen.

Fahrbahn Heidelbinger Tal. Das „außergewöhnliche Weihnachtsgeschenk“  für den Staatssekretär Andy Becht ist nicht einfach verpufft, wie Volker Schmitt unter lachender Zustimmung vieler Gäste berichten konnte. Über die Aktion berichtete der Pfälzische Merkur ausführlich. Jetzt werden Bodenproben genommen um den Straßenuntergrund zu erkunden. „Wir bleiben am Ball“, merkte der Großsteinhauser Ortsbürgermeister voller Tatendrang an.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard nutzte den Empfang, um noch einmal die konträr geführten Diskussionen um die Übernahme des gesamten Kindergartenpersonals bei acht von insgesamt neun Kindertagesstätten, die sich in Gemeindehand befinden aufzugreifen:  „Das ist durch die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister im Ehrenamt nicht mehr zu leisten!“ Wichtig ist Björn Bernhard nochmals gewesen, dass mit den Veränderungen auf keinen Fall den „Ortsgemeinden“ etwas weggenommen werden sollte. Auf die konträre Stellungnahme des zum Empfang anwesenden Kreisbeigeordneten Peter Spitzer in Sachen pädagogischer Führungskraft ging der Verbandsbürgermeister ganz speziell ein. „Kein Personalbedarf mehr nach der Gruppe sondern ganz spezielle Bereitstellung nach Kinderzahl. In Rheinland-Pfalz fehlen 16 000 Erzieher. Da ist es spannend, wie das weitergeht!“ Erzieherinnen für eine befristete Beschäftigung zu finden, sei nahezu unmöglich. Was die pädagogische Weiterbildung angeht, meinte Bernhard: „Wir hatten unsere Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit und von dir Peter hätte ich mir gewünscht, dass Du als Verantwortlicher des Landkreis die positiven Erkenntnissen für die übrigen Verbandsgemeinden verwendest!“

Auf die eigenen Bemühungen der Digitalisierung der Verwaltung ging der Verbandsbürgermeister sehr detailliert ein und stellte dazu fest: „Bis Ende des Jahres 2022 sollten 575 Verwaltungsakte online funktionieren, ich glaube, nicht mal eine Handvoll tut das tatsächlich. Wir haben als Verwaltung jedoch unsere Hausaufgaben gemacht. Infrastruktur und Hardware stehen zur Verfügung. Wir stellten Personal ein, doch die Leistungen von Bund und Land lassen im Augenblick noch zu wünschen übrig.“