Großsteinhausen Fast zwei Dutzend neue Bauplätze

Großsteinhausen · Der Großsteinhauser Rat will Platz für Familien und Handwerksbetriebe schaffen.

 Am Ortsende von Großsteinhausen in Richtung Kleinsteinhausen/Bottenbach soll linksseitig ein neues Baugebiet entstehen.

Am Ortsende von Großsteinhausen in Richtung Kleinsteinhausen/Bottenbach soll linksseitig ein neues Baugebiet entstehen.

Foto: Norbert Schwarz

Junge Familien führen sich in Großsteinhausen wohl, Neubürger integrieren sich auf Anhieb. Wegen aktiver Dorfgemeinschaft und einem ausgezeichneten Kindergarten hat die Ortschaft einen glänzenden Ruf, weit über die Region hinaus. Doch neues Bauland ist knapp, das wollen jetzt die Ratsmitglieder ändern. Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft letzten Donnerstag wurden die Weichen gestellt. Neben der Zustimmung zum neuen Doppeletat für die Haushaltsjahre 2020/2021 war das Ausweisen eines neuen Baugebietes Kernthema.

„Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten intensiv mit der Frage nach Schaffen von neuem Bauland befasst, Corona hat das alles für eine Zeit lang erschwert, doch jetzt können wir das Projekt mit aller Kraft angehen“, sagte Ortsbürgermeister Volker Schmitt. Die auftretenden Probleme, noch am gleichen Sitzungsabend angesprochen, könnten umschifft und gemeistert werden. Ortsbürgermeister Schmitt: „Wir sind auf gutem Weg, Gespräche mit den Grundstückseigentümern im fraglichen Baugebiet sind geführt, in der offengelegten Interessensliste für einen Bauplatz haben sich bereits ausreichend ‚Bewerber gemeldet, mit denen die Baulandnachfrage in Großsteinhausen belegt werden kann.“

Selbst einen Erschließungsträger hat die Ortsgemeinde bereits am Haken. Wer sich als solcher zusammen mit den Verbandsgemeindewerken von Zweibrücken-Land engagieren will, ist allerdings noch kein Thema für die Öffentlichkeit gewesen. Südhanglage wird auch dieses Baugebiet bekommen, das möglicherweise eine Anbindung über die in Richtung Kleinsteinhausen verlaufende L 478 bekommt.

Gesprächsbedarf dafür gibt es jedoch noch mit dem Landesbetrieb Mobilität, Volker Schmitt geht davon aus, dass diese erfolgreich abgeschlossen werden können. „Es wird nich einfach sein, aber da sind wir, mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit, guter Dinge.“ Aus Richtung Kleinsteinhausen/Bottenbach kommend, käme das neue Wohngebiet linkerhand der Landstraße am Hang zu liegen. Nach den vorläufigen Überlegungen könnte es fast zwei Dutzend Bauplätze geben. „In dieser Frage sind wir flexibel. Für mich persönlich wäre es sehr sinnvoll, wenn wir von der Landstraße her ein kleines Gewerbegebiet miterschließen könnten. Ein Blick auf die finanzielle Entwicklung unserer Ortschaft macht deutlich. dass wir dem handwerklichen Mittelstand diese Chance bieten sollten, denn mit den Gewerbesteuereinnahmen konnten wir in den letzten Jahren immer wieder unsre Finanzmisere trotz größter Sparsamkeit meistern und zufriedenstellend manche Projekte angehen“, so Ortsbürgermeister Schmitt bei seinen allgemeinen Erläuterungen.

Derzeit laufen Gespräche wegen der Oberflächenentwässerung. Mit einem Grünstreifen, darin waren sich die Ratsmitglieder einig, könnten immissionstechnische Belange gemeistert werden. Nicht ganz zufrieden mit der Gebietsabgrenzung ist der Ortsbeigeordnete Landwirt Berthold Lauer gewesen. Der machte klar, dass der vorhandene Wirtschaftsweg bis zur markanten Feldwegekreuzung nicht Bestandteil des Bebauungsplanes werden darf. Im Zustimmungsbeschluss zum vorgelegten Entwurf des Bebauungsplanes, welchen das Ingenieurbüro Horst Wonka aus Nünschweiler erarbeitete, wurde deshalb auch ein entsprechender Hinweis aufgenommen.

Ein erhebliches Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen und ein steigendes Aufkommen beim Anteil an der Einkommensteuer führten dazu, dass Großsteinhausen finanzielle Löcher im Etat in den Vorjahren und auch letztes Jahr stopfen konnte. „Wir wissen aus Erfahrung, dass das mit der Gewerbesteuer nicht auf Dauer Bestand hat. Trotzdem ist es gut, wie wir an den Einnahmen feststellen müssen, wenn wir dem Mittelstand auch die Möglichkeit geben sich in Großsteinhausen zu entwickeln“, stellte Ortsbürgermeister Schmitt bei den Haushaltsberatungen nochmals fest und begründete rückblickend die Absicht, entsprechende Gewerbeflächen auszuweisen.

Die Kindertagesstätte soll einen neuen Fußboden bekommen, als Investitionen sind dafür 25 000 Euro im Plan vorgesehen. Beschaffen will die Gemeinde zudem einen kleinen Traktor, damit die Mäharbeiten flotter erledigt werden können. 10 000 Euro wurde bereitgestellt. Haushaltssatzung und -plan für die Jahre 2020/2021 nahmen die Ratsmitglieder ohne nochmalige Diskussionen einstimmig an.

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