Sammelaktion in Dellfeld : Wilder Müll in roten Säcken

20 Freiwillige haben auf Initiative der SPD in Dellfeld Abfall eingesammelt.

Der Dellfelder SPD-Ortsverein hatte die Idee einer Müllsammelaktion auch in der Corona-Zeit. Die Vereinsvorsitzende Yvonne Sarther wollte jedoch den Unrat nicht einfach in die üblichen Müllsäcke verbannen. Weil die Helfer so zahlreich der Umweltputzidee des SPD-Ortsvereins folgten, forschte Yvonne Sarther so lange, bis sie rote Säcke fand. 

„Des mit denne rode Müllsägg ist doch werklich e gudi Idee gewess, orre?“ Ja, im Müllberg, der schon während der Sammelaktion am Wochenende von Stunde zu Stunde wuchs, waren die knallroten Säcke, allesamt prallvoll mit jeglichem denkbaren Unrat, ein Hingucker gewesen.

Die Sammelaktionen seien im Ort ja nicht jetzt aktuell, verwunderlich sei es dennoch, dass noch immer die Natur, der unmittelbare Lebensraum der Bürger des Ortes Dellfeld, dermaßen belastet wird, überlegte Ortsbürgermeisterin Doris Schindler. „Wir tun so viel neben den Sammelaktionen.“ Die Ortsbürgermeisterin nahm die Feststellung, dass beispielsweise beim Radweg in Falkenbusch vom Bahnübergang aus in Richtung Stambach-Bahnübergang Wahlbacherhof soviel Hundekot als Hinterlassenschaft den Wegesrand regelrecht säumte zum Anlass, in der Ratssitzung vom Dienstagabend erneut an die Hundehalter zu appellieren, sich mehr an die Ordnung zu halten und das Angebot der Ortsgemeinde mit den aufgestellten Hundetoiletten doch bitteschön nutzen. „An diesem Weg spielen auch viele Kinder, da muss es doch erst recht nicht sein, dass die Hinterlassenschaften der Vierbeiner einfach liegen bleiben. Sind uns denn die Kinder nicht mehr wert?“ fragt die Ortsbürgermeisterin und wünscht sich zusammen mit den Mitgliedern des Ortsgemeinderates, dass hier eine spürbare Besserung eintritt.

Die Sammelaktion selbst begrüßt Doris Schindler natürlich sehr. Der SPD-Ortsverein habe es sich schon immer in Dellfeld zur Aufgabe gemacht, mehr als nur für die kommunalpolitische Arbeit am Ratstisch einzutreten und mit sauberen Kinderspielplätzen, Wegen und Straßenrainen würde ja auch ein Beitrag zum Wohnwert des Ortes geleistet, so die Ortsbürgermeisterin. 

Das sei auch gezielte Absicht gewesen, stellt die vor einem Jahr frisch ins Ehrenamt als Vorsitzenden gewählte Yvonne Sarther fest. Letztes Frühjahr sei es auch zu einer solche Müllsammelaktion gekommen. Damals aber noch unter weniger belastenden Corona-Bedingungen. „Die sind diesmal eine Herausforderung gewesen und verlangten zusätzliche Organisationsarbeit“, erklärt Yvonne Sarther, die zusammen mit dem Contwiger David Betz an der Spitze des SPD-Gemeindeverbandes steht.

Zunächst erging die Einladung an Freizeitmüllsammler im Ort. 15 meldeten sich spontan, rund 20 nahmen an der Säuberungsaktion am Samstag insgesamt teil. Weil das Sammeln in Gemeinschaft, wie letztes Frühjahr noch organisiert, nicht möglich gewesen ist, bekam jeder Teilnehmer einen Sammelplatz zugewiesen, exakt mit Angaben zu Strecke, Karte und notwendigen Details. Christina Huber als stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende leistete dabei gleichfalls viel Vorarbeit.

Für die Zeit ab 10 Uhr lief der Sammelcountdown. Mit dem eigenen Pkw sammelte Yvonne Sarther dann rote Säcke und anderen Unrat ein. Zahlreiche alte Autoreifen, Teile von Gartenzäunen, Teppiche, gar der Rest eines Terrariums wurde aufgeklaubt. Das Bürgerhaus ist dann zentraler Sammelpunkt gewesen. Von dort war man letztes Jahr zum Müllsammeln allgemein ausgeschwärmt, erzählt Yvonne Sarther rückblickend und bedauert jetzt, dass diesmal nicht die Aktion gemütlich ausklingen konnte wegen der Corona-Pandemie. Doch das soll, wenn alles mal wieder machbar ist, nachgeholt werden, als kleines Dankeschön.