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Kita-Anbau "Spatzennest" Althornbach wird teurer

„Storchennest“ Althornbach : Mehrkosten von 280 000 Euro

der Anbau an die Kita „Storchnnest“ in Althornbach macht der Gemeinde Kummer.

Kosten für Kindertagesstätten steigen, steigen und steigen. Um ihre Situation sind Althornbachs Ortsbürgermeister Bernd Kipp und die Ratsmitglieder nicht zu beneiden. Vor zwei Jahren noch lagen die Kosten für den Anbau beim Hort bei 1,45 Millionen Euro. Jetzt sind es schon bei der Kostenermittlung 1,73 Millionen Euro durch Corona und den Ukraine-Krieg. Das Schlimme noch dazu: Die Bundesregierung streicht Fördergelder, der Landkreis Südwestpfalz kürzt die Fördermittel für Kindergärten, die Landesregierung spricht gesetzliche Forderungen aus, die die Einrichtungsträger der Kindergärten zu zahlen haben.  

Und die Quintessenz von allem? Bürgermeister Bernd Kipp und die Ratsmitglieder müssen die bittere Kostenpille schlucken, sollten Kinder und Eltern nicht die Leidtragenden sein, so die sachliche Analyse bei der Ratssitzung am Donnerstagabend im Bürgerhaus. Sollten jetzt noch die Räume in der Kindertagesstätte im Hinblick auf  die Corona-Pandemie und deren Folgen in der Zukunft mit entsprechenden Lüftungsgeräte zur Luftsäuberung ausgestattet werden, dann müsste mit einem weiteren Kostenschub von rund 200 000 Euro gerechnet werden. Architekt Christoph Arnold vom gleichnamigen Planungsbüro und Geschäftsführer Oliver Stutterich vom Planungsbüro S2 in Pirmasens, der die technische Gebäudeausstattung planen und umsetzen soll,  mussten den Rat mit Fakten und unsäglichen Kostenentwicklungen konfrontieren.

Dabei war auch das Bild mehr als düster, das Arnold und Stutterich auf der Handwerkerseite zeichneten, sprich bei denen, die sich um einen Arbeitsauftrag zur bevorstehenden Baumaßnahme wohl bewerben. Oliver Stutterich wartete dazu mit den jüngst gemachten Erfahrungen auf. Zu 25 Aufforderungen für Angebotsabgaben gab es keine einzige Rückmeldung. Architekt Christoph Arnold bedauerte, dass die Gemeinden von Bund und Land regelrecht im Regen stehen gelassen werden, was die Kostenentwicklung beim Bauen öffentlicher Einrichtungen angeht. Mehr noch, bisher sprudelnde Fördertöpfe versiegen von heute auf morgen, das insbesondere bei der täglich proklamierten Energieeinsparung wie auch bei Belüftungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. 

Die Baugenehmigung zum Anbau beim bestehenden Kindergarten „Storchennest“ in Althornbach liegt vor. Die Ausschreibung sämtlicher Gewerke zum Erstellen des Rohbaus sind soweit abgeschlossen. Bis Mitte Oktober, so die Zeitplanung der beiden Büros, sollten die Arbeiten im Rat vergeben werden können.

Kernthema am Donnerstagabend bei der Zusammenkunft der Ratsmitglieder mit Ortsbürgermeister Bernd Kipp war neben der allgemeinen Kostenentwicklung die Frage, ob sich Althornbach im Hinblick auf Corona und seine möglichen Folgen auch den Einbau von elektrischen Luftreinigungsgeräten leistet oder nicht, weitere 200 000 Euro investiert und sich damit immer näher der 2 Millionengrenze für den Anbau nähert und nicht allein diese Mehrkosten aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Ist das notwendig, so die Kernfrage der Ratsmitglieder. Dazu gab es von der Planungsseite ein Klares Nein.

In der Diskussion zeigten Arnold und Stutterich auf, dass schon jetzt Vorkehrungen für eine mögliche „Nachrüstung“ mit entsprechenden Geräten getroffenen werden können. Anschlussmöglichkeiten bei Fassade oder Dach können jetzt schon ohne allzu hohen Kosteneinsatz vorbereitet werden. Die „Stoßlüftung“ im Gruppenraum wie den anderen Räumen bleibt deshalb im Augenblick der Belüftungsweg auch bei den neuen Räumen im Kindergartenanbau.

Ausgesprochen  haben sich die Ratsmitglieder auch für eine Photovoltaikanlage, über die selbst Strom generiert werden kann zur Versorgung der Küche und Räume. Dabei folgte das Gremium den Vorschlag von Ortsbürgermeister Bernd Kipp, dies mit der Energiegesellschaft bei den Verbandsgemeindewerken von Zweibrücken-Land zu regeln und umzusetzen. 

Die Realsteuerhebesätze (Grund- und Gewerbesteuer) werden angehoben, soweit die Landesregierung dies gesetzlich notwendig macht. Für Bernd Kipp war dabei das Schreiben der Kreisverwaltung Südwestpfalz entscheidend. Peter Klein (SPD) hatte vorgeschlagen, ganz mit der Anhebung zu warten, bis das Land sich selbst entschieden habe. Der beschlossene Vorbehalt wurde allerdings für ausreichend erachtet.

E-mon 2000 Zweibrücken wird 6000 Euro die Elektroarbeiten am Bürgerhaus fertigstellen, dazu zählt auch die EDV-Anlage. Gleiches gilt für die Außenbeleuchtung in Höhe von rund 4000 Euro. Hupfer Zweibrücken fertigt für rund 6000 Euro die restlichen Metallarbeiten. Für rund 2000 Euro ergänzt Achenbach und Gauer aus Rockenhausen die zentrale Schließanlage.