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Kindertagesstätte Thema im Rat Großbundenbach

Aufregung (nicht nur) im Ortsgemeinderat Großbundenbach : Kita-Raumnot wird immer drängender

Bis Mai 2021 soll und muss nun der endgültige Ausbau-Plan vorliegen – sonst gerät die Existenz der Kindertagesstätte in Gefahr.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz hat für die Bundenbacher Orte einen Kita-Platzbedarf von insgesamt 57 bis 59 Kindern zum Ende des Jahres 2021 prognostiziert. Damit wird ein eingeschossiger Anbau bei der Kindertagesstätte in Großbundenbach zwingend. In zwei Jahren muss baulich alles fix und fertig sein, bis zum Mai 2021 ein fertiger, genehmigungsreifer Plan auf dem Tisch liegen. Nur dann hat der Bundenbacher Kindergarten überhaupt noch Zukunft. Danach nämlich klappen die Verantwortlichen an übergeordneter Stelle „das Buch zur Kita Bundenbach zu“.

Seit Jahren wird um die räumliche Erweiterung der Kindertagesstätte für die Orte Groß- und Kleinbundenbach diskutiert. Zig Pläne schon wurden geschmiedet, manche sogar druckreif ausgefertigt, nicht geraden wenig an Kosten für Planungen ausgegeben.

Das Auf und Ab, das Hin und Her hat mit einem Gespräch in der Bundenbacher Tagesstätte gegenüber der historischen Sankt-Martins-Kirche von Großbundenbach am 26. Juni dieses Jahres einen weiteren Höhepunkt und gänzliche Kehrtwende erhalten. Bei diesem Vor-Ort-Gespräch, zu welchem die Leiterin des Landesjugendamtes, des Kreisjugendamtes, Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister beider Orte neben der Leitung der Tagesstätte kamen, sollte eigentlich besprochen werden, so Ortsbürgermeister Dieter Glahn, wie das von der Leiterin Isabelle Hüther-Tams erarbeitete Konzept mit45 Kinder umgesetzt werden kann. Das obere Geschoss sollte dafür umgestaltet werden. Doch das Landesjugendamt hat dafür keine Genehmigung signalisiert – es seien vielmehr die bestehenden 32 Plätze zunächst einmal fix, wie es Glahn am Dienstagabend im Ortsgemeinderat ausdrückte.

Überrascht habe dann allerdings die vorgesetzte Behörde auf Kreisebene mit dem Hinweis, dass bis zum Jahresende 2021 für die Tagesstätte Bundenbach nach neuesten Erkenntnissen und dem Einhalten der Vorschriften nach dem neuen Kindertagesstättengesetz das im kommenden Jahr seine Rechtskraft entfaltet, nunmehr mit mit einem Bedarf von 57 bis 59 Kindern zu rechnen sei. Glahn: „Gott sei Dank habe ich in diesem Augenblick auf einem Stuhl gesessen!“ Im großen Versammlungsraum – der Kita-Turnhalle – hatten wiederum neben den Ratsmitgliedern aus Großbundenbach auch solche aus dem Nachbarort Platz genommen, war auch Kleinbundenbachs Bürgermeister Manfred Gerlinger mit seinem Ersten Beigeordneten Heiko Brünesholz zur Stelle, stand die Kita-Leitung mit Isabelle Hüther-Tams Rede und Antwort.

Denn eines ist seit dem 20. Juni in Sache Platzbedarf klar: Hier ist Feuer unterm Dach! Das Zeitfenster, um alles auf die Reihe zu bringen, könnte nicht knapp sein. Zunächst einmal muss eine geänderte Betriebserlaubnis für die gemeinsame Einrichtung auf den Tisch. Diese ist bereits beantragt für die vorhandene Einrichtung mit einer geöffneten Gruppe mit maximal 25 Plätzen, davon fünf bis sechs Plätze für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr. Zudem einer Krippengruppe mit maximal zehn Plätzen für Kinder bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres. Das Dorfgemeinschaftshaus in Kleinbundenbach soll „Kita-Ausweichquartier“ für eine Gruppe mit 25 Plätzen, wovon ebenso fünf bis sechs Plätzen für Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr angeboten werden sollen. Die Betriebserlaubnis soll zudem für 24 Ganztagsplätze erteilt werden. Bis zum 1. Oktober wird die neue Betriebserlaubnis erwartet. Fünf Ausbauplätze sind bis September genehmigt.

Bis spätestens Mai 2021 muss ein konkreter Plan für den Umbau am Standort in Großbundenbach ohne Wenn und Aber vorliegen. Das bestätigte auch Kleinbundenbachs Bürgermeister Manfred Gerlinger mit der Feststellung: „Das Landesjugendamt hat uns die Pistole auf die Brust gesetzt. Haben wir bis dahin keinen Plan zum Umbau, können wir das Buch Kindertagesstätte zuklappen.“

Für Kita-Leiterin Isabelle Hüther-Tams steht inzwischen die Glaubwürdigkeit aller auf dem Spiel. Sie nämlich muss immer wieder den Eltern erklären, warum heute dies und morgen das zutreffend sein soll. Auch machte Hüther-Tams ganz klar, dass mit der jetzigen Entwicklung um eine dritte Kindergartengruppe gesprochen wird.

Kleinbundenbachs Ortsbürgermeister Manfred Gerlinger forderte ein Bürgergespräch, einen Informationsabend, wo alle Probleme auf den Tisch kommen sollten. Denn in beiden Orten sorgten inzwischen viele Ungereimtheiten für Verdruss.

Wolfgang Rapp erinnerte daran, welchen Stellenwert heute die Kinder in der Gesellschaft haben. Kinder im Ort bedeute Zukunft für die Gemeinde. Geld müsse aufzubringen sein, Corona habe gezeigt, dass dieses im Überfluss vorhanden ist. Mit dem Wissen um den neuen Bedarf, hätte man rechtzeitig alles anders geplant, stellte Rapp rückblickend fest. Einigkeit bestand darüber, dass die Probleme im engen Zeitraum zu meistern sind. Dieter Glahn: „40 Jahre Bundenbacher Kindertagesstätte hat auch die beiden Orte zusammengeschweißt. Wir machen das auch weiterhin gemeinsam“. Wie jetzt alles umsetzbar sei, müsse schnellsten geklärt werden, so der Großbundenbacher Ortsbürgermeister.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard mahnte auf persönliche Anrede des Vorsitzenden zur Wortäußerung in der Sache zur Eile. „Ich ließ mir heute alle Unterlagen vorlegen und bin etwas erschrocken über das Hin und Her und doch nicht und wieder was Neues“. Die Verbandsgemeinde werde weiterhin als Verwaltung bei der Problembewältigung helfen, so Bernhard: „Zunächst muss ich eine Lanze für die Mitarbeiter speziell aus der Abteilung Kita brechen. Die bringen sich ein und helfen, wo es geht. Aber, ihr habt das letzte Wort, ihr müsst einen Architekten beauftragen gerade mit dem Planen und Bauen solcher Einrichtungen vertraut ist. Im Mai des kommenden Jahres muss die Planung fertig sein. Das ist unumstößlich.“ Das Beantragen der neuen Betriebserlaubnis wurde wie vorgetragen gebilligt, im noch nicht verabschiedeten Haushaltsplan der Ortsgemeinden sollen Mittel für die Planung des Umbaus bereitgestellt werden.