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Mangelnde Begeisterung für Männerberufe torpediert Frauenquote

Mangelnde Begeisterung für Männerberufe torpediert Frauenquote

Zweibrücken. Im Grunde genommen sind sich die Zweibrücker Unternehmen einig: In erster Linie kommt es auf die Qualifikation der Bewerber an. Der oder eben die Beste wird eingestellt. Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz- und Gleichstellungsfragen, reicht das nicht. Sie hat vor, für Aufsichtsräte bis 2015 eine Frauenquote von 30 Prozent einzuführen

Zweibrücken. Im Grunde genommen sind sich die Zweibrücker Unternehmen einig: In erster Linie kommt es auf die Qualifikation der Bewerber an. Der oder eben die Beste wird eingestellt. Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz- und Gleichstellungsfragen, reicht das nicht. Sie hat vor, für Aufsichtsräte bis 2015 eine Frauenquote von 30 Prozent einzuführen. "Wir halten die ganze Zeit schon nach qualifizierten Frauen für Führungspositionen Ausschau. Aber es gibt einfach so wenige Ingenieurinnen", erklärt Michael Wöhler (Foto: pma), Geschäftsführer von Terex Demag, "Wir versuchen momentan, so viele Frauen wie möglich in allen Ebenen einzustellen, damit wir sie nach und nach in die höheren Positionen aufsteigen lassen können", beschreibt er. Aktuell beschäftigt Terex in Zweibrücken insgesamt 7,7 Prozent Frauen, in der Führungsetage sitzen 5,6 Prozent. Das Problem, dass sich die wenigsten Frauen für technische Berufe interessieren, haben auch die anderen Firmen in Zweibrücken. "Obwohl wir wirklich immer versuchen, Frauen einzustellen, haben wir nur eine gesamte Frauenquote von 13 Prozent. Zwei Frauen arbeiten in mittleren Führungspositionen und nur eine in einer höheren", berichtet Bettina Teuber, Personalleiterin der Pallmann Maschinenfabrik. Auch die John Deere Werke in Zweibrücken haben einen Frauenanteil von 13 Prozent. "Obwohl das immer noch sehr wenig ist, ist die Tendenz steigend. Seit den letzten fünf bis zehn Jahren haben wir immer mehr Frauen eingestellt", erzählt Hartmut Andres, John Deere-Verantwortlicher für den gewerblichen Bereich. In diesem Unternehmen lege man sehr viel Wert auf "Diversity", zu deutsch: Vielfalt. "Wir stellen auch über die Quoten hinaus Schwerbehinderte und ältere Menschen ein, wenn sie ihre Arbeit gut erledigen können", sagt Andres. Er wäre froh, mehr Frauen einstellen zu können, um die Vielfalt zu erweitern. Die verbessere das Arbeitsklima.In der Stadtverwaltung von Zweibrücken gibt es zwölf Ämter und somit zwölf Amtsleiter. Alle männlich. "Unter den stellvertretenden Amtsleitern sind auch nur zwei Frauen", berichtet Pressesprecher Heinz Braun. "Das könnte an der Verbeamtung liegen. Die Frauen, die etwa vor 30 Jahren eingestellt wurden, mussten vielleicht in Mutterschaftsurlaub und wurden in dieser Zeit einfach von den Männern überholt", spekuliert Braun. ans