Musik ist sein zweites Leben

Martinshöhe. "Länger als e Stündche kenne mer uns net unnerhalle. Ich muss in die Kerch, die Orjel schbiele . . ." Ruprecht Schmidt aus Martinshöhe ist Vollblutmusiker. Begnadet dazu, denn alle Fähigkeiten die der Trompeter, Akkordeon-, Klavier- und Orgelspieler vorzuweisen kann, brachte er sich selbst bei

Martinshöhe. "Länger als e Stündche kenne mer uns net unnerhalle. Ich muss in die Kerch, die Orjel schbiele . . ." Ruprecht Schmidt aus Martinshöhe ist Vollblutmusiker. Begnadet dazu, denn alle Fähigkeiten die der Trompeter, Akkordeon-, Klavier- und Orgelspieler vorzuweisen kann, brachte er sich selbst bei. Musikkomposition tragen gleichfalls seinen Namen und werden auch von anderen Musikern gespielt, beispielsweise der Zweibrücker Stadtkapelle.Musik erhalte ihn ganz nebenbei jung, verrät der 76-Jährige, der als Zehnjähriger erste Erfahrungen mit einem Akkordeon sammelte. Da war Vater Arthur im Krieg. Für die Mutter war es in den Kriegsjahren schwer, die fünfköpfige Rasselbande stets zu zähmen und so kam es, dass Ruprecht irgendwann mit Bruder Leo im elterlichen Schlafzimmer stöberte und Bekanntschaft mit dem Akkordeon schlossen. Dieser Tag sei sowas wie eine Initialzündung für ihn gewesen, erinnert sich der Martinshöher, der den Handwerksberuf Gipser erlernte, eigentlich aber viel lieber Profimusiker geworden wäre. "Dafür fehlte uns aber jegliches Geld, meine Eltern konnten mir keine musikalische Ausbildung finanzieren, doch weil Musik für mich alles war, brachte ich es mir eben selbst bei", stellt der ausgebildete Chorleiter fest.

Als Vater Arthur Schmidt aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte und von der Leidenschaft seines Sohnes erfuhr, förderte er diesen, so gut es ging. Der Filius dankte es: Noch als Schüler und später als Gipserlehrling trug Ruprecht Schmidt zum Familienunterhalt bei und spielte zum Empfang auf, wenn Kriegsgefangene heimkehrten oder Hochzeiten gefeiert wurden.

Bei der Gründung der ersten Kapelle nach Kriegsende 1961 war Ruprecht Schmidt erster Dirigent und Gründungsmitglied. Viele junge Burschen und junge Mädchen bildete Schmidt in den 25 Jahren seines Dirigenten-Wirkens aus. Die Ehrenmitgliedschaft beim Musikverein "Sankt Martinus" hat noch immer einen hohen Stellenwert für ihn. Den Männergesangverein hob er 1986 mit aus der Taufe. Der Kirchenmusik hat sich Schmidt gleichfalls mit Haut und Haaren verschrieben. Für eine 40-jährige Leitung des Kirchenchores Knopp-Labach zeichnete ihn Pfarrer Erich Schmitt jetzt aus, das Amt des Organisten versieht der Martinshöher bis heute.

Ruprecht Schmidts Leidenschaft wurde weitervererbt: Seine erwachsene Tochter Christine ist ebenso musikalisch wie Enkelkind Laura. "Mit Musik den Menschen Freude zu machen, das ist doch ein Geschenk Gottes und dafür bin ich einfach dankbar", sagt er 67-Jährige begeistert und Ehefrau Christa stimmt zu.