Mit Holzscheit für Ordnung gesorgt

Vor vollem Haus spielten sich die Käshofer Laienspieler am ersten Weihnachtsfeiertag mit „Opa, es reicht“ in einen wahren Rausch. Großartig war die gesamte Ensemble-Leistung.

Es ist eine schon jahrzehntelange Weihnachts-Tradition in Käshofen : Am 25. Dezember unterhalten sich viele Besucher abends im Dorfgemeinschaftshaus beim Laienspiel des örtlichen Ensembles. Diesmal mit dem Bauernschwank "Opa, es reicht" von Bernd Gombold. Die mehr als 200 Besucher im restlos vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus waren aus dem Häuschen. Mit ihrem mimischen Können zogen alle Mitwirkenden die Zuschauer in ihren Bann.

Im Mittelpunkt steht Opa Karl. Er knattert mit einem Motorrad mit Beiwagen herum. Mit Handy und Laptop wird zur modernen Umwelt Kontakt gehalten und sich informiert. Pläne werden geschmiedet: Die früher nicht möglich gewesene Hochzeitsreise nach Italien soll nachgeholt werden. Zusammen mit Oma Lena, die leider inzwischen schon etwas vergesslich ist und nicht von allen auf dem Hof ernst genommen wird. Das ist aber noch nicht alles: Ein Versicherungsvertreter kommt zum Hof und möchte Opa Karl darüber informieren, dass die Lebensversicherung mit 250 000 Euro fällig wird. Opa hält diesen Friedhelm für einen Staubsaugervertreter. Opa Karl stellt auch noch einen Einbrecher auf dem Hof, der ihn jedoch niederschlägt und mit Opas Motorrad davonbrettert.

Und wäre das Durcheinander nicht schon genug, wird das alles noch mit der schwangeren Enkeltochter gewürzt. Sie kommt schwanger vom Studium aus Italien heim.

Mit grauem Dutt auf dem Kopf überzeugt Edith Schneider großartig in der Rolle der schwerhörigen und leicht verwirrten Oma Lena. Wie schon öfter ist Karl Hoffmann als Opa Karl an ihrer Seite. Der brilliert nicht allein bei den passenden Bemerkungen zum Frühstücksei und weiß einen "Verschlucker" köstlich ins Geschehen einzubauen.

Petra Vollmar hat ihre mimischen Höhepunkte, wenn sie schon mal vorab mit dem Bestatter Grabemann über die möglichen Bestattungskosten verhandelt und sich mit viel Komik darüber entrüstet, wie teuer solche Bestattungen sind. Ein Genuss fürs Publikum sind auch die Zwangsurlauber, das Bestattungsehepaar Grabemann, welches Lore und Klaus Marhöfer großartig ins rechte Bild rücken. Als Versicherungsvertreter Friedhelm weiß Wolfgang Schwenk die Rolle passend mit Leben zu erfüllen, was ebenso für Kerstin Schneider und Andreas Mohrbach gilt. Kerstin schlüpft in die Rolle der Enkeltochter Sylvi und "Muskelprotz" Andreas Mohrbach sorgt nicht allein mit seinem Outfit für Furore, sondern überzeugt insbesondere mit seinem gekonnten Italodeutsch. Schließlich wirbelt einmal mehr Andreas Kopp als Bauer Paul über die Bühne. Wenn der als gestandener Mann mit dem Holzscheit in der Hand für Ordnung sorgen will und der Oma Lena zum x-ten Mal erklärt, dass der Opa eben nicht im Holzverschlag logiert, sondern im Krankenhaus ist als Folge des Überfalls, ist mächtig "Feuer unterm Dach".

Insgesamt ein wirklich sehenswertes "Weihnachtsgeschenk" für die vielen Besucher. Aus dem Lachen kamen sie selten heraus und für die nächsten Aufführungen am 7. und 14. Januar wird es ein "verspätetes Weihnachtsgeschenk" sein, das ist sicher.