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Kleinsteinhauser Dorfglocke soll nicht verstummen

Kleinsteinhauser Dorfglocke soll nicht verstummen

Die Kleinsteinhauser Dorfglocke auf dem Dorfgemeinschaftshaus bereitet den Ratsmitgliedern derzeit Kopfzerbrechen. Die Schalllamellen sind morsch, das Glockenjoch ausgeschlagen und müssen erneuert werden.

Dreimal am Tag erinnert die Dorfglocke über dem Dachgebälk des heutigen Dorfgemeinschaftshauses, das früher einmal Volksschule war, ans Gebet, wenn sie am Morgen, zur Mittagszeit und am Abend ihren Klang erschallen lässt. Nun aber sorgt das "Glöcklein" bei den Kommunalpolitikern, allen voran Ortsbürgermeisterin Martina Wagner, für Kummer. Die Glocke selbst ist weiterhin funktionsfähig, aber Aufhängung, Glockenstuhl und Lamellenschutz sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden.

Die Diskussionen um die weitere Vorgehensweise seien überaus heftig gewesen, berichtet Wagner und freut sich darüber, dass dennoch ein Konsens in der Sache gefunden wurde. "Es gibt eigentlich so gut wie niemand im Dorf, der auf das Glockenrufen tatsächlich verzichten will. Die Glocke ist ein Stück Dorfgeschichte, bestimmt den Lebensalltag in Kleinsteinhausen . Sie wird wieder das neue Jahr einläuten und wenn wir einem Bürger das Geleit zur letzten Ruhestätte geben, dann erklingt eben diese eine Glocke im Dorf. Wir haben ja keine Kirche", so die Ortsbürgermeisterin. Bei einer Inspektion der Gesamtanlage wurde zwar festgestellt, dass die Glocke für sich betrachtet noch in Ordnung ist, allerdings vieles drum herum nicht stimmig ist. Um aber damit bei den übergeordneten Stellen um einen Zuschuss zu bitten, erachteten die Ratsmitglieder mehrheitlich nicht für sonderlich aussichtsreich.

Jetzt konnte ein Gesamtpaket geschnürt werden, das neben den Problemen mit der Dorfglocke, auch wichtige Sanierungsabschnitte für das Dorfgemeinschaftshaus vorsieht. So soll eine behindertengerechte Toilette geschaffen werden, eine Erneuerung der Außenfassade beim Dorfgemeinschaftshaus ist angedacht, die Treppenerneuerung soll in die Wege geleitet werden. Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf aus Kaiserslautern hat Gesamtkosten von rund 300 000 Euro ermittelt. Darin sind auch die 78 000 Euro enthalten, welche für die Sanierung des Glockenstuhls aufgewendet werde müssen. Als Schwerpunktgemeinde sollen jetzt Fördermittel aus der Dorferneuerung beantragt werden.

Die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wird trotz der bevorstehenden Aufgaben für notwendig erachtet. Zum Sitzungsbeginn wurde zudem der Forstwirtschaftsplan für 2017 einstimmig angenommen. Im rund 100 Hektar großen Gemeindewald will der Revierförster Daniel Rolland 250 Festmeter Holz einschlagen. Nach dem Forsteinrichtungswerk könnte die Holzernte sogar 528 Festmeter jährlich betragen, doch das wollen die verantwortlichen Kommunalpolitiker nicht. Mit einem geringen Plus sollen dennoch die Erträge die notwendigen Aufwände übersteigen.