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Lösungen für Gastronomie in Südwestpfalz stehen noch aus

Landrätin zur Corona-Lage : „Wir brauchen in der Region Lösungen für die Gastronomie“

Landrätin Susanne Ganster fordert einheitliche Lösungen mindestens auf Landesebene.

(glö) Auch wenn Susanne Ganster eine „sehr gute Entwicklung für die Region“ attestiert, warnt die Landrätin vor zu schnellen und zu großen Lockerungen. „Wenn wir da nicht aufpassen, müssen wir mit einer neuen Ausbreitungswelle rechnen“, sagt Ganster und bekräftigt, dass genau das nicht eintreten dürfe. „Die nächsten vier bis sechs Wochen sind entscheidend, wie es weitergeht“, meint die Landrätin, denn bis Mitte Juni werde sich zeigen, wie die Lockerungen der vergangenen Tage und der kommenden Wochen sich auswirken.

Momentan habe das bei der Kreisverwaltung angesiedelte Gesundheitsamt, das für den Landkreis und die beiden Städte Pirmasens und Zweibrücken zuständig ist, die Lage im Griff – und daran solle und dürfe sich nichts ändern. „Wir waren bisher und sind jederzeit in der Lage, alle gemeldeten Corona-Infektionen zurückzuverfolgen“, so die Landrätin. Was bedeutet, dass die Gesundheitsbehörde die Infektionsketten lückenlos nachvollziehen kann und auch die Kontaktpersonen informieren und in Quarantäne schicken kann, um die Weiterverbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Und gerade das ist wichtig, um die gute Entwicklung fortsetzen zu können, denn gestern waren nur noch 28 Corona-Infektionen in der Südwestpfalz bekannt, 136 Bürger in den Städten und dem Landkreis, die daran erkrankt waren, gelten wieder als gesund.

Begonnen hat am Montag wieder der Unterricht in den drei Berufsbildenden Schulen (BBS) der Region in Pirmasens, Zweibrücken und Rodalben, die weiteren Schulöffnungen am kommenden Montag für vierte Klassen in den Grundschulen und für die Jahrgangsstufen zehn bis zwölf in den weiterführenden Schulen werden intensiv vorbereitet. Am 4. Mai will die Landrätin aber auch damit beginnen, die Kreisverwaltung für den Publikumsverkehr zu öffnen. Aktuell wird an einem Konzept gearbeitet, wie Bürger wieder persönlich die Verwaltung besuchen können, sie und die Behördenmitarbeiter aber bestmöglich vor einer Verbreitung des Coronavirus geschützt werden.

Susanne Ganster Foto: Landkreis

Viel diskutiert wird auch im Landkreis über die Kindertagesstätten, für viele Eltern in der Südwestpfalz ist ihre andauernde Schließung eine Belastung. Für sie zeichnet sich momentan keine Lockerung in Rheinland-Pfalz ab, so die Landrätin, auch wenn es unter den Experten unterschiedliche Ansichten über die Konsequenzen gebe. Denn gerade Kleinkinder werden wenig infiziert von dem Virus und übertragen es auch kaum.

Ein anderes Reizthema in diesen Tagen ist die Gastronomie, die seit rund sechs Wochen komplett geschlossen ist. Ganster versteht die zunehmenden Forderungen dieser Branche, auch für sie Wege einer Öffnung mit Schutzauflagen einzuschlagen. „Wir brauchen auch in der Südwestpfalz eine Perspektive für die Gastronomie“, findet sie klare Worte, dass die Politik in dieser Frage aktiv werden muss. Aber das sei am Ende keine Aufgabe für einen Landkreis oder eine Stadt, erteilt sie kleinräumigen Lösungen eine Absage: „Wir dürfen nicht einen Flickenteppich mit unterschiedlichen Lockerungen bekommen.“ Zumindest auf der Ebene der Bundesländer brauche es einheitliche Lösungen.