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Mainz will die Fördertöpfe öffnen

Mainz will die Fördertöpfe öffnen

Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) stellt Zweibrücken und der Region mannifgaltige Fördergelder in Aussicht. Man arbeite derzeit eine Ideenliste ab. Zweibrücken könnte etwa als „Soziale Stadt“ gefördert werden, denkt Lewentz laut nach.

Erstmals hat das Mainzer Infrastrukturministerum gestern konkretisiert, wie man Zweibrücken und der Region gerade angesichts der Flughafen-Insolvenz unter die Arme zu greifen versucht. Demnach habe man angeboten, "in der Region Zweibrücken erstmals eine Stadt-Umland-Strategie modellhaft zu fördern, um die demografischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben zwischen Stadt und Umland gemeinsam zu lösen." Konkret wird im Haus von Roger Lewentz (SPD ) aktuell eine mit den Kommunalvertretern ersonnene Ideensammlung darauf abgeklopft, was man davon umsetzen kann. "Im Laufe der nächsten Wochen" rechne man mit Ergebnissen, sagte Ministeriumssprecher Marco Pecht auf Merkur-Anfrage. Welche Ideen prüft man konkret? Etwa den Breitbandausbau in der Region, die Sanierung öffentlicher Gebäude wie Turn- und Sporthallen, aber auch von Freianlagen. Öffentliche Gebäude könnten auch über das Investitionsstock-Förderprogramm für bestimmte Bauvorhaben saniert werden. Vorstellbar sei auch ein Ideenwettbewerb inklusive Bürgerbefragung unter dem Stichwort "Region Südwestpfalz" zur Entwicklung einer Stadt-Umlandstrategie. Der Antrag, einen Wasserspielplatz in Contwig zu errichten, liege bereits vor, über eine Förderung aus Mainz und könne laut Pecht "in den nächsten Wochen" entschieden werden. Wie der Sprecher weiter ausführt, könnte Zweibrücken auch ins Förderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen werden, zu dem bisher etwa der Mainzer Stadtteil Neustadt zählt. Das Land bezuschusse hierbei Maßnahmen bis zu 90 Prozent. "Das ist im Moment am Spruchreifsten", so Pecht. Dabei könnten etwa zentrale Plätze umgestaltet und Angebote für mehrere Generationen geschaffen werden. Hintergrund sei, sogenannte Problemviertel durch bauliche oder Straßenbausanierungskonzepte aufzuwerten. Die Stadt müsse jetzt mögliche Quartiere nennen, das können laut Pecht Stadtteile aber auch nur ein oder zwei Straßenzüge innerhalb eines Stadtteils sein. Dann könnten die im Juli im Innenministerium aufgenommenen Gespräche konkretisiert werden.

Das Land könnte auch die Weiße Kaserne bei der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts berücksichtigen und Immobilienexperten des Landes beraten. Analog zu den fast abgeschlossenen Sanierungsgebieten "Pörringer und Schindler" sowie "Parkbrauerei" könnten auch angrenzende "Problemflächen" in ein fortzuschreibendes Stadtentwicklungskonzepts aufgenommen werden, stellt Pecht in Aussicht.

Im Juni bei der ersten Sitzung des neuen Stadtrats hatte Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) um Zustimmung geworben für den Plan, gemeinsam mit Mainz die "weitergehenden Entwicklungschancen der Region auszuloten". Erst gestern hatten laut Pecht in dieser Sache die jüngsten Gespräche zwischen Zweibrücken und Mainz stattgefunden.