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Ortsgemeinderat: Mehr Holzeinschlag im Forst erlaubt

Ortsgemeinderat : Mehr Holzeinschlag im Forst erlaubt

Der Contwiger Gemeinderat stimmt Forstwirtschaftsplan und Forsteinrichtungswerk zu.

„Ein bunt gemischter Wald kann besser gegen die Folgen des Klimawandels bestehen“, sagte Werner Kremer von der zentralen Forstverwaltung des Landes bei der Vorstellung des Forsteinrichtungswerks im Contwiger Gemeinderat. Bei der Begehung des 300 Hektar großen Forstes auf der Gemarkung registrierte Kremer über 70 Prozent Laubwald. Insbesondere Buche und Eiche. Die durch den Klimawandel und den Borkenkäfer besonders gefährdete Fichte hat einen Anteil von 13 Prozent.

Das Forsteinrichtungswerk, dem der Gemeinderat zustimmte, sei „Arbeitsgrundlage“ für den Revierförster, erklärte Kremer. Dabei sind Maßnahmen wie Pflege oder Waldverjüngung als Aufgaben aufgeführt. Ebenso wird die Menge empfohlen, die eingeschlagen werden kann. Nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit – es wird nicht mehr Holz geschlagen, als nachwächst – können in den nächsten zehn Jahren im Contwiger Forst rund 2000 Festmeter im Jahr eingeschlagen werden. Im abgelaufenen Plan waren es 1675 Hektar. „Das wurde zuletzt nur zu 75 Prozent genutzt“, sagte Kremer. Die eingeschlagene Menge richte sich auch nach der Marktlage.

Nach dem Forstwirtschaftsplan, den Revierförster Jürgen Leis, vorlegte, sollen in diesem Jahr 1250 Festmeter eingeschlagen werden. Nach Abzug der Kosten für die Ernte oder die Pflege sowie Steuern blieben der Gemeinde noch 47 Euro, sagte Leis. Wobei er anmahnte, dass in den Wegebau investiert werden müsse. „Das kostet aber Geld.“ „Das Geld sollten wir in die Hand nehmen. Auch wenn der Wald dann nicht mit einer schwarzen Null rauskommt und wir Verlust machen“, sagte Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU). Der Rat folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters und stimmte dem Forstwirtschaftsplan 2020 zu.

Leis hatte unter anderem einen Weg in der Hohlbach angeschlagen, um an wertvolle Bäume heranzukommen. Oder eine Maßnahme auf dem Forstweg zur Hahnberghütte. Dort allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit. Dort stünden gefährdete Fichten. „Da kommen wir mit schwerem Gerät nicht hin, um das Holz abzufahren.“ Den von David Betz (SPD) gemachten Vorschlag, Pferde einzusetzen, verwarf Leis. „Die Pferde können wir auf den Rasengittersteinen auch nicht einsetzen.“

Der Gemeinderat beschloss die erste Änderung des Bebauungsplans Zeitersweg als Satzung. Eine redaktionelle Änderung der Kreisverwaltung wurde aufgenommen. Die Bedenken eines Eigentümers wurden zurückgewiesen. Ebenfalls als Satzung wurde die vierte Änderung des Bebauungsplans Seitershang beschlossen. Dort möchte Aldi die Verkaufsfläche des Marktes erweitern, erläuterte Bärmann.

„Die Schilder für die Tempo 30-Zone müssen teilweise erneuert werden“, beantragte Holger Hell für die SPD-Fraktion. Dem folgte auch der Rat. „Das muss tatsächlich passieren.“ In dem Antrag schlug Hell auch vor, die Zonen auf der Fahrbahn zu kennzeichnen. Bevor darüber entschieden wird, soll die Verwaltung ein Angebot für Geschwindigkeitstafeln einholen und den Kosten einer Fahrbahnmarkierung gegenüberstellen, regte Bärmann an. Der Waschplatz bei der alten Mühle soll neu angelegt werden. Im Bauausschuss hatte das Büro werk.plan zwei Entwürfe vorgelegt. Der Ausschuss hatte dem Büro bereits Anregungen mitgegeben. „Deshalb werden wir heute nichts entscheiden“, sagte Karlheinz Bärmann. Mit einem Bouleplatz, ein, zwei kleinen Spielgeräten, Sitzbänken und der Erneuerung eines Stegs über den Truppach zählte Bärmann einige Eckpunkte auf. Volker May (SPD) schlug noch Tische zu den Bänken vor. Der Bürgermeister schätzte die Kosten auf rund 230 000 Euro. Aus der Städtebauförderung soll das Vorhaben zu 75 Prozent bezuschusst werden.