Zuflucht im Rathaus : Start für den provisorischen Kita-Standort

Weil sich der Neubau in der Maßweiler Straße wegen Schimmelbefalls verzögert, werden die kleinen Contwiger im Rathaus betreut.

Schimmelbefall hat bei der Kindertagesstätte an der Maßweiler Straße in Contwig eine rechtzeitige Fertigstellung verhindert (wir berichteten). Mit erheblichem Kostenaufwand ist das Rathaus am Marktplatz inzwischen für die Nutzung als dreigruppige Kita umgestaltet worden. Der Gemeindeempfang für die neue Tagesstättenleiterin Katrin Klein mit ihrem weiteren achtköpfigen Team  hätte am Montag eigentlich in der neuen Umgebung oberhalb der Pestalozzischule stattfinden sollen. In Gegenwart von Verbandsbürgermeister Björn Bernhard und dem für die Kindertagesstättenverantwortlichen Gerd Reischmann hieß Hausherr Karl Heinz Bärmann jetzt im Rathaus  alle willkommen.

Die Gemeindebücherei ist in die Räumlichkeiten des evangelischen Jugendheims ausgelagert, in den Paterre-Räumen des Rathauses gleich unten rechts werden die Kleinsten im Alter von einem bis drei Jahren als „Nestgruppe“ für die Übergangszeit ihr „Notquartier“ haben. Statt Informationen zur Buchausleihe geben Fotos der Tagesstättenleiterin Katrin Klein und ihres gesamten Teams einen visuellen Überblick der Zusammensetzung. Hahn im Korb dabei: Küchenchef Marc Hollerith. Er wird für täglich frisches Essen in der fast fertig eingerichteten Küche sorgen, die gleichfalls für die Übergangszeit in der zweiten Rathausetage eingerichtet ist. Am Treppenfuß hängt schon jetzt ein aus bunten Buchstaben zusammengesetztes „Herzlich willkommen“ an durchsichtigen Fäden und wird ein stummer Grußbote für die Kleinen, die  ab dem kommenden Montag das Rathaus mit einem ganzbesonderen Leben erfüllen.

Die Verwaltungsräume im zweiten Stock sind Gruppenräume für die beiden Regelgruppen mit jeweils 25 Kindern. Mit sichtbarer Hingabe haben die Mitarbeiter in den zurückliegenden Tagen die Räumlichkeiten ausgestaltet und für die noch unbestimmte Übergangszeit hergerichtet. Dort, wo bis vor einer Woche die örtlichen Kommunalpolitiker tagten, ist jetzt der Speisesaal für die Kleinen.

„Das Beste in guten Händen, unsere Kleinsten sind für uns die Größten.“ Ortsbürgermeister Karl Heinz Bärmann erinnerte bei seiner Begrüßung an diesen Gemeindeleitspruch für die Kinderbetreuung in Contwig. Bärmann nutzte die Gelegenheit, in Gegenwart der neuen Leiterin Karin Klein mit ihrem Team, der Tagesstättenleiterin Luise Moch von der Kita im Ortsteil Stambach und der ersten Ortsbeigeordneten Margit Ernst, die selbst ihr Berufsleben als Leiterin der Katholischen Kindergartens in Contwig beendet hatte, noch einmal die rasante Entwicklung in Sachen Kindertagesstätten-Neubau in Contwig vor Augen zu führen.

Vor fünf Jahren erfolgreicher Neubau der Einrichtung im Ortsteil Stambach. Jetzt das Millionenprojekt in Contwig, das aus den bekannten Gründen und dem damit verknüpften Rechtsverfahren derzeit eine Hängepartie ist, weshalb sich die Ortsgemeinde um eine Übergangslösung umsehen musste.

Riesig die Herausforderung aber nicht allein für die Ortsgemeinde, sondern ebenso für die neue Leiterin Karin Klein mit ihrem achtköpfigen Team, das sich gänzlich neu zusammenfinden muss. „Aber wir schaffen das“, meint mit strahlendem Gesicht die erfahrene Erzieherin, die seit 25 Jahren mit Leitungsaufgaben betraut ist und sich nach der Führung einer siebengruppigen Kindertagesstätte in Pirmasens nunmehr der Herausforderung in Contwig stellt. Das Team mit den Voll- und Teilzeitkräften sei in den letzten Wochen schnell zusammengewachsen, berichtet Karin Klein und freut sich sichtbar darüber, dass die „Chemie“ bei allen stimme.

„Wir wissen welche Aufgaben uns hier erwarten, wir freuen uns darauf und wir haben ganz bestimmte Ziele“, sagt sie im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Die Kinder sollen sich hier im Rathaus wohlfühlen, so der oberste Grundsatz. Selbständigkeit im Sinne von Maria Montessori sei ein Leitgedanke. Erproben, ausprobieren, die kleinen Anvertrauten an der Hand nehmen und sie auf diesem Weg helfend begleiten. Darin seien sich alle einig.

Auch „Chefkoch“ Marc Hollerith sucht in der Tagesstättenküche ib Contwig die neue Herausforderung. Im bekannten Vier-Sterne-Haus Kunz in Pirmasens hatte er seine Lehre absolviert, war später im Dahner Felsenland Koch und nahm nach einer Zwischenstation in der Küche des Altenheims Rodalben jetzt die Herausforderung in Contwig an. Mit regionale Küche sollen die Kleinen für gesunde Ernährung begeistert werden, auch „Roschdiche Ritter“ und „Grumbeeresupp mit Waffeln“ sollen dabei auf dem Speiseplan nicht fehlen.