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Kleinsteinhausen hält im Schulstreit zu Bottenbach

Grundschulstreit im Zweibrücker Land : Kleinsteinhausen will Bottenbach treu bleiben

Der Ortsgemeinderat hat sich mit einer Resolution im Streit um die Grundschul-Standorte klar positioniert.

(cos) Obwohl nichts entschieden wurde, sind die Seelen vieler Eltern aus Groß- und Kleinsteinhausen am Kochen. Resolutionen, Interessengemeinschaften, Leserbriefe heizen die Stimmung auf. Auslöser dafür: Eine Feststellung  des Schulträgerausschusses der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, das Gastschulverhältnis mit der Grundschule Bottenbach zu überprüfen. Die Mitglieder des Ortsgemeinderates Kleinsteinhausen haben sich davon gleichfalls anstecken lassen. Zum Erhalt des Schulbezirks Bottenbach gab es eine Resolution. Einstimmig die Annahme vor großer Zuhörerkulisse und Verbandsbürgermeister Björn Bernhard.

32 Kinder aus Groß- und Kleinsteinhausen besuchen die Klassen eins bis vier der Grundschule Bottenbach. Insgesamt sind in den vier Klassen 62 Kinder eingeschult.  Einen Vorgeschmack auf heftige Diskussionen wurden jetzt in der Kleinsteinhauser Ratssitzung dem nicht einmal 100 Tage im Amt weilenden Verbandsbürgermeister Bernhard serviert. Nicht einmal Parteikollegin Martina Wagner (CDU) hielt sich zurück. „Hier ist etwas gewachsen, es bestehen sehr enge Verbindungen nach Bottenbach und seit Kurt Pirmann nicht  mehr Verbandsbürgermeister von Zweibrücken-Land ist, wird über die Zweckvereinbarung zur Grundschule Bottenbach zwischen den Verbandsgemeinden Pirmasens-Land und Zweibrücken-Land diskutiert. Für mich als Ortsbürgermeisterin von Kleinsteinhausen ein Unding“, sagt Martina Wagner im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur zum Thema, welches nicht allein in den sozialen Medien weiterhin Wellen schlägt.

Interessengemeinschaften für den Erhalt der Grundschule Bottenbach bildeten sich, Resolutionen sind verfasst (wir berichteten). Derweil die am Schulstandort Bottenbach veröffentlichte Resolution bereits 500 Unterschriften vorweist, haben sich auch einstimmig die Ratsmitglieder aus Kleinsteinhausen für eine Resolution ausgesprochen. Eine eigene. Mit einer direkten Aufforderung an Verbandsbürgermeister Björn Bernhard. Die Zweckvereinbarung zwischen den Verbandsgemeinden Pirmasens-Land und Zweibrücken-Land zum Schulstandort Bottenbach soll erneuert werden. Weiter heißt es: „Insbesondere soll eine geänderte, für beiden Seiten  gerechte Aufteilung künftiger Sanierungsmaßnahmen  festgelegt werden, aber gleichzeitig auch vertraglich sichergestellt werden, dass der sich über Jahrzehnte etabliert habende Schulbezirk Bottenbach langfristig erhalten bleibt, dass also die Kinder aus Groß- und Kleinsteinhausen weiterhin nach Bottenbach in die Grundschule gehen“. 

Einen aussichtslosen Diskussionskampf an diesem Abend führte Bürgermeister Björn Bernhard, der sämtliche Diskussion um die Sache für verfrüht sieht. Der Schulträgerausschuss habe eine Überprüfung des Sachverhaltes des Zahlenwerks angeregt. Im Entscheidungsgremium, dem Verbandsgemeinderat, sei über die Thematik überhaupt noch nicht gesprochen worden. Als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land sei es doch wohl seine ureigene Pflicht, das zu tun, was ein Ausschuss von ihm als Verwaltungschef verlangt.

Als kontraproduktiv sieht Björn Bernhard jetzt schon die emotional gefärbten Diskussionen. Resolutionen, das Bilden von Interessengemeinschaften, Leserbriefe in den Tagesmedien seien mehr Stimmungsmache denn tatsächliche Sachbeiträge. Sind von der Verwaltung alle Kosten zusammengetragen, dann werde es an erster Stelle ein Gespräch zwischen den Repräsentanten der Verbandsgemeinden, deren Beigeordneten wie auch den Vertretern der betroffenen Ortsgemeinden geben.

Größtes Unverständnis bringt der Verbandsbürgermeister aber jetzt schon dafür auf, dass die Wertigkeit der Grundschule Hornbach bei alledem angezweifelt wird und dem Hinweis, dass nicht von jetzt auf nachher eine Änderung herbeigeführt würde, überhaupt keine  Beachtung geschenkt werde. Der Bürgermeister nochmals zum Pfälzischen Merkur: „Ich habe Achtung vor jedem, der für eine Sache kämpft. Aber es muss unbedingt fair sein. In neun Jahren hat die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land 853 000 Euro überwiesen. Jetzt soll nach der Anregung des Schulträgerausschusses das alles mal auf den Prüfstand. Wir tragen das Zahlenwerk noch zusammen, weil selbst höhere Mandatsträger schon mit anderen Zahlen öffentlich aufgewartet haben. Mir als Verbandsbürgermeister aber zu unterstellen, ich würde eine Donald-Trump-Politik betreiben, finde ich gelinde gesagt heftig.“ Die Gremien werden sich noch in diesem Herbst wohl mit der Sache genauer beschäftigen.