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Maxim Benoit und Pascal Deßloch freuen sich über viel Spenden für Ahrweiler

Zwei junge Dellfelder organisieren Spendenaktion für Hochwasser-Opfer : „Das war echt unglaublich“

Zwei junge Dellfelder haben Hilfe für Hochwasser-Opfer in Ahrweiler organisiert – und sind überwältigt von den vielen Spenden. Bewegend war, was sie in Ahrweiler erlebten.

Nicht nur Organisationen, auch Privatleute aus dem Zweibrücker Land helfen Hochwasser-Geschädigten im Ahrtal. Die Freunde Maxim Benoit (21) und Pascal Deßloch (23) erreichten vergangene Woche Dienstag gegen Mittag das vom Hochwasser stark betroffene Ahrweiler. Die beiden jungen Männer hatten zuvor auf privatem Wege Sach- und Geldspenden in von 1300 Euro gesammelt.

Die Aktion verbreiteten sie in ihrem Heimatort Dellfeld über WhatsApp. „Das Ganze hat sich aber auch ziemlich schnell herumgesprochen. Es sind in kurzer Zeit sehr viele Leute auf uns zugekommen, um zu spenden. Das war echt unglaublich“, berichtete Maxim Benoit nach seiner Rückkehr dem Pfälzischen Merkur auf Anfrage. Mit den Geldspenden besorgten die beiden jungen Dellfelder in verschiedenen Drogerie- und Baumärkten Hygieneartikel, Lebensmittel und Baumaterial. Von der Brauerei Bruch in Saarbrücken organisierten sie zudem 800 Flaschen Tafelwasser.

„Die Menschen vor Ort brauchen vor allem Trinkwasser, Batterien, Handtücher und Werkzeuge wie Schaufeln und Eimer, um den Schutt zu beseitigen“, so Maxim Benoit. „Und Taschenlampen bereiten den Leuten eine große Freude, weil sie sich nachts nicht raus trauen.“ Zwischen den teilweise instabilen Häusern, Schuttbergen und zerstörten Straßen sei es nämlich besonders gefährlich, wenn man im Dunkeln nichts sehen kann. Daher hatten Benoit und Deßloch auch Akkuscheinwerfer beigesteuert.

„Am Morgen hieß es noch, es gäbe eine Private-Helfer-Sperre. Aber ein Polizist hat uns problemlos durchgewinkt. Was ich dort gesehen habe, ist unvorstellbar und das kann man mit keinem Foto in der Zeitung oder Video aus dem Internet vergleichen“, erzählt Maxim Benoit. Der Azubi hat für die Hilfsaktion Urlaubstage genutzt. „Die Menschen im Schlamm und Dreck wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Überall liegen noch Autos übereinander, es gibt keinen Strom. Und als wir mit dem Anhänger durch eine Straße gefahren waren, ging es auf einer Seite gut anderthalb bis zwei Meter runter. Der Bürgersteig war da einfach weg.“

Die Spenden überreichten Maxim und Pascal einem privaten Helfer vor Ort in Ahrweiler, der die Materialien und Lebensmittel weiterverteilte. Am Abend traten die beiden Freunde wieder die Heimreise an.

„Ein paar Tage vorher hat die Feuerwehr in dem Bezirk, in dem wir waren, noch nach Leichen in den Trümmern gesucht. Davon haben wir also nichts mehr mitbekommen. Zum Glück“, so der 21-jährige.

Was die Anwohner im Katastrophengebiet durchleben und verlieren mussten, sei einfach nur schrecklich und man könne nicht genug helfen.

Aus diesem Grund planen Maxim Benoit und Pascal Deßloch, die Aktion zu wiederholen. Sie haben noch Sachspenden übrig, wie zum Beispiel zwei Kühlschränke, für die beim ersten Transport kein Platz mehr war. Außerdem haben die beiden eine Spendenkasse bei „Marion’s Friseursalon“ in Contwig aufgestellt und hoffen auf weitere Hilfe beim Helfen.