Kerb in Mauschbach Mauschbach und die wilde 17

Mauschbach · Am Wochenende wurde am Ort wieder Kerb gefeiert – inklusive engagierter Straußjugend.

 Wie in jedem Jahr ein echter Hingucker, die Mauschbacher Straußmädels und Straußbuben bei der Kerberede. Jule Stähly sprach zum Kerbevolk aus hoher Dachwarte (links).

Wie in jedem Jahr ein echter Hingucker, die Mauschbacher Straußmädels und Straußbuben bei der Kerberede. Jule Stähly sprach zum Kerbevolk aus hoher Dachwarte (links).

Foto: Norbert Schwarz

Jubiläumskerb in Mauschbach bei wahrem Kaiserwetter. Zehn Straußbuben und sieben Mädels lassen im wahrsten Wortsinn richtig die Sau raus und wissen nicht nur tierisch zu feiern. Die Arbeit vergisst die Kerbetruppe auf keinen Fall. Höchstes Lob bekommt der Kerbenachwuchs von Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben: „Bisher klappt das ganz ausgezeichnet. Nach einer fetzigen Kerbenacht von Samstag auf Sonntag sind die am Sonntagmorgen schon wieder um acht Uhr zum Saubermachen auf den Beinen gewesen. Drei Stunden später liefen die mit dem Kerbestrauß durchs Dorf, anschließend Kerberede und das gesamte Programm. Aber, sie bekommen es hin!“

Allerdings, die kleine Dorfbevölkerung von Mauschbach steht natürlich hinter alledem, bringt sich weiter mit Mann und Maus beim Feiern der Kerb ein. Doch die Hauptverantwortung für die Kerbefeierlichkeiten würden in diesem Jahr voll und ganz bei den Straußmädels und Straußbuben liegen, sagt Krippleben. Die Kerb mit allem Drum und Dran ist deren Fest, unterstreicht der Ortsbürgermeister – ohne dadurch die Hilfsbereitschaft aus der Dorfbevölkerung heraus für das dörfliche Hochfest schmälern zu wollen.

 Fast 300 Besucher frönten Samstagabend dem Kerbetanz, nicht allein der Ortsbürgermeister war von der besonderen Festatmosphäre begeistert. Zur Kerberede in den frühen Nachmittagsstunden hatten sich wie üblich viele Zuhörer für die Neuigkeiten auf dem Festplatz versammelt. Jule Stähly schlüpfte in die Rolle der Rednerin und begeisterte. Etwa mit der Tatsache, dass es unlängst Ampelverkehr im verträumten Mauschbach gab. „In Mauschbach isses bassiert, ich hans selber gesiehn, do werre die meischde aus de Ladsche fliehn. Mitte in Mauschbach hanse eh Ampel geschdellt. Beim Mone un Walder vor de Deer, hat dirigiert die Ampel die schönste Auto-Kür!“. Zehn Wochen hindurch habe der Ort Großstadtcharakter genossen. Doch jetzt sei alles wie zuvor: „Jetzt sin ma se zum Glück wieder los, wieder frei ist die Hauptschdrooß!“

Der Hornbacher Bankraub ist ein gefundenes Fressen für die Kerberede gewesen, schließlich hätten die Übeltäter nach Robin-Hood-Manier 500 Euro-Scheine verschenkt. „Do sinn die 500er iwwer die Schdrooß geflogen, Die meinen des war Absicht, aber ich män des is gelogen. Die wollte die Bevölkerung was gebe zurück, Ich sag die sin e bissel verrickt. Die Polizei hat dann könne sammle uff es ganz Weld, Also doch keh Reichtümer für die Welt…“

Auch in Mauschbach war ein Kuhpaar auf Abwegen und regelrecht ausgebüxt. Doch nicht wie andernorts muss in Mauschbach ein Spezialist mit einem Narkosegewehr her, nein, die Mauschbacher regeln das auf ihre Art, wie am Sonntag in der Kerberede zu hören gewesen ist. „Ohne zu trete oder zu beiße, mir sinn jo äh ganz tierlieb. Geche Owend waren die drei Viecher uff de Koppel. Un kenner is verletzt. Un de Mark und ???? han die Hilfe sehr geschätzt“.

DJ Nexture wusste zum Kerbeauftakt insbesondere die Jugend mit seinen Rhythmen zu begeistern. Die junge Band „No Name Boba-Band“ aus Bottenbach ließ es am Samstag mächtig krachen. Nach dem Zug durchs Dorf mit dem Kerwestrauß und der fetzigen Kerwerede von Jule Stähly wurde zum Kaffeenachmittag eingeladen. Das wie immer reichhaltige Kuchenbuffet war von den Bürgern des Ortes spendiert worden.

Am gestrigen Kerbemontag ging es im eigenen Festzelt ab elf Uhr wieder hoch her. Alleinunterhalter Volker Siener sorgte für Stimmung und wie immer gab es am Kerbemontag die bekannten Gerichte – Leberknödel. Sauerkraut Bratwurst und jede Menge Bier.