Bürgermeister Hohn außer sich Entsetzen über Verzögerung des L 465-Ausbaus eint Saarländer und Pfälzer

Hornbach/Mittelbach/Altheim · Hornbachs Bürgermeister Hohn kritisiert den langen Vorlauf für die Arbeiten: Das sei rücksichtslos gegenüber Pendlern. Auch gleich hinter der Grenze im Saarland herrscht Fassungslosigkeit.

 Dringend erforderlich ist der Ausbau der Landesstraße 465 bei Mittelbach-Hengstbach und dem Abzweig nach Hornbach. Nur 50 Stundenkilometer darf man auf der Straße wegen der Schäden fahren.

Dringend erforderlich ist der Ausbau der Landesstraße 465 bei Mittelbach-Hengstbach und dem Abzweig nach Hornbach. Nur 50 Stundenkilometer darf man auf der Straße wegen der Schäden fahren.

Foto: Norbert Schwarz

Stadtbürgermeister Reinhold Hohn aus der Pirminiusstadt ist fassungslos, redet sich selbst regelrecht in Rage. Der Plan, den Ausbau der L 465 von Mittelbach-Hengstbach aus in Richtung Altheim im Saarland erst in einigen Jahren beginnen zu wollen (wir berichteten), bringt ihn auf die Palme. Für Hohn (FDP) werden in dieser Hinsicht nicht die Zeichen der Zeit und die Sorgen der Bürger und Berufspendler erkannt.

„Miserable Straßenzustand wurde Brüderle plastisch zur eigenen Erfahrung“

Aus Hornbachs Stadtbürgermeister sprudelt es an Enttäuschungen über die jetzige Entwicklung förmlich heraus. „Zu diesem Thema hatte ich schon mehrere und ganz intensive Berührungspunkte. Von hochrangigen Kommunalpolitikern ohnehin. Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatten wir einen FDP-Bezirksparteitag in der Klosterstadt. Neben der Verkehrs- und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt auch deren Staatssekretär Andy Becht. Wegen der gesperrten Bundesstraße 424 bei Rimschweiler (Fahrbahnteiler), musste der FDP-Landes-Ehrenvorsitzende und ehemalige Wirtschafts- und Verkehrsminister unseres Bundeslandes Rainer Brüderle, den Weg über Mittelbach-Hengstbach in Richtung Saarland und dann, links abzweigend über die Bürgerhöhe (Kreisstraße 62) zum Tagungsort Pirminiushalle nehmen. Der miserable Straßenzustand wurde dabei Brüderle plastisch zur eigenen Erfahrung.“ Im Anschluss ließ dieser, erinnert sich Hohn, seine Amtsnachfolgerin Daniela Schmitt und Staatssekretär Andy Becht regelrecht stramm stehen: Undenkbar, in welchem Zustand sich das Landes-Straßennetz befinde, warum hier nicht für Abhilfe gesorgt werde, das müsse sich schnellstmöglich und unbedingt ändern!

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Foto: dpa/Eduardo Manzana

Das war Wasser auf die Mühlen des Hornbacher Stadtbürgermeisters. Wegen des schlechten Straßenzustandes wurde auf der Strecke die Höchstgeschwindigkeit schon auf 70 Stundenkilometer herabgesetzt. Der Hornbacher Stadtbürgermeister erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Amtszeit von Brüderle, der das sogenannte „Schwarzdeckenprogramm“ initiiert habe. „Abgefräst hat man damals die Fahrbahnen der Landesstraßen, die Landstraße bei Großsteinhausen, Kleinsteinhausen, Bottenbach ist auch diese Art erneuert worden und die hält weiterhin noch zig Jahre!“

Bürgermeister Hohn fehlt jedes Verständnis

Reinhold Hohn führte wegen des Ausbaues der L 465 Richtung Altheim im Saarland selbst mit dem Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern Gespräche. Wunderte sich über die Feststellung, dass es an finanziellen Mitteln nicht mangle, aber nicht genügend Planungs-Ingenieure zur Verfügung stünden oder auch ein Eisvogel das Vorhaben über Gebühr in der Umsetzung verzögere. Hohn: „Wenn man jetzt schon im Pfälzischen Merkur nachlesen kann, dass ein Baubeginn frühestens 2027/2028 als sehr optimistisch bezeichnet wird, dann fehlt mir für eine solche Verhaltensweise den Bürgern und Berufspendlern gegenüber, die auf eine Landstraße angewiesen sind, jedes Verständnis!“

Der Hinweis, es solle noch drei Jahre bis zur Baugenehmigung beim Großprojekt dauern, lässt den Stadtbürgermeister zur Feststellung kommen: „Wir verwalten uns zur Verhandlungsunfähigkeit. Wir bauen doch gar keine neue Straße, wir sollen eine bestehende Landesstraße sanieren. Mehr als 6000 Verkehrsteilnehmer täglich auf dieser Straße, hat da nicht etwa die Verkehrssicherheit für die Menschen Vorrang?“ Von Bürokratieabbau werde täglich in den Medien berichtet, Hornbachs Stadtbürgermeister Hohn sieht allerdings als Kommunalpolitiker nur das Berichten, aber keine wirklichen Folgen. 

Fast einen Schock bekam die Altheimer Ortsvorsteherin Beate Lambert als sie in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur davon erfuhr, dass die Arbeiten nicht schon 2025, sondern vielleicht erst 2027/2028 beginnen werden. „Auf saarländischer Seite ist die Straße in Ordnung. Wir brauchen allein wegen der vielen Berufspendler die Straßenverbesserung. Nicht auszudenken, wenn das noch so lange Zeit bis zum Baubeginn dauern soll!“

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