1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Neue Formen des Zusammenlebens auf Weg bringen

Neue Formen des Zusammenlebens auf Weg bringen

Der demografische Wandel bringt für die Menschen in der Region viele Veränderungen und stellt nicht nur die Gesellschaft, sondern jeden Einzelnen uns vor wichtige Fragen: Wie wollen wir beispielsweise im Alter leben?

Ein gutes Leben im Alter erfordert gerade beim Wohnen viel Kreativität und eine enge Zusammenarbeit zwischen kommunalen Entscheidungsträgern und den Sozialdiensten. "Wir brauchen Ideen und Initiativen für die neuen Formen des Zusammenlebens", sagt die Dellfelder Ortsbürgermeisterin Doris Schindler. Deshalb sei angedacht, in der alten Schule in der Ortsmitte eine Seniorenresidenz zu schaffen.

Mit einer solchen Einrichtung soll älteren Menschen ermöglicht werden, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld ein glückliches Leben führen zu können. Das ins Auge gefasste Projekt ist angelehnt an die Initiative "Gut leben im Alter" die von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer entwickelt wurde. Dabei sollen in jeder Kommune des Landes gemeinschaftliche Projekte entstehen, in denen Menschen jeden Alters zusammenleben können. Oberstes Ziel müsse es sein, dass ältere und pflegebedürftige Personen weiterhin selbstbestimmt leben können, ohne dabei allein zu sein. Gerade im ländlichen Raum, mit vielen leerstehenden Immobilien und gegenüber den Städten mit intakteren sozialen Strukturen, könne diese Vision Wirklichkeit werden.

In Dellfeld könnte ein Tagestreff für die Senioren entstehen, bei dem die Besucher auch ein Mittagessen serviert bekommen. Schindler will als Erstes mit dem Landkreis und der Mainzer Landesregierung über Fördermöglichkeiten sprechen. Auch müsse noch ein Träger für ein solches Vorhaben gefunden werden. Die alte Schule würde sich jedenfalls bestens dafür eignen, zumal diese nur noch als Jugendraum und von der Kreismusikschule genutzt werde.

Der erste Stock des Gebäudes wurde 1843 gebaut. 1874 wurde ein Obergeschoss daraufgesetzt. Das Haus ist ein spätklassizistischer roter Sandsteinbau mit einem umlaufenden Dachsims. Nach dem Neubau der Schule diente das Haus bis 1972 als Bürgermeisteramt. Seitdem wurde es von Vereinen und einer logopädischen Praxis genutzt.