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Masterarbeit untersucht Seniorenfreundlichkeit von Zweibrücken-Land

Masterarbeit Senioren in Zweibrücken-Land : Zu wenig Busse, oft gute Sozialstruktur

Kira Keßler hat in ihrer Masterarbeit die Seniorenfreundlichkeit in Zweibrücken-Land untersucht.

Langes und Gutes Leben in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. So titelt die 25-jährige Studentin Kira Keßler ihre erfolgreich abgeschlossene Masterarbeit beim Studiengang Regionalentwicklung und Raumordnung an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. 1100 Fragebögen sind dafür in zehn ausgewählten Ortschaften der Verbandsgemeinde Zweibrücken an Einwohner über 65 Jahre verteilt worden. Von 450 Angesprochenen aus Althornbach, Battweiler, Dietrichingen, Großsteinhausen, Käshofen, Kleinbundenbach, Kleinsteinhausen, Riedelberg und Rosenkopf kam eine Rückmeldung. Der Landkreis Südwestpfalz unterstützte Kira Keßler bei ihrer Masterarbeit.

Zusammen mit der Verfasserin stellte am späten Freitagnachmittag der Kreisbeigeordnete Peter Spitzer (SPD) vor zahlreichen Ortsbürgermesitern die aufschlussreiche Masterarbeit mit ihren vielschichtigen Aussagen offiziell vor. Spitzer hielt gleich zu Veranstaltungsbeginn fest, dass mit den Erkenntnissen aus dieser umfassenden Arbeit die Chance genutzt werden sollte, für die Zukunft die richtige Weichenstellung vorzunehmen.

„Langes und gutes Leben in den Ortsgemeinden ist es wert zu sichern“, merkte der Vertreter von Landrätin Susanne Ganster an, in dessen Geschäftsbereich gerade der ‚Bereich „Soziales“ eine tragende Säule ist. Vom Ergebnis dieser Masterarbeit sollen und können nicht allein die zehn untersuchten Ortsgemeinden wertvolle Rückschlüsse ziehen, merkte Spitzer nach dem sehr umfassenden Einblick an, welchen die Masterarbeit-Autorin Kira Keßler, griffig, kompakt und transparent in ihrer gut 30-minütigen Power-Point-Präsentation gab. „Ich bin ganz ehrlich wenn ich sage und feststelle, dass wir aus unserem Hause heraus diese Erhebung nicht hätten bewältigen können. Deshalb sind wir sehr, sehr dankbar dafür, dass wir das Angebot von Kira Keßler erhielten, zusammen mit dem Landkreis diese Arbeit durchzuführen“. Auf den teilstandartisierten Befragungsplan will auch der Landkreis Südwestpfalz zurückgreifen und für die Senioren in den Ortsgemeinden neue Anregungen und Ideen entwickeln.

Im Fazit ihrer Masterarbeit kommt Kira Keßler zum Ergebnis, dass auch die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land vom demografischen Wandel keineswegs verschont bleibt. „Auch in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land nimmt der Anteil der älter werdenden Einwohner zu, aber im Landesvergleich kommt sie unter diesem Aspekt noch sehr gut davon“, stellt Kira Keßler fest. Sie erachtet es deshalb als wichtig und zugleich richtig, frühzeitig mit Maßnahmen und Konzepten den Ansprüchen einer älter werdenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Eine Schwerpunktsetzung mit der Verbandsgemeinde, anderen Ortsgemeinden und auch der Kreisverwaltung erachtet die Untersuchende für besonders wichtig. Mit der umfassenden Masterarbeit, deren Kernstück nicht allein ein mit 51 Fragen bestückter Fragebogen gewesen ist, hofft die Verfasserin, Impulse zu geben. Angesprochen werden auf den 225 Seiten der Arbeit viele Punkte, welche das Verhalten einer immer älter werdenden Bevölkerung angehen. So hat Kira Keßler aus den Fragebögen und der sich daraus anschließenden Befragung von älteren Menschen in den ausgewählten Ortschaften festgestellt, dass auch banale Dinge im Alltag der älteren Dorfbewohner eine Rolle spielen, wie auch Peter Spitzer ein seiner Schlussbetrachtung vor der Diskussion mit den Ortsbürgermeistern anmerkte.

So fehle vielfach in Ortschaften einfach eine aufgestellt Ruhebank, weil der Weg zu Friedhof oder zum Bäckerauto doch für ältere Menschen zu beschwerlich ist. Spitzer: „Das war früher nicht so, da stand meist vor jedem Bauernhaus eine Bank, bei der sich die Menschen trafen, mal ausruhten und sich auch austauschten.

Zu den handfesteren Defiziten in den einzelnen Dörfern gehören die Busverbindungen oder die Lebensmittelversorgung. Das führte in der Gesamtschau zu gemischten Steckbriefen der einzelnen Kommunen. Battweiler kann zum Beispiel mit der Sozialstation punkten, dafür ist es um den ÖPNV nicht so gut bestellt. Gemischt auch die Einschätzung des Cap-Mobils: Insgesamt nutzen es nur 26 Prozent der Befragten, entweder, weil die Befragten noch selber mobil sind, weil sie das Angebot nicht kennen oder weil es ihnen zu teuer ist. Dort, wo der rollende Supermarkt derzeit nicht Halt macht, gäbe es nach Aussage der Studie durchaus Interesse daran.

Über die Untersuchungsergebnisse wird der Pfälzische Merkur noch detailliert berichten.