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Landtagsfraktionen für Bahn-Reaktivierung Zweibrücken-Homburg

Landtagsfraktionen für Bahn-Reaktivierung Zweibrücken-Homburg

Mainz/Zweibrücken. Die Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar von Homburg nach Zweibrücken war gestern Abend Thema einer Landtagsdebatte

Mainz/Zweibrücken. Die Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar von Homburg nach Zweibrücken war gestern Abend Thema einer Landtagsdebatte. Die Parlamentarier verwiesen einen FDP/CDU-Antrag, "alle notwendigen Schritte zur Wiederinbetriebnahme und Elektrifizierung des Streckenabschnitts einzuleiten" und dafür dem Saarland finanziell entgegenzukommen, einstimmig in den Wirtschafts- und Verkehrsausschuss. Dieser solle sich damit noch im Februar beschäftigen, betonte der Zweibrücker Wahlkreisabgeordnete Fritz Presl (SPD) auf Merkur-Anfrage.CDU und FDP fordern in ihrem Antrag, "die Herstellung eines akzeptablen Zugangs für die Menschen in der Region Zweibrücken zum Nah- und Fernverkehr nicht länger sachfremden und bürgerfernen Verwaltungsprinzipien (,Territorialprinzip') unterzuordnen." Davon war Ministerpräsident Kurt Beck allerdings schon im Dezember abgerückt, als er dem Saarland im Landtag die Übernahme von 50 Prozent der Investitionskosten angeboten hatte, obwohl die Strecke nur über saarländisches Gebiet führt.

Er und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) hätten gestern Abend im Landtag deutlich gemacht, dass die Zusage des Saarlands, sich an der Hälfte der Kosten für eine Vorentwurfsplanung zu beteiligen, nicht ausreiche, sagte Presl. Dass Saar-Umweltministerin Simone Peter am Wochenende gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte, auch 50 Prozent der Investitionskosten (nicht aber der Betriebskosten) übernehmen zu wollen, habe in der Landtagsdebatte keine Rolle gespielt, so Presl: "Da haben wir vom Saarland noch nichts zu gehört." Entscheidend sei, dass das Saarland zustimme, den Streckenabschnitt nach Zweibrücken zumindest als Option in die europaweite Ausschreibung des S-Bahnbetriebs ab 2015 aufzunehmen, forderten Presl und Hering.

Streit gab es gestern in der Debatte nur um die Frage, wer in Mainz Schwung in die Reaktivierungsfrage gebracht habe, berichtete Presl: "Günter Eymael hat gesagt, die FDP habe mit ihrem Antrag die Initialzündung gegeben. Ich habe entgegnet, es sei schön, dass er nun auch auf den Zug aufspringe - er sei aber ein Spätzünder, denn im damals FDP-geführten Verkehrsministerium habe er nichts für die Reaktivierung getan."

Nach der Sitzung diskutierten acht Zweibrücker Bahnfreunde, die die Debatte von der Zuschauertribüne verfolgt hatten, noch mit den Rednern Presl, Eymael und Thomas Weiner (CDU). lf