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Kleinsteinhausener wollen Kapellchen in Eigenregie sanieren

Auftragsvergabe nicht finanzierbar : Kleinsteinhausener wollen Kapellchen in Eigenregie sanieren

Das Wartehäuschen hat neben dem abgefallenen Verputz auch Schadstellen am Dach.

Hakenkreuzschmierer bei der Unterstellmöglichkeit für Busreisende am Haltepunkt „Kapellchen“ schaden zusätzlich der Gemeinde. Die nämlich musste jetzt dafür Sorge tragen, dass die Schmierereien umgehend beseitigt wurden. Nach einer Anzeige gegen Unbekannt bestanden die Beamten darauf, dass die Schmierereien umgehend beseitigt werden. Mit den Arbeiten ist das örtliche Malerunternehmen Knerr betraut worden. Zusätzliche Kosten entstehen jetzt, denn bei den Säuberungsarbeiten fiel der Putz an den Wänden des historischen „Kapellenhäuschen“ ab. 

„Wir kommen um Sanierungsarbeiten beim Kapellchen nicht umhin“, erklärte Ortsbürgermeisterin Martina Wagner am Dienstagabend in der Ratssitzung im Festsaal der Mehrzweckhalle beim Dorfgemeinschaftshaus. Das Wartehäuschen, Erbauungszeit unbekannt, hat neben dem abgefallenen Verputz auch Schadstellen am Dach. Bei Ortsbesichtigungen sei dabei auch festgestellt worden, dass ein fehlender Ringanker dem Bauobjekt ingesamt eine bessere Standfestigkeit verleiht. Martina Wagner: „Wir können unser Kapellchen schließlich nicht dem baulichen Verfall preisgeben. Es ist ja für alle Dorfbewohner sowas wie ein Wahrzeichen des Ortes.“

Die Ortsbürgermeisterin ist es auch gewesen, die für die zusätzlichen Sanierungsarbeiten einen begehbaren Weg vorschlug: „Beim Erneuern des Dachs über der Grillhütte am Festplatz im Scheuerwald haben die Männer um unseren Beigeordneten Ludger reichlich Erfahrung gesammelt. Dach und Ringanker können wir sicher jetzt auch in Eigenleistung erneuern beziehungsweise erstmals herstellen.“ Der in der Sitzung gelobte Ortsbeigeordnete Ludger Grünfelder sah das ebenso, zumal weitere Helfer aus dem Ortsgemeinderat erneut zur Hand gehen werden.

Dass sich die Kommune die Auftragsvergabe für die Arbeiten an ein Unternehmen finanziell nicht leisten kann, leuchtete auch den Ratsmitgliedern ein. Ortsbürgermeisterin Wagner: „Das kostet lockere 10 000 Euro, die haben wir aber nicht freiverfügbar“. Noch in der Sitzung signalisierte Ludger Grünfelder seine Bereitschaft, erneut die Federführung bei der Eigenleistung zu übernehmen. Skepsis bei der Standsicherheit teilte der Ortsbeigeordnete Grünfelder nicht. Mit dem Schaffen des fehlenden und jetzt vorgesehenen Ringankers würde es zudem einen wesentlichen Beitrag zur Standsicherheit geben. Den Sanierungsarbeiten in Eigenleistung stimmten die Ratsmitglieder einstimmig zu.

Das Dorfgemeinschaftshaus mit der Mehrzweckhalle bekommt eine neue, zentrale Schließanlage. Diese wird künftig mit Chipkarten funktionieren. Statt Schlüssel werden künftig an die festen Nutzer von Dorfgemeinschaftshaus und Mehrzweckhalle Chipkarten ausgegeben. Ortsbürgermeisterin Wagner skizzierte ein recht schlechtes Bild hinsichtlich der bisherigen Erfahrungen über die Schlüsselverwahrung. „Zahlreiche davon sind nicht mehr auffindbar. Deshalb will ich künftig für jede ausgegebene Chipkarte einen Hinterlegungsbetrag von 20 Euro als Pfand verlangen.“ Zusätzlich müssen jene, die eine Chipkarte verlieren, für die Kosten aufkommen, die beim erneuten „Öffnen“ entstehen. Geht eine Chipkarte verloren, kann die gesamte Schließanlage gesperrt werden. Ein Unternehmen muss sie erneut „entsperren“, was Kosten verursacht. Die Ratsmitglieder sind mit einer solchen Regelung grundsätzlich einverstanden. 

Der Wirtschaftsweg „Dusenbrücker Weg“ soll ausgebaut werden. Das Planungsbüro Krupp aus Waldfischbach-Burgalben erstellt derzeit das notwendige Leistungsverzeichnis für die kommenden Ausbauarbeiten. In der Sitzung vom 25. März soll der Ortsgemeinderat dann über die Arbeitsvergabe befinden. Die Pfalzwerke AG, Abteilung Straßenbeleuchtung teilte mit, dass die Wartungskosten künftig 3318 Euro kosten. Für weitere fünf Mardellen soll eine Renaturierung auf den Weg gebracht werden. Eine Fördermöglichkeit der Kosten durch die Stiftung Natur sieht die Untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz als gegeben an. Sie hat sich auch bereiterklärt, das notwendige Konzept zu erarbeiten, um den Förderantrag einreichen zu können.