Lästig, aber nicht gefährlich

Meteorologen prognostizierten für die Wochenmitte einen kurzfristigen Wintereinbruch und gestern war es schon soweit. Schneeschippen auf den Bürgersteigen, Eiskratzen bei den Autoscheiben und Verspätungen im Schülertransport gab es.

General Winter spielte in der Nacht zum Mittwoch kurz mit den Muskeln und sorgte für glatte Straßen im Zweibrücker Land. Der Schneefall war unterschiedlich stark. Auf der Höhe in der Regel zehn Zentimeter. In den Tal lagen schneite es verhaltener, allerdings gab es auch hier Unterschiede, wie Werkleiter Peter Wild von den Verbandsgemeindewerken Zweibrücken-Land aufgrund der Mitarbeitererfahrungen gestern berichten konnte.

"Wir hatten in Dellfeld eine geschlossene Schneedecke, die schon im Nachbarort Stambach weitaus mehr Grünflecken aufwies", berichtet Marc Pirmann, der gestern mit dem Arbeitskollegen Stefan Hoffmann von den erfahrenen "Winterdiensthasen" Arthur Lorenz und Rudi Bißbort ins Einmaleins des Räum- und Streudienstes eingewiesen wurde. Zwei Fahrzeuge mit zwei Touren gibt es. Gestreut wird in den Orten südlich und nördlich von Contwig . Im Ort selbst drehen sich die Streuscheiben der Verbandsgemeindefahrzeuge nicht. Die Gemeinde erledigt den Winterdienst in Eigenverantwortung.

Während Pirmann und seine Kollegen erst um acht Uhr auf Tour gingen, mussten die Fahrer des Straßenbauunternehmens A. und B. Staab aus Schmitshausen früher aufstehen. Der Einsatzbefehl, von der Straßenmeisterei Landstuhl ausgelöst, erreicht hier nachts um drei Uhr Firmenchef Berthold Staab. Die Fahrer von A. und B. Staab sind auf den Landes- und Kreisstraßen der gesamten Sickingerhöhe im Einsatz, das Bruch von Vogelbach bis Bann und Queidersbach kam jetzt noch hinzu.

Hier scheint mit dem Streuen alles geklappt zu haben, was für die Kreis- und Landstraßen im Süden der Verbandsgemeinde, etwa beim Anstieg Heidelbingerhof nicht der Fall gewesen ist. Wie der stellvertretende Pressesprecher Ruven Fritzinger von der Kreisverwaltung Südwestpfalz auf Anfrage des Pfälzischen Merkur mitteilte, gab es in Zweibrücken-Land insgesamt sieben Busausfälle, die die Grundschulen Althornbach, Hornbach und Stambach sowie die IGS Contwig betrafen. So ist beispielsweise die erwähnte Strecke hoch zum Flugplatz nicht passierbar gewesen. Zudem gab es Verspätungen, die aber, so zumindest die Schulleitung der IGS Contwig , den allgemeinen Schulbetrieb nicht wesentlich störten.

Meinung:

Argumente im Schnee

Von Merkur-RedakteurMichael Klein

Einen Tag später muss die Frage erlaubt sein: Sind Sie denn gestern problemlos an Ihren Arbeitsplatz gekommen? Oder haben Sie auch im Stau gesteckt und geflucht, wie so mancher Kollege, der die frühen Stunden des Tages hinter einem auf spiegelglatter Straße verrutschten Lkw verbrachte? Oder verärgert einem mit profillosen Sommerslicks kriechenden Auto folgend!? Da wurde Geduld ganz groß geschrieben.

Heute kann ich ja mit der Wahrheit rausrücken. Der Wettergott, der angebliche und der so oft gescholtene, hatte mit der weißen Pracht von gestern nichts zu tun.

Ist alles auf meinem Mist gewachsen, was es da an Schnee runtergeflockt hat. Und das aus gutem Grund, marketingtechnisch gesehen: Seit Wochen nämlich habe ich vier Winterreifen inseriert, vornehm in schwarz gehalten, rund und schön, mit ansehnlichem Profil und Preis. Ganz klassisch, das übliche, gern genommene Modell. Oder auch nicht, denn bislang bewegt sich mein verkäuferisches Talent auf überschaubarem Niveau. Von Erfolg, Umsatz oder Rendite gar nicht zu schreiben. Allenfalls immer mal wieder ein Anruf, immer mal wieder ein verirrter Interessent, aber eben kein Verkauf, kein Geschäft. Nix.

Seit gestern habe ich ganz neue gute Argumente. Schneeweiß liegen sie auf der Straße!