Mit orientalischen Tönen

Wer das Frühjahrskonzert des Musikvereins Gersheim besucht hat, durfte träumen – träumen von fernen Ländern und von den eigenen Kindertagen. Für beides lieferten die Instrumentalisten die passenden Stücke.

. Gewohnt abwechslungsreich präsentierte das Gersheimer Orchester des Musikvereins sein Programm während des Frühjahrskonzerts. Im gut gefüllten Kulturhaus begannen diesmal die Jüngsten. Unter der Stabführung von Björn Weinmann lieferte das siebenköpfige Schülerorchester ein Titelquartett ab, bei dem das Können der jungen Musiker deutlich wurde. So intonierten sie unter anderem gekonnt William Owens‘ "Flying High" und Percy Gringers "Shepard's Hey".

Das große 26 Musiker starke Orchester nahm das begeisterte Publikum mit auf eine musikalische Reise um die Erde, lud dabei auch auf einen persischen Markt ein. Im Arrangement von Michael Jerg nahm das musikalische Schiff Fahrt auf, es landete die Karawane auf einem Marktplatz, es boten die Musiker sogar eine kleine gesangliche Einlage und es stolzierte quasi ein leibhaftiges Kamel durch den Zuschauerraum. Bei der Second Suite in F von Gustav Holst trauten sich die Gersheimer, die ihr Programm insbesondere bei einem dreitägigen Probewochenende in Ludwigswinkel einstudiert hatten, an schwere Literatur. War es doch eins der fünf bedeutendsten Stücke für Blasorchester. Daneben zählen auch die "First And Second Suite", "British Folksong Suite" oder "Lincolnshire Posy" zu dieser Kategorie.

Weinmann sprach in seiner Conférence von einem fordernden Stück mit einem großen Da Capo. In zwölf Minuten wurde der gesamte Klangkörper, aber auch die einzelnen Register in den Vordergrund gestellt. Im Potpourri mit Melodien, die im Ohr sind, wurden die "Böhmischen Spezialitäten" aus der Feder von Franz Brummerl gespielt, während im Marsch "Allgäuland" von Kurt Gäble viele schwierige Passagen bewältigte. Als "Medley der Ohrwürmer" könne das Erwin-Jahreis-Arrangement "Bugs Bunny and friends" überschrieben werden, so der musikalische Leiter. Titelsequenzen der Filmmusiken aus "Bezaubernde Jeannie" oder "Dick und Doof" fehlten ebenso wenig wie der bekannte Paulchen-Panter-Titel "Wer hat an der Uhr gedreht".

Kinderträume wurden bei vielen wach, als Klänge von Titeln der Serienhelden aus der Augsburger Puppenkiste aus den verschiedenen Instrumenten heraussprangen. "Jim Knopf" mit dem Klassiker "Eine Insel mit zwei Bergen" sei nur beispielhaft genannt. Frenetischer Applaus forderte zum Abschluss des kurzweiligen Abends noch zwei Zugaben. Vorsitzender Arno Reichert dankte neben den Musikern auch Dorothee Kempf-Rodrian, die für den Blumenschmuck gesorgt hatte.