1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Nächster Solarpark an A8 bei Contwig geplant

An der A8 bei Contwig : Nächster Solarpark geplant

Eine Fläche von neun Hektar will der Investor Juwi auf Contwiger Gemarkung erschließen.

In Nähe der A8 könnte oberhalb von Contwig ein nächster Solarpark entstehen. Zur jüngsten Ratssitzung hatte Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette Vertreter der Firma JUWI eingeladen. Zino Barbieri und Helmut Bös hatten konkrete Zielvorstellungen mit im Reisegepäck. Eine Fläche von neun Hektar nahe des Truppacher Hofes würde sich dafür bestens eignen, meinten sie. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard begrüßt diese Entwicklung, will aber Kräfte bündeln und für Bürger verbilligten Sonnenstrom. 

Das Projektentwicklungsunternehmen für Anlagen der Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen (Windkraft und Solar) aus dem nordpfälzischen Wörrstadt, inzwischen eine 100-prozentige Tochter der MVV-Energie AG (Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft), fühlte bei den Contwiger Verantwortlichen vor um auszuloten, wie dort ein weiterer Solarpark entlang der Autobahn angenommen wird. Zur Erinnerung für den Leser, der Walshauser Solarpark „Am Köpfchen“ liegt nur unweit entfernt, dort aber noch mehr gen Süden und damit dem natürlich erwünschten   entsprechenden Sonneneinfall ausgesetzt. Für  den Solarpark in Walshausen gibt es allerdings auch noch Flächen, die auf der nördlichen Autobahnseite des erwähnten Verkehrsweges liegen.

Im Gegensatz zu den Juwi-Absichten bei Contwig befindet sich das Rechtssetzungsverfahren für ein Solargebiet auf Walshauser Gemarkung schon in der Mache. Dort fasste vor längerer Zeit der Ortsgemeinderat bereits den Aufstellungsbeschluss und Walshausens Ortsbürgermeister Gunther Veith konnte auch unlängst die Zustimmung zur Bürgeranhörung wie die der Träger öffentlicher Belange auf den Weg bringen.

Übrigens, in Walshausen gibt es noch einen weiteren Investor für einen zweiten Solarpark, die Entwicklungsstufe dort ist allerdings noch nicht so weit, wie die beim künftigen Solarpark nur einen Steinwurf weit vom künftigen Amazon-Zentrum entfernt.

10 Millionen kWh Strom ließen sich mit dem Solarpark bei Contwig jährlich einspeisen. Das Einsparen von 6484 Tonnen CO2 würde als effektiver Klimaschutzbeitrag geleistet werden und in der Gemeindekasse von Contwig würde es zusätzlich „klingeln“. Aufgrund der Bestimmungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, mit den bekannten drei Buchstaben EEG abgekürzt, würden jährlich weitere 20 000 Euro in die Kassenschatulle der Ortsgemeinde fließen. 

Aus den Vorgesprächen des möglichen Investors konnte sogar jetzt schon eine Einspeisungsstelle genannt werden, die nicht einmal einen Kilometer vom möglichen Solarpark entfernt liegen würde. Welche Hürden noch bis zu einem Bau zu überwinden wären, blieb auch kein Geheimnis. So muss die Planungsgemeinschaft Westpfalz ein gehöriges Wort mitreden, denn wie auch schon bei Walshausen muss für Contwig ein Zielabweichungsverfahren eingeleitet werden. Der Grund: Die Solarparkfläche ist nach dem Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land für eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. 

Nadine Brinette und der Rat standen am Sitzungsabend einem solchen Vorhaben gerade unter den gegenwärtigen Vorzeichen alles andere als ablehnend gegenüber. Aber es war nur eine Information. Wie es weitergehen kann, soll möglicherweise noch in einer weiteren Sitzung im Dezember ausgelotet und erörtert werden.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard sieht die Solarparkentwicklung auf Gebietsflächen verschiedener Ortsgemeinden in der Verwaltungseinheit gleichfalls dem Grundsatz nach positiv. Vorausblickend hatte er bei einer Dienstbesprechung mit den Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeistern auch schon dafür gesorgt, dass es zur Thematik weitere Hintergrundinformationen gab. Björn Bernhard: „Es sind ja nicht nur Bereiche entlang der Autobahn, weil dem Gesetz nach solche Flächen bevorzugt werden sollen. Ich weiß auch von Absicht im Hornbachtal, wo solche Parks unter Umständen stehen könnten. Mein Ziel ist es deshalb irgendwie die Möglichkeit zu schaffen, dass auch die Bürger aus unserer Verbandsgemeinde von dem zu verteilenden Kuchen etwas abbekommen und vielleicht die Möglichkeit haben, billigeren Strom beziehen zu können.“ Denkmodelle dafür würden erarbeitet, die eigene Energiegesellschaft der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land soll dabei eine Rolle spielen.

Offene Gespräche sollen mit allen Investoren geführt werden. Das zumindest schwebt dem Verbandsbürgermeister vor. Alle mit ins Boot holen bei dieser Sache, auch die Energiegesellschaft des Landkreises Südwestpfalz, das ist das Credo von Björn Bernhard. Nicht jede Ortsgemeinde sei finanziell so ausgestattet, dass sie sich vielleicht zum Bürgervorteil an einem Park beteiligen könnte, aber dafür könnte unter Umständen die eigene GEE mbH der Verbandsgemeinde eintreten, damit die Bürger kostengünstigeren Strom für den eigenen Haushalt beziehen könnten.