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Neubaugebiet erhält nur langsames DSL

Neubaugebiet erhält nur langsames DSL

Zweibrücken. Große Dateien sekundenschnell versenden, Filme ohne ruckeln via Internet anschauen - das wollte die Deutsche Telekom für Mittelbach-Hengstbach vor einem Jahr möglich machen. Am 21. August wurde dazu ein "Outdoor-Slam" am Ortseingang von Mittelbach eingerichtet

 Da Neubaugebiet "Auf Äckerchen" erhält laut Telekom statt des erhofften DSL 16 000 maximal nur das wesentlich langsamere DSL 3000 - und dürfte deshalb schwerer zu vermarkten sein. Foto: dpa
Da Neubaugebiet "Auf Äckerchen" erhält laut Telekom statt des erhofften DSL 16 000 maximal nur das wesentlich langsamere DSL 3000 - und dürfte deshalb schwerer zu vermarkten sein. Foto: dpa

Zweibrücken. Große Dateien sekundenschnell versenden, Filme ohne ruckeln via Internet anschauen - das wollte die Deutsche Telekom für Mittelbach-Hengstbach vor einem Jahr möglich machen. Am 21. August wurde dazu ein "Outdoor-Slam" am Ortseingang von Mittelbach eingerichtet. Je näher die Häuser daran liegen, desto besser sollte die Internetqualität sein, versprach die Telekom damals. Doch bereits kurz nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren, beschwerten sich die Anwohner, bei ihnen sei das Netz langsamer als versprochen oder es funktioniere gar nicht. Im November hatte Ortsvorsteher Kurt Dettweiler (Foto: pma) ebenfalls Kritik an der Telekom geäußert, weil es in Hengstbach an der blitzschnellen Internetverbindung haperte. "Unser Wunsch war es, in beiden Orten DSL 16 000 zur Verfügung zu stellen. Doch das hat leider nicht geklappt", räumt Dettweiler jetzt auf Merkur-Nachfrage ein und ergänzt: "Natürlich ist das schade, aber trotzdem sind die Bürger erst mal zufrieden, dass überhaupt jeder Internet hat beziehungsweise, dass es etwas schneller geworden ist." Nach wie vor würde der obere Bereich von Hengstbach nur mit DSL 2000 bis 3000 versorgt: "Die Kabel geben einfach nicht mehr her." Dennoch sei gut, dass sich überhaupt etwas getan hat. "Andere Orte wären sehr dankbar für eine solche Versorgung", so Dettweiler. Die Stadt Zweibrücken zahlt der Telekom Zuschüsse für die Anbindung von Vororten. Auch beim Neubaugebiet "Auf Äckerchen" mit seinen 50 Bauplätzen, das 2011 entstehen soll, verspricht Dettweiler sich noch weitere Verbesserungen. Es müssten sich genügend Bauherren finden, die schnelles Internet möchten, dann wäre eine Erweiterung durch die Telekom denkbar, sagt Dettweiler. Das sieht Telekom-Sprecher André Hofmann anders - für so wenige Bauplätze wären die Kosten für eine Erweiterung viel zu hoch: "Ich gehe nicht davon aus, dass die Telekom dort in näherer Zukunft etwas verbessert. Wir können das Neubaugebiet zwar auch an den Mittelbacher Outdoor-Slam anschließen, aber mehr als DSL 3000 ist in diesem Bereich nicht zu erwarten."Wesentlich härter als Dettweiler geht nach wie vor die Bürgerinitiative Mittelbach-Hengstbach mit der Telekom ins Gericht. Aus Frust über das Telekom-Chaos beim Netzausbau vor einem Jahr gegründet, sind verärgerte Mittel- und Hengstbacher auch heute noch unzufrieden. Etwa das frühere Gründungsmitglied Annemarie Selke. Sie poltert: "Uns wurde DSL 16 000 versprochen! Denen, die weit von dem Outdoor-Slam wegwohnen, hat man auch noch bis DSL 10 000 zugesagt. Wir hatten höchstens DSL 3000. Erklärt wurde uns das natürlich erst Wochen, nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten!" Annemarie Selke, ihr Bruder Thorsten und viele andere Hengstbacher seien vor einiger Zeit deshalb zu Kabel Deutschland gewechselt.