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Martinshöhe gewinnt bei Graffiti-Aktion von SWR4

Gewinn für Martinshöhe : Betonblock wird Kunstwerk

Martinshöhe hat bei SWR4 die Bemalung eines Umspannpunktes durch Graffiti-Künstler Möller gewonnen.

Wenn das mal kein Dorfgespräch wird: Ein richtig bekannter Graffiti-Künstler verschönt in Martinshöhe die betonierte „Umhausung“, sprich vier Betonwände, des Umspannpunktes der Pfalzwerke in der Felsenbrunner Straße und für die Ortsgemeinde entstehen dabei keine Kosten. Das Verschönerungsangebot des Radiosenders SWR4 griff Ortsbürgermeister Hartwig Schneider auf. Den Fisch an Land gezogen, sprich dafür gesorgt, dass der Graffiti-Künstler Möller nach Martinshöhe kommt, hat Natascha Schäfer, die in vielen Dingen engagierte Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Martinshöhe. 

 Im Visier der Verschönerungs-Aktion des Radiosenders stehen eintönige Garagentore, triste Stromkästen oder graue Mauern. Beim weiß getünchten Umspannpunkt in der Felsenbrunner Straße wäre zwar etwas mehr Arbeit für den Mann mit der Sprühdose zu erwarten, doch auf einen Versuch käme es an, dachte sich der Ortsbürgermeister und grübelte sofort in der Richtung weiter, wer sich für diese Aktion einsetzen könnte.

er verfiel auf die umtriebige Vorsitzende des heimischen Kultur- und Heimatvereins, Natascha Schäfer. Der Griff zum Handy sei automatisch passiert, mit Natascha Schäfer wurde schnell ein Ortstermin vereinbart. Dort berichtete Hartwig Schneider, worum es geht und dass Werner Müller, der mit seinem Ortsmotiv eine Stützmauer in der Langgasse sehr beeindruckend und künstlerisch gestaltet habe, für eine Verschönerungs-Aktion des Umspannpunktes nicht in Frage käme. Der Grund: Werner Müller ärgert sich berechtigt, dass „Schmierfinken“ sein in vielen ehrenamtlichen Stunden geschaffenes Großwerk bereits verschandelt und beschmiert haben.

Große Überzeugungsarbeit musste Hartwig Schneider bei Natascha Schäfer nicht leisten. Denn sie persönlich hatte sich im Verein dafür stark gemacht, dass direkt beim Umspannpunkt der Pfalzwerke AG aus Ludwigshafen in der Felsenbrunner Straße eine Ruhebank errichtet wird. „Bei entsprechender Jahreszeit ist hier in der Umgebung von Salzperesch immer Leben, verweilen ältere Menschen mit dem Rolator auf der Bank um neue Kräfte zu sammeln, sind Mütter mit ihren Kindern anzutreffen und in den frühen Abendstunden auch Jugendliche, die einfach plauschen“, schildert Natascha Schäfer ihre Erfahrungen.

Als Vereinsvorsitzende schickte sie deshalb sofort die Bewerbung dafür los, dass Graffiti-Künstler Leif Möller doch bitte in Martinshöhe an erwähnter Stelle nicht nur einen tristen Stromkasten, sondern gleich die vier weißen Wände eines öden Umspannpunktes zur Freude der gesamten Bevölkerung umgestalten soll. Klar, dass Natascha Schäfer Eigenwerbung für den Ort machte, den Platz als Treffpunkt für alle Altersgruppen der Gemeinde zu schildern wusste und auch die passenden Worte dafür fand, dass der Ruheplatz bei den nicht nur schmucklosen, sondern geradezu „anödenden“ vier weißen Verputzwänden nicht gerade gut für die Stimmung sei. 

Beim Absenden der Bewerbungsunterlagen sei ihr, das räumt die Aktionsleiterin ein, nicht unbedingt in den Sinn gekommen, für den Künstlerauftritt von Leif Möller ausgewählt zu werden. Als dann aber der Anruf aus Mainz mit der Kunde kam, sie haben gewonnen, sei sie vor Freude schier aus dem Häuschen gewesen.

Die letzten Juli-Tage wird der Mainzer Graffiti-Künstler Leif Möller in Martinshöhe in der Felsenbrunnerstraße ans Werke gehen. Von anderen Projekte wissen Natascha Schäfer und Hartwig Schneider, dass Möller stets direkte Bezüge zur Umgebung herstellt. Kühe auf grünen Weiden, ländliche Idylle – das will man dem Künstler überlassen und ist gespannt auf dessen Vorschläge.

Die Pfalzwerke AG als Eigentümerin des Umspannpunktes hat der Aktion zugestimmt, der Kultur- und Heimatverein übernimmt die Kosten für die zweitägige Logie in Martinshöhe. Dass der Künstler sich auf der Sickingerhöhe wohl fühlen wird und noch später an die Aktion gut erinnert, davon sind die beiden Martinshöher mit vollem Herzen überzeugt.