Manchmal nervt das Üben

Als Solo-Teilnehmerin gewann Naemi Grun aus Zweibrücken in der Altersgruppe 3 den zweiten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Und es steckt noch mehr Talent in der Zwölfjährigen.

Im Alter von gerade einmal fünf Jahren machte Naemi Grun ihren Eltern klar, dass sie Klavier spielen möchte. Das war, nachdem sie Omas altes Klavier geschenkt bekam und das wiederum ist nun sieben Jahre her. Heute spielt die zwölfjährige Gymnasiastin aus Zweibrücken so gut, dass sie in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Preis bei "Jugend musiziert" gewonnen hat.

Und doch geht Naemi bescheiden mit diesem Erfolg um, ist ein schüchternes junges Mädchen mit einem außergewöhnlichen Musikgeschmack. Mit den Pophits aus dem Radio kann Naemi etwa genauso viel anfangen wie mit Sport. Die klassische Musik und Jazz hingegen haben es ihr angetan. Um so besser für ihre Leidenschaft, das Klavier spielen. Die Stücke von Tschaikowsky und Chopin spielt sie dabei am Liebsten. "Ich mag es, neue Stücke zu lernen und der Musik Ausdruck zu geben", erzählt sie. Im Juni gewann sie den zweiten Preis beim 51. Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" am Klavier in ihrer Altersklasse. Dafür übt sie jeden Tag etwa eine Stunde. Zwei Mal in der Woche nimmt sie bei Jelena Semenenko an einer privaten Musikschule in Lebach Klavierunterricht, an diesen Tagen fällt das Üben Zuhause normalerweise aus. Manchmal nervt das Üben auch, gibt sie zu, was nicht am Klavierspielen selbst, sondern an der Tatsache liegt, dass sie lieber die Stücke einfach so spielt, als sie zu üben und zu perfektionieren. Dennoch macht sie das alles, weil sie es mag und nicht weil sie muss.

Im nächsten Jahr will sie gemeinsam mit ihrer Schwester Dinah als Duo aus Klavier und Geige bei "Jugend musiziert" antreten, bevor sie in drei Jahren in der nächsten Altersklasse wieder alleine teilnehmen kann. Und wenn das Klavier mal Sendepause hat, gibt es für Naemi auch noch andere Dinge, die ihr Spaß machen. So liest sie gerne Fantasy-Romane und andere Bücher, kümmert sich mit ihrer Schwester um die beiden Kaninchen oder tobt sich mit ihren Freundinnen auf dem Trampolin aus. Auf dem Trampolin kommen ihr übrigens öfters mal die Ideen für ihre zweite Leidenschaft, das Schreiben. So schreibt sie seit etwa zwei Jahren überwiegend in den Ferien oder wenn ihr eine neue Idee kommt, auch mal zwischendurch, an einem Buch, das sie ihrer Schwester schenken möchte und mit dem sie nun fast fertig ist. Und so kommt die Antwort auf die Frage nach dem späteren Berufswunsch wie aus der Pistole geschossen: "Pianistin und Autorin" - ist doch klar.