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Mit dem Rüssel an die Stolperfallen

Mit dem Rüssel an die Stolperfallen

Großsteinhausen. Das Unterhalten der Dorfstraßen ist den Gemeindeverantwortlichen eine Herzenssache. Zum einen wegen der Sicherheit für die Bürger, zum anderen weil sie wissen, dass der Straßenneubau teuer ist und auch die Bürger etwas kostet. Deshalb sollen die Dorfwege so lange es geht erhalten werden, meint allen voran Ortsbürgermeister Volker Schmitt

Großsteinhausen. Das Unterhalten der Dorfstraßen ist den Gemeindeverantwortlichen eine Herzenssache. Zum einen wegen der Sicherheit für die Bürger, zum anderen weil sie wissen, dass der Straßenneubau teuer ist und auch die Bürger etwas kostet. Deshalb sollen die Dorfwege so lange es geht erhalten werden, meint allen voran Ortsbürgermeister Volker Schmitt.Im Patch-Verfahren werden derzeit die Straßenbeläge in den Großsteinhauser Dorfstraßen ausgebessert. 20 Tonnen werden in einem Spezialverfahren eingebaut. Aus der eigenen Tasche muss die Kommune diese Kosten tragen, denn die Arbeiten sind reine Unterhaltungsarbeiten. Kein Cent davon kann auf die Straßenanlieger umgelegt werden. Ortsbürgermeister Volker Schmitt: "Wir müssen noch eine Zeitlang so über die Runden kommen, dann sehen wir weiter."

Mit Druckluft bläst Stephan Lorenz im Lindenweg die Schlaglöcher sauber. Aus dem gleichen Blasrüssel fließt wenig später eine schwarze Splittmasse, die auf 60 bis 70 Grad aufgewärmt ist. Eine zuvor gleichfalls mit Druckluft aufgespritzte Spezialbitumenemulsion soll dafür sorgen, dass der Splitt auf Dauer haltbar in der Straßenvertiefung bleibt. Gerhard Wörtche steuert derweil den Laster, auf dessen Ladefläche sich Splitt im Vorrat befindet. Im Bedarfsfall wird dieser mit einem Greifbagger in einen Trichter am Patchmatic-Gerät gebracht und verschwindet im Gerätinnern. Mit einer Waschtrommel sei es laienhaft zu vergleichen oder einer großen Backschüssel. Denn Splitt und Bitumenemulsion werden dort bei 60 bis 70 Grad Wärme vermengt. Lorenz und Wörtche sind Mitarbeiter der Firma RBT Asphalt und Patch GmbH von Roosdorf bei Darmstadt, die dieses Verfahren den Gemeinden und Städten anbietet. "Wir sind bundesweit unterwegs, haben überall unseren Arbeitsplatz und sind zum zweiten Mal in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land", verrät Gerhard Wörtche. Vor drei Jahren hatte Volker Schmitt erstmals Reparaturarbeiten in Auftrag gegeben. "Die Finanznot macht halt erfinderisch. Einerseits ist die Gemeinde wegen der Verkehrssicherheit zum Handeln gezwungen, andererseits fehlt uns das Geld für einen totalen Straßenausbau." Die gemachten Erfahrungen war gut, weshalb Volker Schmitt jetzt wieder die Straßenreparaturen mit diesem Verfahren ausführen lässt.

Zur Kostenreduzierung trägt vor allem bei, dass mit wenig Personalaufwand die Reparaturarbeiten verrichtet werden können. Straßenbaumeister Gerhard Wörtche: "Wir sind immer nur zu zweit unterwegs, helfen bundesweit den Kommunen beim Kostensparen."