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Kulturförderverein Althornbach: Mitreißendes Neujahrskonzert von Blech Pur

Kulturförderverein Althornbach : Mitreißendes Neujahrskonzert von Blech Pur

Schmissig und grandios begann das kulturelle Jahr in Althornbach mit dem Konzert der Westpfläzer Band „Blech Pur“. Besonders Sängerin Evelyn Heil sorgte mit ihrer voluminösen „Röhre“ für Gänsehaut pur.

Wieder einmal hatte der Kulturförderverein Althornbach den richtigen Riecher, als er „Blech Pur“ für das Neujahrskonzert im Dorfgemeinschaftshaus verpflichtete. Von Anfang an sorgten die zehn Westpfläzer Musikerinnen und Musiker um Bandgründer Bernd Jörg für beste Stimmung. Bei dem „What a wonderful Medley“ aus bekannten Titeln wie „What a wonderful world“ oder „Hallo dolly“ ging den Zuhörern das Herz auf. Zu den Höhepunkten der Band gehörte unter anderem die „Bohemian Rhapsody“ von Freddie Mercury und der Gruppe Queen.

„Sinnlose Texte, die jeder Zuhörer für sich deuten kann“, zitierte Moderator Bernd Jörg den berühmten Song-Schreiber. Gefühlvoll und großartig intoniert, brachten die Trompeter, Posaunisten, Horn- und Tubaspieler ihre Instrumente regelrecht zum Singen, von leise und zart – eine enorme Kunst für Blechblasorchester – bis zum gewaltig gesteigerten, lautstarken Finale.

Ähnlich vielfältig im Klang, interpretierte die Band die amerikanischen Titel „New York“ und – klasse arrangiert mit zahlreichen Soli – „When the Saints“. Da klatschte das begeisterte Publikum längst mit.

Das Eis brach komplett mit dem Radetzkymarsch, gefolgt von dem Stauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“, mit dem „Blech Pur“ nach der Pause die Erwartungen an ein Neujahrskonzert erfüllten. Mit der rasanten Polka „Von Freund zu Freund“ und dem „Kaiserin Sissi-Marsch“ zeigten die Musiker, dass sie neben „Lieblingsmelodien“ auch die typische Blechblas-Literatur mitreißend darbieten können.

Die gut 60 Zuhörerinnen und Zuhörer entschädigten die engagierten Instrumentalisten mit ihrer Begeisterung dafür, dass diese für ihre grandiose Darbietung ein viel größeres Publikum verdient gehabt hätten. Denn die Band hat keinen einfachen Job. Sie muss gewaltig gut spielen (was sie tut), um neben ihrer Sängerin Evelyn Heil mit ihrer klaren, voluminösen und kraftvollen Stimme zu punkten. Die Altistin verstand es dabei meisterlich, sich von Titel zu Titel zu steigern und sich tief in die Herzen ihres Publikums zu singen. Mit ihren Stücken aus der Zeit der UFA-Filme von Hildgegard Knef oder Zarah Leander löste bei dem vielfach betagten Publikum Jugenderinnerungen aus. Dazu gehörte auch „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ von Zarah Leander.

Auf den Leib geschnitten erscheint ihr auch das bekannteste Lied aus der Brecht/Weill-Oper Mackie Messer „Und der Haifisch, der hat Zähne“, das sie mit zunehmend röhrender Stimme sehr individuell inszenierte, klangvoll unterstützt von den Blechbläsern. Mit „Eins und eins, das macht zwei“ oder „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ erweckte sie erneut Hildegard Knef zum Leben. Ihre jazzige, rhythmische Individualität spielte sie völlig aus mit dem Gospel „He’s got the whole world“, ohne damit das Publikum am Mitsingen zu hindern.

Wer bis dahin noch keine Gänsehaut hatte, bekam sie beim Schlusstitel mit Frank Sinatras „My Way“. Stehend feierte das Publikum Sängerin und Band und skandierte lautstark „Zugabe, Zugabe“. Mit „Lilli Marlen“ schickten „Blech Pur“ und Evelyn Heil ihre neu gewonnenen Fans dann auf den Heimweg.

„So eine Wahnsinns-Stimme!“ Immer wieder spitzte die Althornbacherin Henny Ahlmann die fünf Finger vor den Lippen und schnalzte genüsslich. „Allein die Sängerin war es wert, heute herzukommen“, sagte sie und zeigte ihre Gänsehaut. Die Seniorin Gertrud Weiler aus Mauschbach war auch begeistert von der „schmissigen Band“ und den schönen, vielfältigen Titeln.